Newsletter 2002/10

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

unsere amerikanischen Kollegen waren fleißig und haben herausgefunden, dass US-Präsident George W. Bush mit dem britischen Thronfolger Prinz William verwandt ist. In der dpa-Meldung heißt es: „Danach besteht über einen gewissen Henry Spencer, der im 15. Jahrhundert in der mittelenglischen Grafschaft Northamptonshire lebte, eine Blutverbindung zur Bush-Dynastie. Über die Vorfahren von Diana, die seit Jahrhunderten ihren Familiensitz in Northamptonshire haben, habe Bush auch eine Verbindung zum britischen Kriegspremierminister Winston Churchill.“

Es ist nicht bekannt, wie die Bush und Prinz William auf diese Nachricht reagiert haben. Sicher ist: Sie befinden sich in großer Gesellschaft. Wenn man annimmt, dass Henry Spencer vor rund 550 Jahren lebte, dann hat er inzwischen so etwa 22 Generationen von Nachfahren – jeder mag sich selbst ausrechnen, wie viele andere „Verwandte“ von Bush, Prinz William und Churchill heute in den USA, Großbritannien und sonstwo in der Welt leben.

Das zeigt doch wieder einmal, welche interessanten und geradezu völkerverbindenen und mühelos Jahrhunderte überbrückenden Perspektiven die Genealogie bietet …(re)

Internet

Sowieso@irgendwas.de

Verlorene E-Mail-Adressen wiederbekommen

Wie oft liest man es in Mailinglisten: „Ich habe die E-Mail-Adresse eines Forscherkollegen nicht mehr! Kann mir jemand helfen?“ Oder noch schlimmer: „Nach einem Festplattencrash habe ich viele Daten verloren, auch das komplette Adressbuch. Wie komme ich jetzt wieder an die Adressen heran?“ Da hilft zunächst nur, einen kühlen Kopf zu bewahren. Und: keine Panik! Soo schlimm ist es in vielen Fällen gar nicht.

Nehmen wir einmal an, es handelt sich – zumindest zum Teil – um Personen, die Sie aus (genealogy.net-)Mailinglisten kennen. Dann können Sie sich auf der jeweiligen Listinfoseite unten mit Ihrer E-Mail-Adresse und Ihrem Passwort einloggen, um die Teilnehmerliste zu sehen. Eine Übersicht über die Listinfoseiten findet man unter http://list.genealogy.net .

Sucht man z.B. einen Teilnehmer der Austria-Liste, mit dem man vielleicht auch schon einmal privat korrespondiert und Daten ausgetauscht hat, dann ruft man die folgende Seite auf: http://list.genealogy.net/mm/listinfo/austria-l

Am unteren Ende der Seite muss die E-Mail-Adresse angegeben werden, mit der man dort eingeschrieben ist und das Passwort. So kommt man zur Teilnehmerliste. Hat man sein Passwort (auch) verloren oder vergessen, kann man es sich wieder zuschicken lassen, indem man in das Feld ganz unten seine E-Mail-Adresse eingibt und dann auf „Einstellungen ändern“ klickt. Hier steht nämlich: „Passwort vergessen?“ Drücken Sie diesen Knopf und es wird Ihnen an Ihre Listenadresse geschickt.

Vielleicht kommt man mit Hilfe der Teilnehmerliste aber noch nicht zum Ziel, da der Korrespondenzpartner eine Adresse nutzt, aus der sein Name nicht hervorgeht (wie zum Beispiel ruckizucki395@irgendwas.de) und weil er es versäumt hat, seinen richtigen Namen dort einzutragen, wo man (auch) die Einstellungen für die betreffende Liste vornimmt. In diesem Fall kann das Archiv weiterhelfen! Die Archive der genealogy.net-Listen sind neu gestaltet, man kann sich die Beiträge jetzt sortiert nach Datum, Betreff oder Autor anzeigen lassen. Man ruft also wieder die Listinfoseite auf und klickt auf „Archiv“. Einige Archive sind offen für die Allgemeinheit, andere Archive sind nur Listenteilnehmern zugänglich. Für geschlossene Archive werden wieder E-Mail-Adresse und Passwort gebraucht. Im Archiv klickt man einfach auf „Autor“ und findet so (hoffentlich!) den Betreffenden wieder. Es genügt ein Klick auf einen seiner Beiträge im Archiv. Ganz oben in der Zeile „From“ werden Name und E-Mail-Adresse angezeigt. (Hinweis: AOL-User tauchen in den Übersichten allerdings nur mit den Buchstaben auf, die vor dem @ in der E-Mail-Adresse stehen, nicht mit ihrem Realnamen. Hier hilft dann vielleicht das Erinnnerungsvermögen des Suchenden! Oder auch nicht …)

