Newsletter 2005/05

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser!

Internet

Wir sind toll! 🙂

Auszeichnung fĂŒr Genealogy.net in kanadischer Zeitschrift

Die in Toronto, Kanada, erscheinende 2-Monatszeitschrift Family Chronicle – ISSN 1209-4617 http://www.familychronicle.com – hat in ihrer Ausgabe von MĂ€rz/April 2005 auf Seite 60/61 unter den vier genealogischen Webseiten, die es wert sind, besucht zu werden, an zweiter Stelle Genealogy.net mit dem Vermerk „Editor’s Pick“ genannt.

Hier eine Übersetzung des Artikels:

http://www.genealogienetz.de/genealogy.html

Die schnörkellose deutsche Portalseite enthĂ€lt eine Unmenge an Informationen, die Ihnen bei der Ahnensuche in deutschsprachigen Gebieten Europas helfen kann. Neben einer EinfĂŒhrung in die Familiengeschichte in Deutschland enthĂ€lt die Webseite ĂŒber 2000 Seiten in deutsch und englisch, die ĂŒber die Geschichte der verschiedenen deutschen LĂ€nder informieren und die genealogischen Quellen beschreiben. Einige Gebiete gehören nicht mehr zu Deutschland, z.B. Elsass-Lothringen, ferner Pommern, Posen (Poznan) und Ost- und Westpreußen.

Auf der Webseite finden sich auch Kapitel ĂŒber die Auswanderung nach Nord-Amerika, Suchmöglichkeiten um Orte zu finden, Umrechnungen von alten deutschen Maßen in das metrische System, alte medizinische Begriffe, genealogische Symbole und AbkĂŒrzungen, die in Deutschland verwendet werden.

Genealogy.net wird vom deutschen Verein fĂŒr Computergenealogie (Computer Genealogy Society) betrieben. Es gibt Links zu den Webseiten von 30 regionalen familiengeschichtlichen Vereinigungen fĂŒr die heutigen und frĂŒheren Gebietsteile Deutschlands und fĂŒr die Schweiz. Nur wenige dieser Seiten sind auch in englisch.

Biggi’s List enthĂ€lt Links zu ĂŒber 1900 genealogischen Webseiten, die von Mitgliedern der Gruppe erstellt wurden sowie ĂŒber 1300 deutsche Genealogieseiten. Dazu gehören auch die Datenbanken bei Genealogy.net mit den StammbĂ€umen der Mitglieder, erforschte Namen und andere Vereinslisten, Bevölkerungslisten und Todesanzeigen.

Wertvolle Hilfsmittel sind die Briefvorlagen (in verschiedenen Sprachen), die man an Kirchen, StandesĂ€mter, Archive und genealogische Gesellschaften schreiben kann, und ein kostenloser genealogischer Übersetzungsservice per E-Mail. Die angebotenen Sprachen sind tschechisch, hollĂ€ndisch, englisch, französisch, deutsch und polnisch.

Bei Genealogy.net gibt es auch Online-OrtsfamilienbĂŒcher fĂŒr 63 Orte in Deutschland und 5 weitere in frĂŒher deutsch besiedelten Gebieten. Die Datenbanken fĂŒr die frĂŒheren Einwohner können pro Ort durchsucht werden. Es gibt auch Listen der auswĂ€rtigen Geburts- und Sterbeorte. (Übersetzung: GĂŒnter Junkers)


60 Jahre Kriegsende

Ein aktuelles Thema, auch fĂŒr die Computergenealogie

Dieses Thema werden wir in der 2. Ausgabe des gedrucktes Hefts behandeln (weil es gerade „aktuell“ ist oder vielleicht eher obwohl es gerade viel in den Medien ist). Sie werden dort Artikel und Hinweise lesen, die fĂŒr Sie als Familienforscher interessant sind. Im Mai-Newsletter beschrĂ€nken wir uns auf einige interessante Internetlinks.

Links zum Thema 60 Jahre Kriegsende

  • „60 Jahre Kriegsende – Mosaik der Erinnerungen“, ein Internet-Projekt der ARD

Sehr informative Webseite, enthÀlt u.a.: Chronologie der Ereignisse, Karte der KriegsschauplÀtze, Artikel zu verschiedenen Themen (wie Kriegverlauf, Bombenkrieg, Kriegsalltag, Holocaust, Widerstand, Vertreibung), aktuelle Informationen zu Gedenkveranstaltungen und Programmhinweise.

Dazu gab es folgende Pressemitteilung des NDR:

„60 Jahre Kriegsende – Mosaik der Erinnerungen“, ein Internet-Projekt der ARD Start: Dienstag, 15. MĂ€rz 2005

