Newsletter 2006/08

Internet

Neue Ortsfamilienbücher online

Teufelsmoor

Unter http://www.online-ofb.de/teufelsmoor stellt Bernd Salewski eine Familiendatenbank zur kostenlosen Online-Abfrage zur Verfügung. Bernd Salewski betreut daneben auch noch die Online-OFBs Lavelsloh und Stuhr, die ursprünglich von Volkmar Häseker erarbeitet wurden, der aber leider im letzten Jahr verstorben ist.

Das Teufelsmoor erstreckt sich südöstlich von Bremen bis Bremervörde. Es wird umrahmt von den Kirchspielen Trupe/Lilienthal, St. Jürgen, Ritterhude, Osterholz, Scharmbeck, Hambergen, Kuhstedt, Bremervörde, Gnarrenburg, Wilstedt, Grasberg, Worpswede.

Die Datenbank entstand aus der eigenen Forschung des Verfassers sowie aufgrund der Forschungsergebnisse von Gerrit Aust, Hamburg, der in jahrelanger Arbeit viele Orte des Teufelsmoores verkartet hat und von Peter Schulz, Osterholz-Scharmbeck, der die Chronik Hülseberg verfasst hat.

Es sind zurzeit 26.735 Personen in über 6000 Familien erfasst.

Bösing, Grünau, Limbach, St. Georgen

Norbert Gschweng (Mitglied des Pommerschen Greif), der bereits das Online-OFB Ratzerdorf bearbeitet, hat wieder eine neue Familiendatenbank zur Verfügung gestellt: Bösing, Grünau, Limbach, St. Georgen (nordöstlich von Pressburg) http://www.online-ofb.de/boesing

Nördlich des heutigen Bratislava an den Hängen der kleinen Karpaten gelegen, gab es eine Vielzahl von Städten und kleineren Gemeinden, die die Heimat einer großen Anzahl deutscher Familien, meist Weinbauern, war.

Zu diesen Orten zählten auch die Orte Bösing (slowakisch: Pezinok, ungarisch:Bazin), Grünau (slowakisch: Grinava, seit 1947 Myslenice, ungarisch: Grinád), Limbach (slowakisch: Hlinik, seit 1957 wieder Limbach, ungarisch: Limpak) und St. Georgen (slowakisch: Sväty Jur, seit 1960 Jur pri Bratislave, ungarisch: Szentgyörgy).

Die nun veröffentlichte Datenbank stellt den Anfang einer vollständigen Verkartung der Kirchenbücher der Deutschen Evangelischen Gemeinden Augsburger Bekenntnisses für diese Orte dar. Die Arbeit ist noch nicht abgeschlossen, aber der bisherige Datenbestand rechtfertigt bereits eine Veröffentlichung (z.Z. 14.778 Personen).

Norbert Gschweng hat auf der Startseite eine umfangreiche Liste der aus diesem Gebiet existierenden Kirchenbücher in verschiedenen Archiven in Deutschland und der Slowakei hinzugefügt.

Wolkendorf

Hans Hermannstädter hat die Daten für die Veröffentlichung eines Online-OFBs für Wolkendorf bei Kronstadt (Siebenbürgen) zur Verfügung gestellt:

http://www.online-ofb.de/wolkendorf

Zitate von der Startseite:

Dort, wo die Karpatenkette von Westen einem Bogen in nordöstlicher Richtung folgt, umschließt sie ein Land mit zahlreichen Wehrburgen, die seit dem Mittelalter als Wehr gegen Eindringlinge von Ost und Süd, vom Deutschen Ritterorden und deutschen Siedlern gebaut wurden, um das Land zu verteidigen. Im südöstlichsten Zipfel dieses Landes genannt Siebenbürgen (rum. Transilvania, ung. Erdely) umringt vom Zeidener Berg, Schuler, Butschetsch und Königstein liegt das Hochland Burzenland. Der Fluss Burzen (rum. Bârsa) durchquert das Land von Süd nach Nord und verleiht ihm den Namen Burzenland (rum. Tara Bârsei). Im Südwesten dieses Hochlandes liegt die Gemeinde Wolkendorf (rum. Vulcan, ung. Szász Volkány.)