Andere Vereinsmitglieder kann man über die Mitgliederdatenbanken auf genealogy.net finden: http://db.genealogy.net

Zu umständlich? Man kann auch über die Liste fragen? Ja, das kann bzw. könnte man tun. Aber muss das wirklich in jedem Fall sein? Immerhin müssen das dann Hunderte von Leuten lesen und löschen. Was wäre, wenn eine große Anzahl von Teilnehmern solche Fragen öfter stellen würde? Würde jede E-Mail einen bestimmten Betrag kosten (analog zum Briefporto) würde man sich vermutlich sowieso länger überlegen, was man an Fragen verschickt und ob man mit ein wenig Anstrengung die Antwort nicht doch auch selbst finden könnte. Selbst ist der Mann (und die Frau erst recht …)! Im realen Leben sind wir doch auch alle gerne selbständig und unabhängig und stolz darauf, was wir alles aus eigener Kraft leisten können!

So weit – so gut. Und wenn es nun doch jemand ist, den man nicht aus Mailinglisten kennt? Dann sollte man sich fragen, wie man ihn kennengelernt hat. Kam der Kontakt über FOKO oder GedBas oder irgendeine andere Datenbank zustande? Dann wäre es ein gute Idee, dort noch einmal nachzusehen. Vielleicht nochmal bestimmte Familiennamen eingeben, nach denen man gemeinsam sucht?

Eine weitere Möglichkeit ist die Suche mit Suchmaschinen. Diese ist allerdings nur dann empfehlenswert, wenn man nicht nach Müller-Meier-Schulze sucht!

Wenn man weiß, dass die gesuchte Person hin und wieder in Newsgroups postet, gibt man ganz einfach den Vor- und Nachnamen im Suchfeld auf folgender Google-Seite an: http://groups.google.de Die Chancen, auf diese Art jemanden zu finden, sind natürlich viel größer, wenn die gesuchte Person keinen Allerweltsnamen trägt. Da das Newsgroups-Archiv mehrere Jahre zurückgeht, sollte man sich die Adresse von einem der aktuelleren Postings holen. Adressen, die vor einigen Jahren benutzt wurden, sind möglicherweise längst nicht mehr aktuell!

Ist man sich nicht völlig sicher, den richtigen Ansprechpartner wiedergefunden zu haben, schreibt man am besten erstmal eine höfliche Mail, in der man kurz erklärt, worum es geht.

Erst ganz am Schluss, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, sollte man auf spezielle E-Mail-Suchmaschinen zurückgreifen. Das ist in etwa so, als wenn man im wirklichen Leben zunächst einmal da sucht, wo man etwas verloren haben könnte (wenn man es denn weiß!) und erst dann zum Fundbüro geht.

E-Mail-Verzeichnisse findet man unter folgenden Adressen:

Interessant ist auch, einmal nach dem eigenen Namen zu suchen, in Suchmaschinen, in E-Mail-Verzeichnissen oder im Google-Newsgroups-Archiv. Bleibt nur zu hoffen, dass Ihnen beim Lesen Ihrer alten Postings nicht die Haare zu Berge stehen! (bw)


Blick zurück in die Frühzeit

Die Geschichte des Internets

… kann man am besten im Internet selbst nachvollziehen. Das Internetarchiv unter http://www.archive.org haben wir schon in einem der letzten Newsletter vorgestellt.

Es gibt viele weitere Internetseiten, die sich mit der Entwicklung des Mediums befassen, das unser aller Leben so sehr verändert hat.

Die Frühzeit des WWW von 1945 bis 1995 wird auf der Seite „A Little History of the World Wide Web“ stichwortartig aufbereitet: http://www.w3.org/History.html

Das World-Wide-Web-Museum von Gerd Klaassen vermittelt in Wort und Bild einen Eindruck von den Anfangsjahren des WWW:

  • Weitere Links (deutsche Seiten):

Software

Software-Neuheiten vom Genealogentag

Ages! und GENprofi-Stammbaum

Pünktlich zum Genealogentag in Bremen wurde das Final Release von Ages! 1.3 freigegeben. Neuerungen in diesem Release sind neben den bereits bekannten Funktionen:

  • verbesserter Umgang mit Gedcom-Spezifika von Fremdprogrammen
  • XP-ähnliche Oberfläche
  • umfangreiche Quellenverwaltung: Verwaltung von Quellverweisen und Standorten, Zuordnung von Notizen, und Medien
  • kleinere Verbesserungen des User-Interfaces.