Hamburg (ots) – Der Zweite Weltkrieg war das einschneidende Ereignis des 20. Jahrhunderts. Mehr als 55 Millionen Menschen starben weltweit, darunter viele Zivilisten. Ausgelöst durch den deutschen Überfall auf Polen, hat dieser Krieg die Welt verĂ€ndert. Am Ende standen die deutsche Teilung und eine neue Weltordnung mit zwei SupermĂ€chten. Zum 60. Jahrestag des Kriegsendes hat die ARD unter der FederfĂŒhrung des NDR ein programmbegleitendes Internet-Angebot mit dem Titel „60 Jahre Kriegsende – Mosaik der Erinnerungen“ erstellt. Sowohl Hörfunk als auch Fernsehen berichten in diesem Jahr ausfĂŒhrlich ĂŒber Themen des Zweiten Weltkrieges. Das Internet-Angebot bĂŒndelt, ergĂ€nzt und vertieft die ProgrammbeitrĂ€ge und bietet darĂŒber hinaus ergĂ€nzende historische Berichte, unterstĂŒtzt durch die multimedialen Möglichkeiten des Internets. Neben den historischen Darstellungen sind Zeitzeugenberichte in Bild, Ton und Schrift ein Schwerpunkt des ARD-Internet-Projektes. Die persönlichen Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg werden durch die Kooperation mit mehreren Partnern ergĂ€nzt. Innerhalb eines SchĂŒlerwettbewerbs der Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung haben sich SchĂŒler mit dem Thema „Bombenkrieg“ in ihren HeimatstĂ€dten, ihren Familien und ihrem Bekanntenkreis auseinandergesetzt. Das Museum fĂŒr Kommunikation in Berlin erarbeitet eine Ausstellung mit Feldpostbriefen. Diese sind zum Teil exklusiv in dem ARD-Internet- Projekt „60 Jahre Kriegsende – Mosaik der Erinnerungen“ zu sehen. Durch die Zusammenarbeit innerhalb der ARD ist auf diese Weise ein Internet-Auftritt entstanden, der einen historischen Überblick leistet, und dabei auch regionale Ereignisse wĂŒrdigt. Die persönlichen EindrĂŒcke und Erinnerungen der Zeitzeugen, Reportagen, Feldpostbriefe und ProgrammbeitrĂ€ge aus Hörfunk und Fernsehen ergeben ein umfassendes Mosaik der Erinnerungen. Eine Chronologie, Karten und Themenschwerpunkte bieten dem User verschiedene Einstiege in das umfangreiche Angebot. Freigeschaltet ist das Angebot ab Dienstag, 15. MĂ€rz, unter www.kriegsende.ARD.de. 13. MĂ€rz 2005 / RC

(Originaltext: NDR Norddeutscher Rundfunk)

  • Informationen und Sendehinweise der einzelnen ARD-Anstalten:

http://www.wdr.de/themen/homepages/60_jahre_kriegsende.jhtml

http://www.br-online.de/bayern-heute/thema/kriegsende/index.xml

  • „Kriegskinder in Mitteldeutschland“ – Informationen ĂŒber das Projekt:

„Kriegskinder in Mitteldeutschland“ „ist ein Multimediaprojekt des MITTELDEUTSCHEN RUNDFUNKS. Es dokumentiert Erlebnisse von Personen, die wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs und in den Nachkriegsjahren als Kinder oder Jugendliche in der Region Mitteldeutschland lebten. Die Kriegskinder haben bislang kaum öffentlich ĂŒber ihre Erinnerungen gesprochen. Weil sie nicht konnten, durften oder weil ihnen keiner zuhörte. Diese Generation kommt hier zu Wort. Ganz subjektive Erinnerungen ergeben ein Mosaik der Jahre 1943 bis 1947.“

Die Webseite bietet Berichte von Zeitzeugen in Wort und Bild, Hinweise zur TV-Dokumentation, Zeitstrahl und Karte.

  • Linksammlungen:

http://www.bildungsserver.de/zeigen.html?seite=3073
http://www.schulweb.de/de/seiten/zeigen.html?seite=3073&anzeige=m

  • 60 Jahre nach Kriegsende – Dossier in der Frankfurter Rundschau online

http://www.fr-aktuell.de/kriegsende/

  • Amazon.de: 60 Jahre Kriegsende

60 Jahre Kriegsende – Die wichtigsten Neuerscheinungen, zusammengestellt von der Amazon-Redaktion


BallinStadt Hamburg

ErlebnisReise in die Vergangenheit

Noch nicht (wieder auf-)gebaut, aber schon im Netz – das Auswanderungsmuseum BallinStadt in Hamburg. Die Homepage des geplanten Museums informiert schon jetzt ĂŒber das, was war und das, was geplant ist: Die Auswanderung ĂŒber Hamburg im Laufe der Jahrhunderte und die Museums-Erlebnis-Welt der Zukunft, die auf dem GelĂ€nde der „Auswandererstadt“ im Hamburger Hafen entstehen wird.

Zitat von der Einstiegsseite:

„FĂŒr etwa 5 Millionen europĂ€ische Emigranten war zwischen 1850 und 1939 Hamburg das „Tor zur Welt“. Über den Hamburger Hafen verließen sie ihre Heimat um in der „Neuen Welt“ ihr GlĂŒck zu suchen. Sie flohen vor politischer und religiöser Verfolgung oder versuchten Armut und Hunger zu entkommen. Viele suchten einen Neubeginn, ein besseres Auskommen, neue Chancen im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“. Alle versprachen sich von der Emigration ein besseres Leben. Diesen Auswanderern ist BallinStadt gewidmet.

