Beiträge zur Geschichte ab etwa Ende des Ersten Weltkrieges 1918

„Heraus aus der Finsternis!“: Aktuelle Angebote des Landesarchivs Schleswig-Holstein

„Heraus aus der Finsternis!“: Aktuelle Angebote des Landesarchivs Schleswig-Holstein

Unter dem Motto „’Heraus aus der Finsternis!‘ Wandel weiblicher Lebenswelten von der Kaiserzeit bis heute“ zeigt das Landesarchiv Schleswig-Holstein noch bis zum 31. Januar 2020 historische Schriftstücke, Fotografien und andere Originaldokumente aus mehr als 150 Jahren Frauengeschichte. Wir berichteten Ende Juni hier darüber.

Am Freitag, 20. September 2019, findet nun um 16 Uhr eine kostenlose Führung durch die Ausstellung statt. Aus der Pressemitteilung: „Bei dem knapp einstündigen Rundgang erläutert die Kuratorin Julia Liedtke anhand der Ausstellungsstücke verschiedene Themenbereiche aus der Frauengeschichte – von den Anfängen der Frauenbewegung Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur ersten schleswig-holsteinischen Ministerpräsidentin. In der Kaiserzeit hatten Frauenvereine für das Stimmrecht gekämpft, das unmittelbar nach Ende des Ersten Weltkriegs in Deutschland eingeführt wurde. Sie setzten sich ebenso für bessere Bildungs- und Arbeitsbedingungen ein und engagierten sich in sozialen und karitativen Bereichen. Eine zweite Welle der Frauenbewegung entstand fast zeitgleich mit den Studentenprotesten in den 1960er-Jahren. Die Teilnehmerinnen engagierten sich für mehr Gleichberechtigung im Alltag und demonstrierten gegen Gewalt und für die Abschaffung des sogenannten Abtreibungs-Paragrafen 218. Aber es dauerte noch weitere 20 Jahre, bis Frauen auch in politischen Gremien stärker präsent waren und 1993 schließlich mit Heide Simonis die erste Ministerpräsidentin der Bundesrepublik ihr Amt antrat.“

Im Begleitprogramm zur Ausstellung lädt das Landesarchiv bereits am 12. September 2019, 16 Uhr, zu einem Rundgang durch die Kieler Altstadt zum Thema „Herausragende Frauen der Kieler Stadtgeschichte – eine Spurensuche“ ein. Weitere Informationen sind auf der Startseite des Landesarchivs zu finden.

Tod und Vertreibung im Zweiten Weltkrieg

Tod und Vertreibung im Zweiten Weltkrieg

Ausgelöst durch den Einmarsch der Deutschen Armee in Polen am 1. September 1939 wurde unendliches Leid über Millionen Menschen in Europa und Asien gebracht. Während die Sowjetunion mit 27 Millionen Soldaten und Zivilisten die höchste Zahl an Kriegsverlusten in Europa hatte, verlor Polen mit 6 Millionen Toten, überwiegend Zivilisten, 17 % der Bevölkerung. In Deutschland haben über fünf Millionen Soldaten und über eine Million Zivilisten ihr Leben verloren. Weiteres Leid geschah den 12 bis 14 Millionen Menschen durch die Vertreibung aus den Ostgebieten. 80 Jahre nach Kriegsbeginn gedenken wir heute dieser Menschen.

Soldaten zerstören den Schlagbaum an der deutsch-polnischen Grenze in der Nähe von Danzig CC BY-SA 3.0

Wie kann man in der Familienforschung die verlorenen Angehörigen aufspüren? Leider gibt es keine ähnliche Datenbank wie für die Kriegsverluste der deutschen und österreichisch-ungarischen Armee im Ersten Weltkrieg. Die Suche gestaltet sich mühsamer, besonders wenn keine Dokumente oder persönliche Aufzeichnungen vorliegen. Eine erste Hilfe ist der Blick ins GenWiki-Portal:Militär und in die FAQ-Sammlung Zweiter Weltkrieg. Hier findet man dann auch die Hinweise auf die Deutsche Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen der Gefallenen (WASt), die zum Jahresbeginn in das Bundesarchiv integriert wurde, den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und weitere Adressen. In den gedruckten Vermissten-Bildlisten des Deutschen Roten Kreuzes kann online gesucht werden. Es sind nur wenige Verlustlisten für spezielle Gruppen bekannt und durchsuchbar, so z.B. für die Luftwaffe in Stalingrad, die Post- und Finanzmitarbeiter oder die Kieler Bombenopfer. Weitere Verlustlisten sind im Online-Denkmalprojekt zu finden. Wenn Sie Hinweise auf weitere Verlustlisten haben, sind wir für eine Meldung dankbar.

Zeitgeschichte Open - die Open-Access-Plattform des Instituts für Zeitgeschichte

Zeitgeschichte Open – die Open-Access-Plattform des Instituts für Zeitgeschichte

Zeitgeschichte Open

Mit Zeitgeschichte Open wurde die gemeinsame Plattform des Institut für Zeitgeschichte München–Berlin (IfZ) und das Zentrum für Elektronisches Publizieren der Bayerischen Staatsbibliothek online gestellt.