Ages! bewegt sich trotz gesteigerter Leistungsmerkmale weiterhin innerhalb des definierten Gedcom-Standards; Download unter http://www.daubnet.com/german/ages.html

Ebenfalls pünktlich zum Genealogentag wurde die langerwartete Freigabe der Version 2.4 von GENprofi-Stammbaum bekanntgegeben.

Zu den interessantesten Neuerungen gehören:

  • neue OfficeXP-Style Oberfläche,
  • durchgängiges Drag&Drop,
  • neue graphische Ansichten (Nachfahren, Vorfahren, Sanduhr, T-Shirt und Krawatte),
  • neue graphische Gestaltungsmöglichkeiten (verschiedene Schrifttypen pro Kästchen, Bildgröße und Position konfigurierbar etc.),
  • volle UNICODE-Unterstützung unter Windows NT/2000/XP,
  • direkte Integration in den Windows Explorer und MS Office.

Die neue Version steht zum Download unter http://www.genprofi-stammbaum.net bereit. (vn)


So klappt´s mit GENprofi

Leitfaden zur Kirchenbuch-Datenaufnahme

GENprofi wird von vielen Genealogen wegen seiner gut organisierten Datenverwaltung geschätzt und mit Erfolg als Familienforschungsprogramm eingesetzt. Im Arbeitskreis Kirchenbuch-Datenaufnahme in der Oldenburgischen Gesellschaft für Familienkunde (OGF) wird dieses Programm nicht nur für die systematische Kirchenbuch-Datenaufnahme ganzer Kirchspiele und Landkreise genutzt, sondern auch für die Erstellung von Ortsfamilienbüchern. Als Band 1 in der neu geschaffenen Reihe D der Deutschen Ortsfamilienbücher, wird die OGF in diesem Jahr das von Herrn Hermann Oltmanns mit GENprofi erstellte Ortsfamilienbuch Varel mit 23213 Familien auf CD veröffentlichen.

Bei den GENprofi-Anwendern des Arbeitskreises hat sich im Laufe der Jahre ein reicher Schatz an Erfahrungen angesammelt, der von Friedrich Wragge zu dem „Leitfaden zur Kirchbuch-Datenaufnahme mit GENprofi; Familienzusammenstellung und Ortsfamilienbuch“ zusammenstellt wurde.

Der Leitfaden erscheint im Format DIN A4 und umfasst einschließlich Inhaltsverzeichnis und Sachwortregister 102 Seiten (mit 19 Anhängen). Die folgende Übersicht zeigt, dass der Leitfaden Themen aus der Praxis der Familienforschung behandelt. Zu den dabei auftretenden Fragen werden von der Arbeitsgruppe erprobte Lösungen angeboten, welche die Organisation der eigenen Arbeit erheblich erleichtern können.

Allgemeine Themen: alte Schriften, Ortssuche, Fachbegriffe, Forscherkontakte, Lesen von Kirchenbuch-Texten, Auswanderer, Landkarten, Ortsfamilienbücher, Bearbeitungsvorgänge, Ortsverzeichnisse.

GENprofi-Themen: Grundsätzliches über GENprofi, Familien- und Personeninformationen auf einen Blick, Verwaltung der Orte, Vornamen und Namen, Dateneingabe mit genauer Angabe der Bearbeitungsschritte, Vereinfachung der Dateneingabe, Fehlervermeidung, Löschen von Datensätzen ohne Risiko, Familienzusammenstellung, Datensicherung, Ausgabe der Daten.

Der Leitfaden kann unter der eMail-Adresse: Friedrich.Wragge@t-online.de für 10 Euro einschließlich Porto bestellt werden. (Dierk Feye, Leiter des Arbeitskreises Kirchenbuch-Datenaufnahme der OGF)

Vereine

Die Maus setzt Maßstäbe

54. Deutscher Genealogentag in Bremen – Teil 1

Der diesjährige Genealogentag fand zum zweiten Mal in Bremen statt. 1985 hatte die Maus, Gesellschaft für Familienforschung e.V., Bremen, schon einmal den Genealogentag ausgerichtet. Vielleicht ist es dem einen oder anderen noch in Erinnerung, dass damals unsere Zeitschrift Computergenealogie von den Gründern Roland und Marcus Gröber, Günter Junkers und Karl B. Thomas erstmals vorgestellt wurde und gleich einen guten Anklang fand. Manfred Nolde stellte sein Genealogieprogramm Genisys vor. Berichte darüber sind im zweiten Heft der Zeitschrift nachzulesen. Seitdem gibt es auf den Genealogentagen spezielle Computertage, beim jetzigen Genealogentag waren es der Samstag und Sonntag.