FĂŒr die vielen Tausend Menschen aus ganz Europa, die um die Jahrhundertwende jede Woche in Hamburg ankamen und auf die Abfahrt ihres Schiffes warteten, ließ Albert Ballin, Generaldirektor der großen Reederei HAPAG, UnterkĂŒnfte im Hafen errichten. Auf dem GelĂ€nde dieser ehemaligen „Auswandererhallen“, die 1901 in Betrieb genommen und bis 1906/07 erweitert wurden, entsteht ein in Europa einzigartiges Auswanderungsmuseum.“

Mehr Informationen zum geschichtlichen Hintergrund, Literaturhinweise, Pressemitteilungen und aktuelle Presseberichterstattung findet man hier:

http://www.ballinstadt.de/de/ (bw)


LinkToYourRoots

Weitere JahrgÀnge online

Das Hamburger Auswandererprojekt LinkToYourRoots hat unter Adresse die JahrgÀnge 1907 und 1908 der Auswandererlisten online gestellt. Damit sind nun die JahrgÀnge von 1890 bis 1908 online.

Im Internet kann man nach Namen suchen und dann entweder selbst im Staatsarchiv Hamburg in die Listen schauen oder den angebotenen (kostenpflichtigen) Service nutzen und sich die Abschriften zusenden lassen. (as)

Weitere Informationen:


Adressbuchdatenbank

Update April 2005

Im April ist die Adressbuchdatenbank wieder einem grĂ¶ĂŸeren Update unterzogen worden. Bemerkungen, die die Erfasser aufnehmen, werden jetzt direkt beim Suchergebnis angezeigt. Weiterhin sind etliche neue AdressbĂŒcher in die Datenbank eingespielt worden:

In den u.g. Orten wurden folgende JahrgÀnge (in Klammern Anzahl DatensÀtze) erfasst:

Burgsteinfurt, 1925 (1592)
Darmstadt (1799 (664), 1821 (1027), 1847 (1681), 1865 (2066) Hausbesitzer)
Jever, 1928/29 (2309)
Kiel, 1803 (7103)
Sillenstede, 1928/29 (337)
Spiekeroog, 1928/29 (76)

Die Adressbuchdatenbank kann online abgefragt werden unter:
http://www.adressbuecher.net

Sollten Sie Interesse an einer Mitarbeit im Adressbuchprojekt haben, wenden Sie sich bitte an info@adressbuecher.net (kpw)


Suchen und finden

Metasuche wieder verfĂŒgbar

Die Metasuche des Vereins fĂŒr Computergenealogie, ĂŒber die viele der genealogy.net-Datenbanken „in einem Rutsch“ abgefragt werden können, ist nun endlich wieder verfĂŒgbar. Unter der Adresse http://meta.genealogy.net können die Datenbanken GedBas, FOKO, Online-OFBs und historische AdressbĂŒcher abgefragt werden. Die Familienanzeigen-Daten kommen in den nĂ€chsten Tagen noch hinzu. Die Suchergebnisse können in der Nachfolgeseite anhand verschiedener Kriterien sortiert werden. Der Forscher hat so Zugriff auf ca. 3,5 Millionen DatensĂ€tze in einer einzigen Abfrage. (kpw)

URL: http://meta.genealogy.net

Software

FTM Starter Edition

Demoversion Family Tree Maker 2005

Es gibt neuerdings eine 14-Tage-Trial-Version des US-Programms Family Tree Maker 2005. Das bedeutet, dass man die US-Vollversion 14 Tage uneingeschrĂ€nkt testen kann. Nach Ablauf der Testphase bleibt die Möglichkeit, eine eingeschrĂ€nkte Version, die so genannte Starter Edition weiter zu nutzen. Viele Funktionen der Vollversion sind dort deaktiviert, was man an einem kleinen Schloss als Symbol erkennen kann. Ist eine Funktion in der Starter Edition nicht verfĂŒgbar, so erscheint vor der Bezeichnung der Funktion ein Schloss.

Schon wĂ€hrend der Testphase hat man die Wahl zwischen „Buy now“ (Jetzt kaufen) und „Buy Later“ (SpĂ€ter kaufen). Man sollte auf jeden Fall Letzteres anklicken. Denn ein Klick auf „Buy now“ fĂŒhrt letzten Endes zum Kauf der US-Version direkt beim Anbieter. Die allermeisten Forscher in Deutschland sind aber sicher am Kauf der Version Family Tree Maker 2005 mit deutschem Sprachmodul interessiert. Und diese deutsche Version bekommt man nur bei Genealogie-Service oder bei Amazon.

Hier ist der Download-Link f.d. US-Version Family Tree Maker 2005:

http://www.familytreemaker.com/Download/Starter.aspx

Bitte beachten Sie, dass Sie evtl. vor dem Download der Datei (15,9 MB) Name und E-Mail-Adresse angeben mĂŒssen.

Unterschiede Vollversion – Starter Edition

Folgendes kann man in der Starter Edition nicht:

Lesezeichen verwenden, zwei Dateien gleichzeitig öffnen, Tafeln und Listen anpassen, Tafeln und Listen in anderen Formaten exportieren (pdf, Gedcom, txt …), BĂŒcher und Timelines erstellen und veröffentlichen. Ferner steht nur die Standard-Ahnentafel zur VerfĂŒgung und das Standard-Familienblatt. Alle weiteren Tafeln kann man nur als Nutzer der Vollversion erzeugen.