Die Seite zeigt derzeit weder besondere Benutzerfreundlichlichkeit noch anderweitige Schönheit auf, der Besuch dahin lohnt aber allemal.

Es finden sich einige E-Books und Fachaufsätze, die gelesen und heruntergeladen werden können. Für Familienforscher bietet sich hier eine Fundgrube von spannenden Kapiteln der Zeitgeschichte.

Die Macher schreiben selber:

Zeitgeschichte Open bietet freien Zugang zu Publikationsreihen und Einzelpublikationen, die am IfZ herausgegeben werden. Zum Onlinegang der Plattform stehen mit den Studien zur Zeitgeschichte und der Zeitgeschichte im Gespräch zunächst zwei Reihen zur Verfügung. Die kostenlose Online-Bereitstellung dieser und zukünftig weiterer Publikationen erfolgt im Regelfall zeitversetzt zur Veröffentlichung der Printausgaben. Neben dem freien Zugang zum Dokument ermöglicht die Plattform – vorläufig in einer Beta-Version – ebenso die Recherche in einzelnen Publikationsreihen und Sammelbänden sowie eine Volltextsuche. Perspektivisch soll der Server auch digitalisierte Materialien des IfZ-Archivs zugänglich machen.

Institut für Zeitgeschichte München–Berlin (IfZ)

Der neue Premier Großbritanniens, Boris Johnson, hat europäische Vorfahren

Der neue Premier Großbritanniens, Boris Johnson, hat europäische Vorfahren

Boris Johnson ist über Marie Luise von Pfeffel, die Großmutter mütterlicherseits seines Vaters, mit vielen Familien des europäischen Hochadels verwandt. Marie Luise’s Großmutter väterlicherseits ist eine uneheliche Tochter des Prinzen Paul Friedrich Karl August von Württemberg, der ist seinerseits ein Ururenkel von Georg II aus dem Haus Hannover, 1727-1760 König von Großbritannien. In der populären BBC-Sendung Who Do You Think You Are? erforschte der damalige Londoner Bürgermeister Boris Johnson 2008 seine Herkunft im Augsburger Trauungsbuch zusammen mit der Münchener Ahnenforscherin Sabine Schleichert.

Eine 1975 im Chorraum der Baseler Barfüsserkirche entdeckte gut erhaltene weibliche Mumie wurde 2015 näher untersucht und als Anna Catharina Bischoff (1719-1787) identifiziert. Sie war die Ehefrau eines protestantischen Pfarrers und lebte nach dessen Tod in Basel. Lebende Nachkommen wurden gefunden und durch DNA-Analyse wurde die Identität bestätigt. Auch Boris Johnson gehört zu den Nachfahren: Eine Tochter der Verstorbenen heiratete Christian Hubert Baron Pfeffel von Kriegelstein, den Ur-ur-urgroßvater der oben genannten Marie Luise von Pfeffel.

Der Ugroßvater väterlicherseits war Ali Kemal, ein liberaler osmanische Journalist und Schriftsteller. Er war 1919 der letzte Innenminister des Osmanischen Reiches. Er verurteilte den Völkermord von 1915 an den Armeniern und war als Gegner der türkischen Widerstansbewegung. Auf Veranlassung des Militärkommandeurs Nureddin Pascha wurde er 1922 umgebracht. Ali Kemal heiratete 1903 im englischen Exil die Engländerin Winifred Brun, die er in Ägypten kennengelernt hatte. Der in England geborene Sohn Osman emigrierte in sein Geburtsland und nahm den Familiennamen Johnson an.

Es gibt weitere interessante Vorfahren auf der Seite der mütterlichen Urgroßeltern, die anglo-amerikanische Wurzeln haben. Die jüdische Familie Lowe/Loew stammt aus dem russischen Litauen, Chaim Charles, der Vater von Elias A. Lowe, wanderte 1891 von Moskau in die USA aus.Elias heiratete 1911 Helen Tracy Porter, die Übersetzerin der Werke von Thomas Mann ins Englische. Sie ist die Urgroßmutter mütterlicherseits von Boris Johnson.

"Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein gewaltiger Sprung für die Menschheit."

„Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein gewaltiger Sprung für die Menschheit.“

http://www.nasa.gov/images/content/464436main_S69-31741_full.jpg

Vor 50 Jahren, am 21. Juli 1969 um 03:56 Uhr MEZ betrat der Amerikaner Neil Armstrong (*05.08.1930 bei Wapakoneta, Ohio; † 25.08.2012 in Cincinnati, Ohio) als erster Mensch den Mond. Aufgrund des Jahrestages findet dieses Thema derzeit große Beachtung in allen Medien. Warum ist es auch für einen genealogischen Blog von Interesse?

Wie viele andere Amerikaner hat auch Neil Armstrong deutsche Vorfahren. Sein Urgroßvater Friedrich Wilhelm Kötter stammt aus der westfälischen Gemeinde Ladbergen. Er wanderte 1864 nach New Knoxville/Ohio aus.

Stefanie Aufderhaar hat im Rahmen eines Geschichtswettbewerbs des deutschen Bundespräsidenten einen lesenswerten Aufsatz geschrieben, der einen kleinen Stammbaum von Neil Armstrong enthält.