Da viele schon am Freitag anreisten, war die Eröffnungsveranstaltung im Haus Schütting, der Handelskammer gegenüber von Rathaus und Dom, gut besucht. Das Tagungsbüro im Erdgeschoss war bereits früh geöffnet, die freundlichen Damen der Maus bewältigen den Ansturm der Teilnehmer perfekt. Bei der Eröffnung begrüßten der Vorsitzende der Maus, Dr. Peter Ulrich und Dr. Ronger, 1. Syndikus der Handelskammer, als Gastgeber, sowie Bremens Bürgermeister Hartmut Perschau und Dr. Metzke als Vorsitzender der DAGV. Der Vortrag von Dr. Pawlik schilderte lebendig die Situation auf den hölzernen Segelschiffen, die ab 1848 von Bremen in die Neue Welt segelten und fast eine Million Auswanderer in weniger als 50 Jahren beförderten. In den winzigen Nussschalen waren bis zu 400 Reisende für 30 bis 60 Tage zusammengepfercht. Nach diesem Vortrag wanderte man in den gegenüberliegenden Ratskeller, um im stimmungsvollen Gewölbe ein rustikales Büffet einzunehmen. Ein Shanty-Chor und ein Redner, der herrliche genealogische Parodien zu erzählen wusste, waren die Unterhaltungseinlagen. Ein gelungener Abend und eine fröhliche Einstimmung.

Am Samstag musste man sich mehrfach teilen: Im Haus Schütting fanden die elf interessanten Vorträge und Sitzungen der DAGV und der AGoFF, AMF, der Zentralstelle, des Herolds, der FOKO-Betreuer und des Computergenealogie-Vereins statt. In den parallel stattfindenden Vorträgen konnte man mehr über die Auswanderung und die Quellen für die genealogische Forschung erfahren, aber auch über DNA-Genealogie, über Mikrofilm und Digitalisierung im Archiv. DAGV-Vorstandsmitglied Holger Zierdt konnte schöne Beispiele von digitalisiertem Archivmaterial ziegen. Diese Techniken werden in Zukunft für Genealogen eine immer größere Bedeutung erlangen. Am Samstag fand auch die DAGV-Mitgliederversammlung statt (Bericht in diesem Newsletter).

Der Sonntag wurde mit der Festveranstaltung in der herrlichen Halle des Alten Bremer Rathauses eingeleitet. Der Organisationsleiter und stellvertretende Vorsitzende der Maus, Rudolf Voß, konnte mitteilen, dass einschließlich der Tagesgäste 570 Teilnehmer gezählt wurden – eine Rekordzahl. In seinem Grußwort plädierte Dr. Metzke erneut für eine intsensive Diskussion der genealogischen Grundfragen. Der Vortrag des Vorsitzenden der Maus, Dr. Peter Ulrich, über Adolph Freiherr von Knigge (1752-1796), dessen Grab im Dom bewahrt wird, schilderte das Leben des Juristen und Philosophen, der seine letzten Jahre in Bremen verbrachte. Bürgermeister Dr. Henning Scherf sprach in seiner sehr persönlichen und frei gehaltenen Rede die Anwesenden sehr gut an. Am Ende übergab Herr Voß den Wappenteller an den nächsten Veranstalter, dem Verein für mecklenburgische Familien- und Personengeschichte.

Erst nach diesen Pflichtübungen gab es Zeit, auch einen Blick in die „Glocke“ neben dem Dom zu werfen. Dort waren die Anbieter von Computerprogrammen, Datenbanken (DAUSA und die Mormonen), Büchern und CDs (Degener-, Brockhaus-Verlag, Barth und Genealogie-Service.de, sowie die genealogischen Vereine CompGen, Maus, VFFOW, Uptalsboom, Beckedorf, GGHH, Männer vom Morgenstern, OSFA, OGF, GFF) in zwei großen Räumen und im Foyer untergebracht. Die angebotenen Genealogie-Programme waren: Ages, Ahnenchronik, Dynas Tree, GES-2000, GenPlusWin, GenProfi, GF-Ahnen. Auch eine Firma für DNA-Genealogie, Auftragsforscher, Schriftenleser, Zeichner von Tafeln und Reiseveranstalter für genealogische Reisen in die USA konnte man kontaktieren. Alle Anbieter hatten Gelegenheit, ihre Angebote auch in Kurzvorträgen vorzustellen. Diese Angebote waren kostenlos und zogen viele Interessenten an, die nur wegen der Austellung gekommen waren.

Die Teilnehmerzahlen sprengten alle Rekorde, die Organisatoren verdienen höchstes Lob für diesen gelungenen Genealogentag. Es wird schwer sein, diesen neuen Standard zu überbieten. Es sollte aber auch Ansporn für andere größere Vereine sein, über den eigenen Schatten zu springen, und den Genealogentag in ihrer Region zu veranstalten. (gj)


„Hut ab vor den Mäusen“

54. Deutscher Genealogentag in Bremen – Teil 2

Via Mailingliste haben wir Teilnehmer des Genealogentags aufgefordert, ihre Eindrücke zu schildern – hier ein Teil unserer „Ausbeute“.