Fazit:

Die Demoversion des US-Programms ist gut geeignet fĂŒr alle, die das Programm zunĂ€chst einmal unverbindlich kennenlernen wollen (und vielleicht auch den Export von Daten aus ihrem bisherigen Programm testen). Wer gar kein Geld ausgeben will und mit einem englischsprachigen Basis-Programm auskommt, kann ja auch dabei bleiben (= FTM Starter Edition). Ansonsten kann man jederzeit auf die Vollversion umsteigen. Wenn es die deutsche Vollversion sein soll, muss man diese natĂŒrlich auch hier in Deutschland bei einem der o.g. Anbieter kaufen. (bw)

Vereine

Hinweise auf AktivitĂ€ten in Vereinen und genealogischen Gruppen finden Sie (u.a.) im Genealogischen Kalender. Es lohnt sich, dort hineinzuschauen. Hinter dem immer gleichen Satz „FĂŒr den Monat abc sind x genealogische Termine im „genealogischen Kalender“ eingetragen.“, den Sie am Ende unseres Newsletters finden, verbergen sich ausgesprochen interessante Veranstaltungen. Tragen auch Sie Ihre Vereinstermine dort ein oder senden Sie eine uns eine Mail an die Redaktion (redaktion@computergenealogie.de), wenn Ihr Termin direkt im Newsletter und etwas ausfĂŒhrlicher vorgestellt werden könnte (wie die folgende Termine).


Das genealogische Wiki auf genealogy.net

Vortrag in Hamburg

Auf Einladung der Genealogischen Gesellschaft Hamburg e.V. wird am Donnerstag, dem 19. Mai 2005, AndrĂ© Studt von der Entstehung der genealogischen EnzyklopĂ€die auf genealogy.net berichten. Ab 18.00 Uhr wird es im Hamburger Staatsarchiv (Kattunbleiche 19, 22041 Hamburg) darum gehen, wie jeder seinen Beitrag zum GenWiki leisten kann. Diese Veranstaltung ist natĂŒrlich kostenlos und GĂ€ste sind herzlich willkommen. (as)


Bremen

Tag der offenen TĂŒr bei der MAUS

Am 28.05. veranstaltet die MAUS – Bremer Gesellschaft fĂŒr Familienforschung e. V. – im Staatsarchiv Bremen einen Tag der offenen TĂŒr. In der Zeit von 10 – 18 Uhr steht das umfangreiche Archiv fĂŒr Auskunftsuchende offen und Mitglieder der Maus fĂŒr Beantwortung von Fragen zur VerfĂŒgung. An diversen ComputerarbeitsplĂ€tzen werden die laufenden Projekte der Maus demonstriert. Ferner kann die umfangreiche CD-Sammlung der MAUS fĂŒr eigene Forschungen benutzt werden.

Hans-Werner Hennes (Programmautor von Ahnenchronik) und Gisbert Berwe (Autor von GenPlus) sind ebenfalls anwesend und fĂŒhren ihre Programme vor.

WĂ€hrend des Tages finden in einem Raum laufend VortrĂ€ge statt, so z. B. ĂŒber die Themen „EinfĂŒhrung in die Familienforschung“, „Internet fĂŒr Familienforscher“, „Über Bremen in die Welt“. Der Eintritt ist kostenlos! (kpw)

Die MAUS, Gesellschaft fĂŒr Familienforschung e. V.
Am Staatsarchiv 1
28203 Bremen


CompGen-Jahreshauptversammlung 2005

mit Projektbesprechungen (GenWiki, GOV, Familienanzeigen, AdressbĂŒcher und Online-OFBs)

Am 11. Juni 2005 findet in Hannover die Jahreshauptversammlung des Vereins fĂŒr Computergenealogie statt.

Beginn: 11. Juni 2005 um 13.30 Uhr
Ort: Freizeitheim Vahrenwald, Vahrenwalder Str. 92, 30165 Hannover, Kleiner Saal

Um die Teilnahme an der Jahreshauptversammlung attraktiver zu gestalten, werden in diesem Jahr am Vormittag vor der Jahreshauptversammlung Projektbesprechungen rund um die Themen GenWiki, GOV, Familienanzeigen, AdressbĂŒcher und Online-OFBs stattfinden. Hierzu sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Die Projektbesprechungen finden von 9-12 Uhr im Raum 12 und 13 statt. Anschließend besteht die Möglichkeit zum Mittagessen. Ein Restaurant befindet sich direkt im Freizeitheim. (bw)


25 Jahre MOSAIK

2. Internationaler Genealogentag in Kleve/Niederrhein

Am 15.10.2005 findet in der Stadthalle Kleve zum 2. Mal ein internationaler Genealogentag statt, der vom Verein MOSAIK in Kleve und dem Overkwartier van Gelre in Nijmegen organisiert wird. Hierzu sind auch wieder alle genealogischen Vereine und Anbieter von Computerprogrammen, BĂŒchern und CDs eingeladen.

MOSAIK – die Familienkundliche Vereinigung fĂŒr das Klever Land e.V. – feiert in diesem Jahr sein 25jĂ€hriges Bestehen.

Der Verein ‚Overkwartier van Gelre‘ fördert genealogische und historische Forschungen im Gebiet des ehemaligen Oberquartiers Geldern.