Damit die einzigartig jahrhundertealte Hinterlassenschaft nicht verloren geht, hat die Wolkendorfer Heimatortsgemeinschaft (HOG, oder HG) die Kirchenmatrikel kopieren lassen, um eine Auswertung für familien- und heimatgeschichtliche Forschung, sowie die Erstellung eines Ortsfamilienbuches, zu ermöglichen. Die vorliegende Zusammenfassung sämtlicher Matrikeln der evangelischen Kirchengemeinde Wolkendorf seit 1710 sowie Eintragungen aus der „Beschreibung des Kirchenlandes im Jahre Christi 1680“ und auch Mitteilungen von in aller Welt lebenden Vereinsmitglieder, bezweckt eine möglichst lückenlose Erfassung, Darstellung und weitere Verarbeitung der genealogischen Daten.

1994 wurden die ersten Daten im Rahmen der HG Wolkendorf von Hans Hermannstädter in Immendingen zusammengetragen und im Computer gespeichert. Mit freundlicher Unterstützung von Dechant Klaus Daniel aus Wolkendorf konnten die Originalmatrikeln der Kirchengemeinde Wolkendorf fotokopiert, und die Kopien nach Deutschland gebracht werden.

Familiendatenbank Kernein

Die Daten für ein weiteres „Online-OFB“ stammen von Gerd Schmerse und betreffen den Ort Kernein im Kreis Landsberg/Warthe (Neumark): http://www.online-ofb.de/kernein

Gerd Schmerse schreibt dazu:

„Dieses Ortsfamilienbuch ist keines: es ist eine Personenliste – eine Liste von 1673 Personen, die alle nach meinem Wissen zwischen 1500 und 1945 in Kernein, Kr. Landsberg/Warthe, in der Neumark lebten; ein Ort, der vor 1945 etwa 525 Einwohner hatte. Die Quellen sind meine privaten Ahnenlisten, Einwohnerlisten zu verschiedenen Zeiten, Mahlgast- und Steuerlisten, Titel von Grundakten und dergleichen mehr, jedoch keine vollständigen Grundakten und insbesondere keine vollständig ausgewerteten Kirchenbücher und Standesamtsregister.

Die Daten der Personen sind teils belegt, teils mündlich überliefert, teils berechnet, vermutet oder anderweitig konstruiert (jeweils mit entsprechender Quellenangabe gekennzeichnet) – kurzum, es ist eine Sammlung unterschiedlichster Qualität, der jeder ernstzunehmende Genealoge eigentlich ein Weihwasserkesselchen entgegenrecken müßte…

Diese Sammlung hat nur eine einzige Berechtigung hier zu stehen: es ist mein aktueller Kenntnisstand – jeder, der es besser weiß, ist aufgerufen, mir Korrekturen mitzuteilen, und damit beizutragen zu dem Ziel, daraus einmal das entstehen zu lassen, worunter es hier eingeordnet ist: Ortsfamilienbuch Kernein.“

Online-OFBs jetzt auch in weiteren Sprachen

Kurz vor der Veröffentlichung des 100. Online-OFBs konnten noch drei neue Sprachversionen installiert werden. Damit liegen die Navigations- und Hilfetexte der Online-OFBs in der neuen Layout-Version jetzt komplett in sieben Sprachen vor.

Trudy Ohm aus Marbella hatte freundlicherweise die Übersetzung ins Spanische, Istvan Maleth aus Ungarn (durch Vermittlung von Norbert Gschweng) die ins Ungarische übernommen, während Harald Lienert (Bearbeiter der OFBs Hamruden und Katzendorf) die rumänische Version liefern konnte.

Somit liegen die neueren OFBs und Familiendatenbanken jetzt in Deutsch, Englisch, Französisch, Schwedisch, Spanisch, Ungarisch und Rumänisch vor. (Herbert Juling,

Im Laufe der Zeit müssen jetzt natürlich die kompletten Einstiegsseiten in die unterschiedlichen Sprachversionen übersetzt werden. Freiwillige Übersetzer melden sich bitte bei Herbert Juling (juling@lesum.de).

Software

Kleines Hilfsprogramm

MyGedCon zur Erzeugung einer genealogischen Homepage

Mit dem kleinen kostenlosen Hilfsprogramm MyGedCon kann aus Gedcom-Dateien automatisch eine genealogische Homepage erstellt werden.

Der Ansatz der Software ist etwas anders als sonst. Bei MyGedCon werden eine GedCom- sowie eine Formatdatei hinterlegt. Die Formatdatei entspricht dem Layout, in dem die Homepage erstellt werden soll. Die Gedcom-Datei liefert die Familienforschungsdaten, aber MyGedCon nimmt zusätzlich weitere wichtige Informationen auf wie lokale Zeittafeln, Chroniken, Kirchenbuchdaten, Ortsdaten, eigene Berichte.