Yvonne Hayward aus Köln schreibt: „Als relativer Neuling auf dem Gebiet der Ahnenforschung fand ich die Tagung wirklich klasse! Die Stammbäume von Herrn und Frau Rosenlechner waren sehr beeindruckend. Jeder war extrem hilfsbereit und offen. Ich würde mich sehr freuen, wenn mehr von unseren Nachbarländern dabei wäre. Obwohl ich wenig Persönliches über meine Familien erfahren habe, hat es mich sehr gefreut, so viele allgemeine Informationen über Ahnenforschung zu bekommen. Vielen Dank an alle, die ihre Zeit hierin investiert haben.“

Uwe Kerntopf aus Köln war am Freitag und Samstag dabei: „Gefördert durch das historische Ambiente der beiden Veranstaltungsgebäude Schütting und Glocke fiel es der Maus wohl nicht schwer, diesen auch perfekt zu organisieren und mit hochkarätigen Beiträgen zu bestücken. Die von mir besuchten Vorträge zum Thema Reproduktion/Digitalisierung am Samstag vormittag waren alleine schon die Anreise wert, der Vortrag bei der AGoFF-Sonderveranstaltung rundete die ganze Sache ab. Ich freue mich schon auf Schwerin.“

Sibylle Cremer aus Wegberg im Rheinland hatte „den Eindruck einer gut durchdachten Organisation. Die Infos über Genealogieprogramme waren ausreichend. Der Tag verging wie im Fluge bei Vorträgen, Infoständen und Kennenlernen von Mailinglistenteilnehmern. Arthur, Peter, Jesper, alle haben jetzt ein Gesicht bekommen. Das Programm hat mich für die vierstündige Anfahrt ganz entschädigt. Namensschilder für jeden Besucher fände ich nicht schlecht, sei es als einfacher Aufkleber. Wünschen würde ich mir einen Genealogentag im Ruhrgebiet oder im Köln-Aachener Raum.“

Dieter Mättig aus Unna war nur in der Ausstellung und nicht ganz zufrieden mit der Anordnung der Stände: „Vor allem fand ich es nicht gut, daß man keine Nischen gelassen hatte, in die man sich zum Gespräch zurückziehen konnte. So stand oder saß man davor, verengte den Durchgang, versperrte anderen den Blick und fühlte sich wenig eingeladen. Das Software- und Bücherangebot selbst hingegen war umfassend und erstreckte sich auf viele Interessengebiete.“

Harm Rieper war zum ersten Mal bei einem Genealogentag: „Es war eindrucksvoll und informativ. Gratulation den Mäusen und ihren Helfern, die diese Aufgabe so hervorragend gemeistert haben. Und trotzdem habe ich ein paar Anregungen für das nächste Treffen (u.a. folgende): Es fehlte m.E. die Möglichkeit des zwanglosen Kennenlernens. Ich hätte gerne den einen oder anderen persönlich kennengelernt. Vielleicht kann man beim nächsten Mal am Samstag vor dem Abendessen eine veranstaltungsfreie Zeit (also keine Versammlungen, keine Vorträge, keine Ausstellung) einplanen, in der man zu einem „Stehempfang“ einlädt, bei dem man mit einen Glas in der Hand durch die Menge schlendern und den einen oder anderen ansprechen kann. Trotzdem, Hut ab vor den Mäusen.“


Bessere Internetpräsenz

DAGV-Mitgliederversammlung

Auf der DAGV-Mitgliederversammlung am Rande des Genealogentags in Bremen konnte Dr. Metzke Vertreter von 34 Vereinen begrüßen. Drei neue Vereine wurden aufgenommen, der Roland zu Dortmund hatte seinen Austritt zurückgenommen. In seinem Bericht als Vorsitzender beklagte Dr. Metzke, dass die wichtigen Grundsatzfragen der Genealogie oft außerhalb der DAGV diskutiert würden. Deswegen hatte er einen Arbeitskreis am 16.3.2002 zusammengerufen, in dem diese Fragen diskutiert wurden. Ein Ergebnis dieser Sitzung ist der vorgelegte Kooperationsvertrag der DAGV mit dem Verein für Computergenealogie zur verbesserten Internetpräsenz der DAGV und ihrer Mitgliedsvereine. Ab 2003 können alle Vereine, die DAGV-Mitglied sind, die angebotenen Möglichkeiten (Zeitschrift, CDs, Webpräsenz und Datenbanken) kostenlos erhalten und nutzen, im CompGen-Verein werden sie beitragsfrei gestellt. Die Kosten werden durch einen geringen Anteil aus dem DAGV-Beitrag getragen.