Beide Vereine sind grenzĂŒberschreitend tĂ€tig und deutsch-niederlĂ€ndisch ausgerichtet, beide geben eine vierteljĂ€hrliche Zeitschrift mit historisch-genealogischem Inhalt heraus. (gj)

http://www.overkwartiervangelre.nl/
Vorsitzender: Lucien Pijper, E-Mail: pijper@wishmail.net

Vorsitzender: Martin Wennekers, E-Mail: vorsitzender@mosaik-kleve.com

Medien

Neues fĂŒr Neumark-Forscher

CD mit den ersten sieben BĂ€nden des Jahrbuchs „Die Neumark“ erschienen

Gerd Schmerse hat eine neue CD Zweiter Sonderband (S2) der „Materialien zur Geschichte der Neumark“ erstellt mit den ersten sieben BĂ€nden des Jahrbuchs „Die Neumark“ aus den Schriften des Vereins fĂŒr Geschichte der Neumark, welche insbesondere die oft besprochenen Artikel ĂŒber die Klassifikation der Neumark von 1718/19 enthalten, welche uns die Namen aller Bauern nennen:

Die Neumark.
Jahrbuch des Vereins fĂŒr Geschichte der Neumark.
Neue Folge der „Schriften“.

Die CD kann direkt bei Gerd Schmerse bestellt werden zum Kostenbeitrag von EUR 9,95 (plus Verp./Porto EUR 1,70) unter der Adresse schmerse@t-online.de

Siehe auch:


Kriegsende in Bayern

Das Erzbistum MĂŒnchen und Freising veröffentlicht einen Archivschatz

„Im Juni 1945 wies der Generalvikar des Erzbischofs von MĂŒnchen und Freising alle Seelsorger des Erzbistums an, ĂŒber die erst kurz zurĂŒckliegenden Kriegsereignisse sowie Ablauf und BegleitumstĂ€nde des Einmarsches der US-Armee in den einzelnen Seelsorgsbezirken zu berichten.“ So trocken beginnt ein vom Erzbistum MĂŒnchen und Freising jetzt veröffentlichter Band, der bisher kaum beachtete Dokumente der Öffentlichkeit zugĂ€nglich macht – ein wahrer Schatz fĂŒr Orts- und Familienhistoriker.

Der eingangs zitierte EinfĂŒhrungstext des Buches fĂ€hrt fort: „Die rund 560 im Archiv des Erzbistums enthaltenen Berichte bieten eine FĂŒlle von aus unmittelbarer Zeugenschaft geschöpften Informationen ĂŒber die konkreten Ereignisse vor Ort und ermöglichen so eine teilweise neue Sicht auf das Epochenjahr 1945. Zugleich sind sie aufschlussreiche Zeugnisse dafĂŒr, wie Krieg und Kriegsende von den Geistlichen bewertet wurden. Der Band beinhaltet neben der vollstĂ€ndigen Edition aller erhaltenen Berichte eine Einleitung zu deren Entstehung, Überlieferung und Quellenwert sowie einen historischen Überblick ĂŒber Kriegsende und Neubeginn in Bayern.“

Die Einmarschberichte stellen eine aktuelle Vor-Ort-Dokumentation aus der Zeit des Kriegsendes dar, was einen erheblichen Teil ihres Wertes ausmacht. Auch wenn die VorfĂ€lle in Altötting und Penzberg wegen ihrer besonderen Dramatik aus den damaligen Geschehnissen herausragen, sind die bis dato in der Öffentlichkeit weniger bekannten Ereignisse in vielen anderen Pfarreien fĂŒr die Betroffenen nicht weniger schlimm gewesen: Unklarheit ĂŒber die aktuellen MachtverhĂ€ltnisse, die wahnwitzigen AktivitĂ€ten der unbelehrbaren SS in Form von Verhaftungen und BrĂŒckensprengungen, mehr oder weniger geglĂŒckte Übergabeversuche seitens der Ortsbehörden, zunĂ€chst freudige Erwartung der Befreier und dann EnttĂ€uschung ĂŒber Beschlagnahmen, Einquartierungen, Hausdurchsuchungen, aber auch PlĂŒnderungen, weniger durch die Besatzung, als durch entlassene Zwangsarbeiter und eigene MitbĂŒrger. All dies fĂŒhrte zu einem stĂ€ndigen Wechselbad der GefĂŒhle und machte die Lage schwer ertrĂ€glich. Es kam wohl auch zu hĂ€ufigen Vergewaltigungen von Frauen, die aber bemerkenswerterweise in den Berichten nur sehr selten angesprochen werden. Pragmatismus war gefragt; daher ließ sich beispielsweise der Pfarrer von Moosinning zum BĂŒrgermeister ernennen (nachdem die Amerikaner den bis dahin amtierenden 1. BĂŒrgermeister verhaftet hatten), damit er besser mit den Besatzern verhandeln konnte. Und der Pfarrer von Bad Wiessee sieht es als seine Aufgabe an, ‚die Schuldigen an obigen letzten Verbrechen dem Gerichte zu ĂŒberweisen’. Interessant und lehrreich also sind die Berichte aus einer nunmehr bereits 60 Jahre zurĂŒckliegenden und daher immer schwerer vorstellbaren Zeit.