Wie geht das? MyGedCon arbeitet wie ein Kochtopf. Alles was man verwenden möchte, wird mittels Drag&Drop nach MyGedCon gezogen und in einen so genannten „Chronikordner“ kopiert. Ebenfalls können weitere Texte in MyGedCon bestimmten „Themen“ zugeordnet werden.

Zur Darstellung der Familienforschungsdaten können folgende Listen in die Homepage eingebunden werden, die jeweils untereinander mit Hyperlinks verlinkt sind:

  • Orte
  • Geburtsorte
  • Heiratsorte
  • Sterbeorte
  • Begräbisorte
  • Tauforte
  • Ortsindex

Weiterhin können eine Nachnamenliste und ein Nachnamensindex mit einer Auflistung aller Personen erstellt werden. Optional können Alben, Chroniken und Statistiken erstellt werden. Je Person gibt es weiterhin die Möglichkeit, Notizen, Multimedia-Daten, Chroniken, eine Ahnenbaum- oder Familienansicht sowie Stammansichten ausgeben zu lassen. Ein CD-Starter wird mit dem Programm mitgeliefert, so dass automatisch startende CD-Präsentationen der Familiendaten erstellt und weitergegeben werden können.

Systemanforderungen: Das Progamm MyGedCon wurde für Windows NT-Systeme (NT, 2000, XP) erstellt. Als Rechnersystem wird ein PC mit mindestens 1GHz-CPU und 128 MB Ram Speicher empfohlen.

Die Softwareentwicklung wurde vor zwei Jahren begonnen, da es „damals keine Software gab, welche meine Anforderungen erfüllen konnte“, wie der Softwareautor sagt. Heute liegt das Programm nun in einer Version 0.9 vor, die der Hersteller auch gerne anderen interessierten Familienforschern zur Verfügung stellen möchte.

MyGedCon kann kostenlos von der URL http://people.freenet.de/mygedcon geladen werden, man benötigt allerdings noch einen Lizenzschlüssel, den man direkt beim Autor der Software erhält. (kpw)

Wissen

Katholische Leichenpredigten

Auf der Website IngentaConnect wird eine Veröffentlichung mit dem Titel „Die katholische Leichenpredigt der frühen Neuzeit“ vorgestellt.

Die Autoren beschäftigen sich mit einer Gattung, die es in der katholischen Kirche eigentlich nicht geben dürfte. Als protestantische Praxis waren Leichenpredigten in der katholischen Kirche verboten. Zwölf interdisziplinäre Studien beschäftigen sich mit den unterschiedlichsten Aspekten dieser in der katholischen Welt aber sehr wohl vorhandenen Gattung. Interessant für Genealogen ist die über obige Seite zu öffnende PDF-Datei, die zwei Sammlungen – Stiftsbibliothek Klosterneuburg und Universitätsbibliothek Eichstätt – erschließt.

In der Datei findet man in alphabetischer Reihenfolge sämtliche Namen der Verstorbenen, Leichenprediger, Verfasser von Trauerlyrik, Widmungsträger, Auftraggeber und Zensoren in verschiedensten Zusammenstellungen aufgelistet. Interessant für Genealogen ist auch die Auflistung der Drucker und Verleger samt Druck- und Verlagsorten sowie die Liste der Illustratoren. Die Texte der Leichenpredigten sind nicht enthalten. (Renate Fennes)

Veröffentlichung in:
Chloe: Beihefte zum Daphnis, „Oratio Funebris. Die Katholische Leichenpredigt der frühen Neuzeit. Zwölf Studien“
Autoren: Birgit Boge; Ralf Georg Bogner. Herausgegeben von B. Boge und R. G. Bogner, pp. 779-844(66).

Medien

Materialien zur Geschichte der Neumark

Neue CDs erschienen

Es gibt gleich zwei neue CDs aus der Reihe „Materialien zur Geschichte der Neumark“:

Zum einen (endlich!) den lange fälligen dritten Jahresband (für das Jahr 2005) mit allen Webseiten der Neumark, dem Archiv der Neumark-Liste, etlichen Artikeln und interessanten Schriften zu Brenkenhofsfleiß, Neuwedell/Wedel und Vietz.

Zum anderen im vierten Sonderband (S4) die als „Sonderveröffentlichungen“ des Vereins für Geschichte der Neumark erschienenen Bände „Geschichte der Neumark in Einzeldarstellungen“, die insbesondere das umfangreiche Werk von Paul v. Nießen enthalten.