Eine weitere Vereinbarung der DAGV mit Dr. Düsterdieck, Braunschweig, betrifft die Datenbank Familiengeschichtliche Bibliographie, die bereits 45.000 Titel enthält und kostenfrei ins Internet gestellt werden soll. Dr. Metzke berichtete über den Stand der Novellierung des Personenstandsgesetzes und über seine Gespräche hinsichtlich der Zentralstelle für Genealogie in Leipzig, die nicht mehr als selbstständige Stelle besteht, sondern in das Sächsische Staatsarchiv Leipzig integriert ist. Die DAGV-Mitgliedschaft wird vom Archiv bzw. dem zuständige Ministerium weitergeführt. Seit 2000 hat die Zentralstelle nicht mehr die Aufgabe der systematischen Ergänzung des Bestandes, sondern sie sammelt weiterhin „passiv“ Ahnenlisten und Bücher.

Die weiteren Berichte der Sonderbeauftragten (von Leesten für das DAGV-Archiv, Professor Stoyan über den Internationalen Kongress in Dublin, Peter Wessel für die Forscherkontakte), des Schatzmeisters und der Kassenprüfer wurden zügig abgehandelt, so dass die Entlastung des Vorstandes, Wahlen eines Kassenprüfers und von drei neuen Beiratsmitgliedern schnell vonstatten gingen. Für die Vorträge, die auf den zukünftigen Genealogentagen gehalten werden, ist ein Sonderband geplant. Der nächste Genealogentag findet vom 19.-22.09.2003 in Schwerin statt, 2004 in Leonberg. (gj)


Visitenkarte

Oldenburgische Gesellschaft für Familienkunde (OGF)

Die im Jahre 1927 gegründete Oldenburgische Gesellschaft für Familienkunde hat sich zur Aufgabe gemacht, die im ehemaligen Lande Oldenburg tätigen Genealogen und die an der Familiengeschichte interessierten Personen, die ihre Ahnenheimat im Oldenburgischen haben, zusammenzuführen und sie bei ihrer Arbeit zu fördern. Die Gesellschaft hat jetzt etwa 380 Mitglieder. Sie ist eine Fachabteilung im Oldenburger Landesverein für Geschichte, Natur- und Heimatkunde e.V., seit 1961 auch Fachgruppe der Oldenburgischen Landschaft.

In diesem Jahr feiern wir unser 75-jähriges Jubiläum mit einer Ausstellung im Stadtmuseum Oldenburg. Diese Ausstellung läuft noch bis zum 20. Oktober 2002.

Seit 1966 ist Wolfgang Büsing der Vorsitzende der Gesellschaft. Er hat sich durch zahlreiche Veröffentlichungen und Vorträge sowie durch seine tatkräftige Mitarbeit im Vorstand der DAGV weit über die Grenzen Oldenburgs hinaus einen Namen gemacht.

Viermal jährlich erscheint unsere Zeitschrift Oldenburgische Familienkunde; sie behandelt ein breites Spektrum von Forschungsergebnissen und quellenkundlichen Arbeiten und gibt damit, wie auch unsere Vorträge, Anregungen für die eigene Forschungsarbeit.

Über unsere vereinsinterne Mailing-Liste (OGF-L) fördern wir den Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedern. Im Internet stehen unseren Mitgliedern wichtige genealogische Informationen zur Verfügung, z.B.

  • ein Register zu familienkundlichen Daten über oldenburgische Familien;
  • oldenburgische Quellen zur Familiengeschichte, wie z.B. Mannzahlregister, Steuerlisten, Eheverträge;
  • Auswandererdateien und Bürgeraufnahmen.

Wir unterhalten eine umfangreiche Fachbücherei im Niedersächsischen Staatsarchiv Oldenburg, Damm 43. Diese Fachbücherei kann dort während der Dienststunden benutzt werden. Sie enthält neben Fachzeitschriften und heimatkundlicher Literatur insbesondere Forschungsergebnisse anderer Forscher, die ihre Arbeiten hier hinterlegt haben. Zur häuslichen Vorbereitung haben wir ein Bücherverzeichnis der OGF erstellt, das auf 300 Seiten 5.000 Titel enthält.

In der Zeit von Oktober bis April organisieren wir jedes Jahr eine sechsteilige Vortragsreihe, die sich mit genealogischen und heimatkundlichen Themen befasst und den Hörern viele Anregungen für die eigene Arbeit bietet. Die Vorträge finden jeweils Sonnabend nachmittags um 16 Uhr statt, und zwar im Kulturzentrum PFL, Peterstr. 3 in Oldenburg. Das Programm ist auch auf unserer Homepage einzusehen.