Mit grĂ¶ĂŸter Anerkennung darf hervorgehoben werden, dass ein Archiv, das – wie viele andere – personell nicht gerade ĂŒberbelegt ist, die MĂŒhe auf sich nimmt, einen derart umfangreichen Bestand zur Zeitgeschichte vollstĂ€ndig (und zu einem sehr moderaten Preis) der Öffentlichkeit zugĂ€nglich zu machen. Denjenigen, welche die Kriegs- und Nachkriegszeit selbst miterlebt haben, wird das Werk eine Hilfe sein, Erfahrungen und Erinnerungen zu ordnen und vielleicht besser zu verarbeiten. Denjenigen, die erst spĂ€ter geboren wurden, und die – wie der Rezensent – der Meinung sind, dass der beste Schutz vor der Wiederholung schrecklicher historischer Ereignisse in deren Kenntnis und dem Nichtvergessen besteht, bietet das Buch in seiner AuthentizitĂ€t eine hervorragende Möglichkeit zur Information ĂŒber Menschliches und Unmenschliches in schwieriger Zeit.

Aber auch fĂŒr die Geschichts-Forscher aller Richtungen, sei es Landes-, Orts-, Hof-, Familien- oder auch Kirchengeschichte, stellt der Band eine einzigartige Quellensammlung dar, die im wesentlichen im Original-Wortlaut belassen und nur sehr zurĂŒckhaltend kommentiert wurde.

Wie bei der Behandlung aller zeitgeschichtlichen Themen musste auf Persönlichkeitsrechte Betroffener (Datenschutz) RĂŒcksicht genommen werden, was teilweise die Anonymisierung von Personen- und Hausnamen (die in Altbayern oft mehr Bedeutung haben als die Familiennamen) erforderlich machte. Auch in FĂ€llen, in denen die Berichterstatter besonders grauenhafte Ereignisse zu beschreiben hatten, wurde mit RĂŒcksicht auf lebende Angehörige und Nachkommen anonymisiert.

Diese Tatsache schmĂ€lert jedoch den gesamtgeschichtlichen Informationswert keineswegs; andererseits können sich interessierte Heimat- und Familienforscher im Archiv des Erzbistums MĂŒnchen und Freising die Original-Dokumente vorlegen lassen.

Vor allem Familienforscher werden es zu schĂ€tzen wissen, dass die Berichte dennoch Namen und Daten (z.B. gefallener Soldaten und umgekommener Zivilisten) enthalten, wie beispielsweise fĂŒr die Pfarreien Oberhaching, Siegertsbrunn, Taufkirchen, DĂŒrnzhausen, Langengeisling usw. Ein Namens- oder Personenregister mag man vermissen, doch hĂ€tte dies den ohnehin bemerkenswerten Umfang des Buches und den Zeitaufwand der Bearbeiter in nicht vertretbarem Maße vergrĂ¶ĂŸert.

SelbstverstĂ€ndlich kann von den Verfassern der Einmarschberichte trotz erkennbaren BemĂŒhens keine objektive und vollstĂ€ndige Darstellung der Ereignisse erwartet werden. Zum einen waren die VerhĂ€ltnisse oft alles andere als ĂŒbersichtlich, zum andern waren die Geistlichen hĂ€ufig von den Schwierigkeiten unmittelbar betroffen; da musste verstĂ€ndlicherweise die Chronistenpflicht zurĂŒckstehen. Manches eignete sich wohl auch nicht fĂŒr einen offiziellen Bericht, was mancher Ortsforscher bedauern wird, der sich von den Einmarschberichten AufklĂ€rung ĂŒber den einen oder anderen umstrittenen Vorgang erwartet hat.

Neben den Einmarschberichten selbst enthĂ€lt das Buch auch BeitrĂ€ge, die sie in den historischen Gesamtzusammenhang einordnen. Etwa ĂŒber die Situation der Verfasser am Ende des Krieges, oder „Bayern im Übergang. Vom Kriegsende zur Besatzung 1945“, ein Schreiben von Erzbischof Michael Kardinal Faulhaber an Papst Pius XII. vom 17.Mai 1945 ĂŒber die aktuelle Lage bei Kriegsende vor allem in MĂŒnchen, oder der aufschlussreiche Bericht von Domvikar Friedrich Frei ĂŒber seine Dienstfahrt durch die Erzdiözese vom 9. – 19. Mai 1945.

Einmarschberichte wurden nicht in allen deutschen Diözesen und auch nicht nach einheitlichem Schema erhoben. Gleichwohl liegen fĂŒr die eine oder andere Diözese derartige Berichte vor und wurden z.T. auch bereits in unterschiedlicher Auswertung veröffentlicht (nĂ€here Angaben im besprochenen Buch S. 113-120). Ein Ă€hnliches Projekt wie das hier vorgestellte ist in der Diözese WĂŒrzburg noch fĂŒr dieses Jahr zur Publikation vorgesehen; geplant ist aber lediglich eine Auswahledition.

