Matrikel der Münchener Universität 1800 bis 1946 mit DES erfassen
KI macht’s möglich: Die Matrikel der Universität München werden nun vollumfänglich mit DES (DatenEingabeSystem) erfasst. Das betrifft die Jahre 1800 bis 1946. Das Projekt erweitert damit das Erfassungsprojekt der Münchner Matrikel vom Sommersemester 1938, das über 10 Jahre brach gelegen hatte und kürzlich dank Transkribus und einem Großen Sprachmodell beendet werden konnte (der CompGen-Blog berichtete).

1803 Student an der Universität Landshut (Gemälde von Angelika Kaufmann,
Neue Pinakothek München, gemeinfrei)
Zur Historie der Matrikel
Die LMU hat die Matrikel ab der Landshuter Zeit digitalisiert und mit erfasstem Text belegt. Bis 1919 finden sich die Einträge der Studierenden in einem Buch gemeinsam mit denen der Professoren und übrigen Angehörigen. Aufgrund seiner schlechten Qualität ist es jedoch nicht zu gebrauchen. Daher ist eine Kompletterfassung mit dem DES nötig.
Die heute als Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) bekannte Einrichtung wurde 1472 in Ingolstadt als „Universität Ingolstadt” gegründet. Wegen der französischen Bedrohung zog sie 1800 nach Landshut um und heißt ab 1802 Ludwig-Maximilians-Universität Landshut. Erst 1826 wurde die Einrichtung endgültig nach München verlegt und heißt seitdem LMU München.
Die Matrikel lassen sich am besten als Adressbücher der Studierenden bzw. Studenten (die Bezeichnung wechselt 1920) vorstellen: Alphabetisch sortiert und mit Wohnadresse, doch statt Berufen erscheinen die Studiengänge.
Mit diesem Vorhaben wird eine sehr lange Zeitreihe von Studierendenlisten erfasst, wodurch ein wertvoller Datenschatz auch für die Bildungs- und Sozialforschung entsteht.
Helfer für die Korrekturen gesucht
Bei dem Projekt wurden die Scans mit Texten vorbelegt. Sie wurden mit der Texterkennungssoftware „Transkribus” erkannt und mit einem Großen Sprachmodell in die Felder „Vorname“, „Nachname“, „Adresse“, ggf. „Wohnort“ und – abgekürzt – „Studiengang“ aufgeteilt. Hier können Fehler vorkommen, weswegen Menschen gebraucht werden, die die Einträge überprüfen und ergänzend bearbeiten. Übrigens eine gute Gelegenheit, sich im Lesen der Frakturschrift einzuüben!
Die Startseite des DES-Projekts ist hier im Genealogienetz zu finden. Die Editionsrichtlinien dafür sind auf der GenWiki-Seite München/Ludwig-Maximilan-Universität/Universitätsmatrikel zu finden. Wenn diese Richtlinien gelesen sind, kann man zur DES-Seite gehen. Falls noch kein Benutzerkonto besteht, muss man sich erst (kostenlos) registrieren.
Freiwillige können dann zuerst die orangenen Einträge überprüfen, korrigieren und an die richtige Stelle verschieben. Dazu am besten unten rechts anfangen. Fehlende Einträge müssen nachgetragen werden. Gelegentliche Fehler sind „f“ statt „s“ oder falsche Straßennamen. Die Arbeitsweise ist einfach und vergleichbar mit den vorab automatisch gelesenen Verlustlisten oder den Verwundetenlisten Österreich-Ungarns des Ersten Weltkrieges. Nur gelegentlich müssen neue Einträge erstellt werden.
Macht mit, dieses bereits im Jahr 2015 gestarteten Erfassungsprojekt nun zum Abschluss zu bringen, damit die Daten für die Familien- und Ahnenforschung bzw. die Wissenschaft zur Verfügung stehen!