Außerdem bemühen wir uns um die Erschließung genealogischer Quellen. Der Arbeitskreis Kirchenbuchverkartung unter der Leitung von Dierk Feye ist dabei, die ev.-lutherischen Kirchenbücher zu verkarten. Die erste CD mit dem Kirchspiel Varel wird in diesem Jahr herausgegeben.

Ein weiterer Arbeitskreis Quellenerschließung ist dabei, bisher nur handschriftlich vorliegende und schwer lesbare Dokumente zu übertragen und eventuell zu veröffentlichen.

Mitglieder des Vereins geben in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Staatsarchiv Oldenburg Kurse in Familienforschung an den Volkshochschulen Oldenburg und Ammerland.

Eine Übersichtskarte auf unserer Homepage ( ) zeigt den von der OGF betreuten Bereich mit Kirchspielen, wie sie um 1814 bestanden. Kontakt: Wolfgang Büsing, Lerigauweg 14, 26131 Oldenburg, Email: Gdiers9488@aol.com Homepage:

Medien

Neue Totenzettel-CDs

Südliche Niederlande und linker Niederrhein

Die Niederländische Genealogische Vereinigung, Abteilung Süd-Limburg, hat im Oktober 2001 erstmals ihre Totenzettelsammlung auf einer CD herausgebracht. Diese CD enthält die genealogischen Daten aus 127.575 Totenzetteln im PDF-Format, der Acrobat Reader wird natürlich mitgeliefert.

Die Textdateien sind in Tabellenform angelegt. Enthalten sind: Familienname, Vornam(en), Geschlecht, Geburtsdatum, Geburtsort, Sterbedatum, Sterbeort, Partner-Name, Partner-Vorname, Anmerkungen, Sammlung. Neben der dreisprachigen Einleitung (niederländisch, deutsch, englisch) gibt es zwei Dokumente mit Namen “Bestand op Overledene” (Verstorbene) und “Bestand op Partner” (Partner). Nur der “Bestand op Overledene” mit 3753 Seiten enthält auch einen Index über alle Worte (nicht nur Familiennamen), die durchsucht werden können mit dem kleinen Fernglas-Piktogram (Volltextsuche) in der Menüzeile des Acrobat Readers. Die Datei “Bestand op Partner” ist eigentlich nur nützlich zum Ausdruck einer Liste, die nach den Familiennamen des Partners sortiert ist.

Die größte Zahl der Sammlung enthält natürlich Limburger Totenzettel, aber es sich auch beträchtliche Mengen aus Brabant (Tilburg), Belgien (Maaseik) und den deutschen Grenzgebieten enthalten. Auch viele Niederländer aus den nördlichen Landesteilen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Arbeiter in die Kohlengruben kamen, sind hier zu finden.

Die CD kann man bestellen durch Übersendung von 12,50 EUR plus 1,85 EUR Verpackung und Versandkosten an A.J.Griens, Brikkebekker 32, NL-6372 DP Landgraaf, E-Mail: griens@freeler.nl. Siehe auch: http://www.gendawin.nl/. Informationen über die Abteilung Süd-Limburg der Niederländischen Genealogischen Vereinigung gibt es unter

In zweiten Auflage erschien im September 2002 die erweiterte Totenzettel-Sammlung von Leni van Heukelum mit inzwischen ca. 19.000 Personendaten und 7.500 Familien bei Gen_Plus Gisbert Berwe (http://www.genpluswin.de). Bearbeiter ist Peter W. Lohmann (pwlahnen@web.de) aus Emmerich, der die Sammlung der im April 2001 in Mehr bei Kranenburg verstorbenen Sammlerin mit dem Ziel verkartet hat, möglichst vollständige Familiendaten abzuliefern. Die Sammlung wurde ergänzt u.a. von Hedwig Liebeton und durch die Auswertungen von Helmut Redlich, dessen 1986 erschienen Manuskript im Mosaik-Archiv in Kleve einsehbar ist. Die Herkunft der Totenzettel ist überwiegend der linke Niederrhein von Bedburg/Erft bis Emmerich mit dem Schwerpunkt Kleve/Kranenburg, aber auch dem Münsterland und den Niederlanden. Die Familie Heukelum ist auch mit Daten von der Insel Nordstrand vertreten. Im Register der Quellen sind zahlreiche weitere Sammlungen und auch genealogische Ausarbeitungen genannt, die dazu führten, dass der Autor sehr umfangreiche Familiendaten liefern konnte. Er hat alle Daten in das Programm Gen_Plus Win eingegeben, so dass alle Verknüpfungen dargestellt und ausgedruckt werden können. Auf der CD ist eine Sonderversion des Programms enthalten, die sich leicht installieren lässt. Wer eine Vollversion des Programms besitzt, kann die Daten auf seine Festplatte kopieren und von dort alle Funktionen des Programms nutzen. Wer die Sonderversion des Genealogieprogramms nicht nutzen will, der kann alle gespeicherten Informationen auch in Form einer RTF-Datei lesen, die von den meisten Windows-Textverarbeitungsprogrammen verarbeitet werden kann. Aber Achtung, wer alles ausdrucken will muss mit ca. 25.00 Seiten rechnen!