Die CDs können direkt bestellt werden zum Kostenbeitrag von je 9,95 EUR (plus Verp./Porto 1,70 EUR) unter der Adresse schmerse@t-online.de oder auch über die Webseite

Zum Inhalt:

Neumark CD Materialien 3 (M3)

Bücher:

  • Brenkenhofsfleiß: Kleber, Otto: Die Geschichte eines Warthebruch-Dorfes. Selbstverlag, Landsberg/W., 1925 (180 S.)
  • Vietz: Die Chroniken von Vietz. Drei Fassungen von N.N., F. Pfeiler und Max Jacob
  • Wedel: Brzustowicz, Grzegorz Jacek: Die Zeit der Wedel (Czasy Wedlów). Geschichte der Stadt Neuwedel und Tütz zur Zeit der Familie von Wedel

diverse Artikel

Karten und Bilder:

  • Ortspläne: Blumenfelde, Schlanow, Trebitsch mit Einwohnerlisten

Webseiten:

  • Neumark-Liste: Mailingliste Neumark-L: Die Webseiten einschließlich Datenbank mit etwa 360.000 Einträgen

Archiv:

  • Neumark-Liste: Mailingliste Neumark-L: Das Archiv. 17.391 Beiträge aus den Jahren 2000 bis 2005.

Neumark Sonderband 4 (S4)

Schriften des Vereins für Geschichte der Neumark Geschichte der Neumark in Einzeldarstellungen

Band 1: Schwartz, Prof. Dr. Paul: Die Neumark während des dreißigjährigen Krieges.

Erster Teil: 1618-1631
Landsberg/W., 1899
1. Die Zeit der Neutralität.
2. Der Krieg.
3. Die Zeit der Einquartierungen.
4. Die Schweden als Befreier.

Zweiter Teil: 1631-1653
Landsberg/W., 1902
1. Im Bunde mit Schweden.
2. Die Schweden als Feinde.
3. Waffenstillstand und Friede.
4. Die Wirkungen des Krieges.
Anhang (Consultatio, Von den Landtagen, Kriegswesen, Von den Städten, Münzwesen, Gerichtswesen, Aus dem letzten Willen des Georg Christoph von der Goltze auf Kürtow (um 1648), Die Erbhuldigung an Schweden.)

Band 2: von Nießen, Paul: Geschichte der Neumark im Zeitalter ihrer Entstehung und Besiedlung. (Von den ältesten Zeiten bis zum Aussterben der Askanier.) Landsberg/W., 1905

Einleitung
I. Die äußeren Schicksale der Neumark vor Beginn der neumärkischen Besitzergreifung
II. Die slavischen Zustände bei Beginn der deutschen Einwanderung
III. Die Erwerbung der Neumark durch die Askanier
IV. Die allg. Verhältnisse der Neumark ums Jahr 1300

(Gerd Schmerse)


AMF-Neuerscheinungen

Neuerscheinungen in der AMF-Reihe „Mitteldeutsche Ortsfamilienbücher“:

  • MOFB-32: Zahn, Andrei: Familienbuch Dornburg/Saale – Teil 2, 25,00 EUR
  • MOFB-33: Bartels, Kurt: Familienbuch Drackenstedt/Ohrekreis, 18,00 EUR
  • MOFB-34: Bartels, Kurt: Familienbuch Eschenrode/Ohrekreis, 15,00 EUR
  • MOFB-35: Bartels, Kurt: Familienbuch Uthmöden u. Zobbenitz/Ohrekreis, 23,00 EUR
  • MOFB-36: Bartels, Kurt: Familienbuch Neuenhofe u. Vahldorf/Ohrekreis, 20,00 EUR

Neuerscheinung in der Schriftenreihe der AMF:

  • Heft 176: Martin Bauer: Register der Traubücher der ev. Reglerkirche in Erfurt (1749 – 1815). Preis: 10,80 EUR

Informationen zur gesamten Reihe und Bestellmöglichkeiten finden Sie am elektronischen Büchertisch der AMF unter: http://amf-versand.de

(Günther Unger)

Kaleidoskop

Termine

Für den Monat August sind 17 genealogische Termine in Ankum (Landkreis Osnabrück), Baesweiler, Bensheim, Buxtehude (Landkreis Stade), Düsseldorf, Edmonton (Canada), Essen, Haltern am See (Kreis Recklinghausen), Hamburg , Hannover (2x), Herrenberg, Kassel, Langenfeld (Gostyniner), Münster, Osnabrück und Wegberg im „genealogischen Kalender“ eingetragen.

Die Inhalte der Veranstaltungen sowie Uhrzeiten, Ortsangaben und Veranstalter finden Sie im Genealogischen Kalender.