Die Edition der Einmarschberichte der Erzdiözese MĂŒnchen und Freising wird nach Lage der Dinge also auf absehbare Zeit einzigartig bleiben. Die mit großer Akribie, wissenschaftlicher Kompetenz, aber auch wohltuendem EinfĂŒhlungsvermögen geleistete Arbeit stellt eine echte Bereicherung nicht nur fĂŒr die Geschichtswissenschaften dar, sondern auch fĂŒr diejenigen, die dazu beitragen wollen, dass sich bestimmte VorgĂ€nge der Geschichte nicht wiederholen. (Heribert Reitmeier)

Peter Pfister (Hrsg.)
Das Ende des Zweiten Weltkrieges im Erzbistum MĂŒnchen und Freising
Die Kriegs- und Einmarschberichte im Archiv des Erzbistums MĂŒnchen und Freising, Regensburg 2005
2 Teile, 1.498 S., ISBN 3-7954-1761-9 , € 29.90
(Band 8 der Reihe Schriften des Archivs des Erzbistums MĂŒnchen und Freising)

Bezugsquellen:

  • Buchhandel
  • Verlag Schnell & Steiner, Leibnizstr. 13, 93055 Regensburg; Tel. 0941/78785-26, Fax -16; E-Mail: bestellung@schnell-und-steiner.de
  • Archiv des Erzbistums MĂŒnchen und Freising, Karmeliterstr. 1, 80333 MĂŒnchen; Tel. 089/2137-1346, Fax – 1702: E-Mail: archiv@ordinariat-muenchen.de

Standpunkt

Übersetzungen: Mensch oder Maschine?

PlĂ€doyer fĂŒr den Einsatz von qualifizierten Übersetzern und Dolmetschern

„Hilfe, ich muss einen Brief in Ungarisch schreiben, wer hat Erfahrung mit Übersetzungsprogrammen und kann mir eines empfehlen?“

Ähnliche Anfragen kommen immer wieder ĂŒber die Mailinglisten. SelbstverstĂ€ndlich kann nicht jede/r von uns alle Sprachen der Welt beherrschen. Das ist auch gar nicht nötig: Es gibt eine (gar nicht so kleine) Gruppe von Menschen, die es sich zum Beruf gemacht hat, anderen ĂŒber die HĂŒrde einer fremden Sprache hinwegzuhelfen: die Übersetzer und Dolmetscher.

Übersetzer und Dolmetscher sind hilfreiche Wesen: sie beherrschen nicht nur Sprachen, die der Durchschnittsmensch sich nicht die MĂŒhe macht zu lernen, wie zum Beispiel Arabisch, Chinesisch oder Sanskrit, um nur einige stellvertretend zu nennen. Übersetzer ĂŒbertragen schriftliche, Dolmetscher mĂŒndliche Texte in andere Sprachen. Übersetzer und Dolmetscher, beide zusammen nennt man „Translatoren“, ermöglichen, ganz allgemein formuliert, Kommunikation zwischen Menschen, die einander aufgrund kultureller HĂŒrden nicht verstehen.

Kulturelle HĂŒrden sind natĂŒrlich in erster Linie sprachlicher Natur, aber wie oft passieren MißverstĂ€ndnisse, obwohl man jedes Wort verstanden hat? Was ist mit den kleinen AlltĂ€glichkeiten, die uns so selbstverstĂ€ndlich sind, wo es uns aber irritiert, wenn jemand anders reagiert, als wir erwartet hatten? Wie seltsam wirkt auf uns (Österreicher, Deutsche), dass EnglĂ€nder und Amerikaner, geduldig in einer Schlange an der Bushaltestelle warten! Warum wĂŒnscht man sich in England nicht „Guten Appetit“ vor dem Essen? Wie unhöflich! Und wie steht es mit außereuropĂ€ischen Völkern, etwa den Japanern, die sich unterschiedlich tief vor ihrem GegenĂŒber verneigen?

Überlegen wir uns dazu ein Beispiel: Ein Japaner und ein Österreicher wollen miteinander reden, aber keiner der beiden spricht die jeweils andere Sprache. Was tun?

Im Alltag wird ein Freund oder Bekannter, der beide Sprachen spricht, als Laiendolmetscher ausreichen. Besagter Freund hat Japanisch gelernt, interessiert sich fĂŒr die japanische Kultur und war auch schon in Japan? Wunderbar! FĂŒr ein zwangloses Treffen reicht das sicherlich aus! Aber wie sieht die Sache aus, wenn es gilt einen japanischen Besucher im Unternehmen, in dem man arbeitet, zu betreuen? Und nehmen wir weiter an, dass dieser Kunde unbedingt als Auftraggeber gewonnen werden soll. GenĂŒgt es da wirklich, dass ein Bekannter ein bißchen japanisch spricht? Oder wĂ€re es nicht besser, einen professionellen Dolmetscher zu engagieren?

Im zweiten Fall ist es sicherlich leicht, sich fĂŒr den Dolmetscher zu entscheiden, weil es sich ja um eine „exotische“ Sprache handelt. Aber kehren wir wieder zur Genealogie zurĂŒck. Wenn ich ein Archiv im Ausland anschreibe und um AuskĂŒnfte bitte, will ich auch eine positive Antwort bekommen. Das erreiche ich zweifelsohne am ehesten durch einen höflichen, gut formulierten Brief oder eine entsprechende E-Mail. So ein Brief ist in der Muttersprache schnell geschrieben und mithilfe eines Textverarbeitungsprogrammes auch in eine ansprechende Form gebracht. Jetzt noch das Ganze durch ein Übersetzungsprogramm laufen lassen und fertig! Wirklich?