Diese CD (Voraussetzung: Windows 95 oder höher) geht in der angebotenen Form weit über das hinaus, was in der Limburger CD angeboten wird. Die niederländischen Daten umfassen das absolute Minimum an Information, meist sogar noch weniger als in den „80 000 Totenzetteln aus Rheinischen Sammlungen“ von Herbert M. Schleicher veröffentlicht wurde.

Dort wurden wenigstens alle genealogisch relevanten Daten mit verarbeitet. Weil Peter W. Lohmann über den Inhalt der Totenzettel hinaus weitere Daten (mit genauen Quellenangaben!) hinzugefügt hat, verdient seine Arbeit das höchste Lob.

Bestellung nur bei Gen_Plus Gisbert Berwe, Schulstr. 4, 71726 Benningen, durch Vorauszahlung auf Konto: 073881 Sparda-Bank Baden-Württemberg (BLZ 600 908 00) E-mail: Berwe@web.de oder auf der Homepage http://www.genpluswin.de . Der Preis beträgt 18 EUR (inkl. Porto/Verpackung, im Ausland 20,50 EUR). (gj)

Kaleidoskop

Nach Kleve und Venlo

Zwei regionale Genealogentage

Die Familienkundliche Vereinigung für das Klever Land e.V. Mosaik und die Abteilung „Overkwartier van Gelre“ der Niederländischen Genealogischen Vereinigung (NGV) organisieren am 5 Oktober 2002, 10 bis 16 Uhr, einen grenzüberschreitenden Genealogentag in der Stadthalle Kleve. Gleichzeitig feiert die Vereinigung Mosaik ihr 15-jähriges Bestehen. Der Tag wird von der Euregio Rijn-Waal finanziell unterstützt. 43 niederländische und deutsche Vereine, Archive und Gruppierungen nehmen ebenso teil wie Antiquariate, Buchhändler und Heraldiker. Neben der Ausstellung werden an diesem Tag auch zwei Vorträge mit interessanten Themen zu Themen der Familienforschung und Heimatforschung erwartet. Der Eintrittspreis für Besucher beträgt 2,50 EUR. Weitere Auskunft bei Lucien Pijper (Tel. 077 – 472 20 68) E-Mail: pijper@wihmail.net

Zwei Vorträge und 45 Aussteller erwarten die Besucher des 8. Limburger Genealogentags am 9. November in Venlo. Die Stände präsentieren Bücher, CDs, Daten u.a. von: Centralbureau voor Genealogie, Bezirksgruppen der Niederländischen Genealogischen Vereinigung (NGV), Genealogie ohne Grenzen, Historische Vereine, Anbieter von Genealogieprogrammen (Pro-Gen, Haza-Data, GensData). Aus Deutschland sind vertreten: die Westdeutsche Gesellschaft für Familienkunde, die Heinsberger Mailingliste, Mosaik Familienkundliche Vereinigung Klever Land und der Historische Verein für Geldern und Umgegend.

Weitere Auskunft: Frau P.H.M. Thijssen-Schouten, Molenveldweg 57, NL-5975 Sevenum, Tel. 077-4672684 E-Mail: tieske@conceptsfa.nl. Veranstaltungsort: Maaspoort, Oude Markt 30, Venlo (in unmittelbarer Nähe der Innenstadt), Öffnungszeit: 10 – 16 Uhr, Eintritt: 4 EUR, im Preis ist auch ein Programmheft enthalten. (gj)


Terminkalender

Für den Monat Oktober sind 22 genealogische Termine in Bayreuth, Berlin, Bremen, Dortmund, Germeringen, Hamburg (4x), Hanau, Herrenberg , Kleve, Köln, Kommern, Münster, Nürnberg, Osnabrück, Paris, Randersacker, Rickling und Sindelfingen im „genealogischen Kalender“ eingetragen. Die Inhalte der Veranstaltungen, sowie Uhrzeiten, Ortsangaben und Veranstalter finden Sie unter http://www.genealogy.net/gene/kalender.html (as)