Was können Übersetzungsprogramme leisten?

ZunĂ€chst ist zwischen der Maschinellen Übersetzung (MÜ, machine translation) und der computergestĂŒtzten Übersetzung (computer-aided translation, CAT) zu unterscheiden. Maschinelle Übersetzung bedeutet, dass einzelne Wörter, SĂ€tze oder ganze Texte von einem Computer von einer Sprache in eine andere ĂŒbersetzt werden. ComputergestĂŒtzte Übersetzung kann einerseits bedeuten, dass der Computer ĂŒbersetzt, und der Mensch dabei durch Vor- oder Nachbereitung des zu ĂŒbersetzenden Materials (pre- bzw. post-editing) hilft. Man spricht dann von human-aided machine translation (HAMT). Andererseits kann CAT bedeuten, dass der Mensch ĂŒbersetzt, und der Computer ihn dabei durch automatisches Nachschlagen von Terminologie (automatic dictionary look-up) oder durch Vergleichen von Texten mit frĂŒheren Übersetzungen (translation memory) unterstĂŒtzt. Das wird machine-aided human translation (MAHT) genannt. Die CAT wird von vielen Über­setzern sehr erfolgreich eingesetzt und soll hier nicht weiter diskutiert werden.

Im vorliegenden Artikel gilt es zu klĂ€ren, was Maschinelle Übersetzung leisten kann. Karl Steinkamp aus der ComputerGenealogie-Mailingliste hat mir das folgende eindrucks­volle Beispiel fĂŒr die QualitĂ€t und ZuverlĂ€ssigkeit von Übersetzungsprogrammen geschickt:

Aus dem ursprĂŒnglichen Satz
La marquise de Pompadour Ă©tait la maĂźtresse de Louis XV.
(Die Marquise von Pompadour war die MĂ€tresse von Ludwig XV.) wurde
Das Sonnendach des Strickbeutels war die Lehrerin von 15 ZuhÀltern.

Wo lag das Problem? Das Programm hatte offensichtlich Schwierigkeiten damit, Eigennamen und Wortbedeutungen zu erkennen, und historisches Hintergrundwissen zu aktivieren. Statt dessen wurden die einzelnen Wörter nacheinander ohne BerĂŒcksichtigung des Sinnzusammenhanges ĂŒbersetzt. Schlimmer noch sehen aus dem Japanischen mittels AltaVista Babelfish ĂŒbertragene SĂ€tze aus, denn da bleiben nicht erkannte Schriftzeichen einfach un­verĂ€ndert stehen und heraus kommt ein völlig unlesbarer Salat aus lateinischen und japanischen Schriftzeichen.

Wie arbeiten Übersetzungsprogramme? Sie wenden Regeln und Wissen an, mit denen ihre Entwickler die Funktionsweise der Sprache nachzubilden versuchen. Diese Regeln werden statistisch ĂŒber die Untersuchung großer Textmengen gewonnen mit dem Ziel, das Verhalten eines Übersetzers zu imitieren. Da Sprachen aber außerordentlich komplex sind, ist es bisher noch nicht gelungen, vollstĂ€ndig und prĂ€zise zu beschreiben, wie sie funktionieren. Die Hauptschwierigkeit, mit der Über­setzungsprogramme zu kĂ€mpfen haben, ist sicherlich die Mehrdeutigkeit sprachlicher Äußerungen.

Dazu ein Beispiel: Der Kurs findet statt. / Der Kurs fÀllt.

Im Deutschen wird beide Male „Kurs“ verwendet, jedoch zunĂ€chst in der Bedeutung „Unterricht“ und im zweiten Satz in der Bedeutung „Aktienkurs“. Kostenlos angebotene Übersetzungsprogramme wie AltaVista Babelfish erkennen diesen semantischen Unterschied nicht und produzieren daher eine sinnlose Übersetzung. Fazit: Maschinelle Übersetzung kann den menschlichen Übersetzer nicht ersetzen.

Wie finde ich einen guten Übersetzer oder Dolmetscher?

Durch Empfehlung oder ĂŒber die BerufsverbĂ€nde. In Österreich sind das die Universitas, die Übersetzergemeinschaft, der Österreichische Gerichtsdolmetscherverband.

In Deutschland gibt es den Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. und die Assoziierten Dolmetscher und Übersetzer in Norddeutschland e.V.. Auf den jeweiligen Websites finden sich Suchmasken, wo man Ausgangs- und Zielsprache eingibt und zumeist auch nach Orten sortiert suchen kann.

„Übersetzer bzw. Dolmetscher sind so teuer.“
Ja, denn QualitĂ€t hat ihren Preis. Wer nichts zahlen will, bekommt (meistens) auch keine QualitĂ€t. (siehe Übersetzungsprogramme: erst durch aufwĂ€ndiges Nach­bear­bei­ten werden die maschinell ĂŒbersetzten Texte ĂŒberhaupt lesbar). Nein, denn eine schlechte Übersetzung noch einmal machen zu lassen, kostet noch mehr Geld und noch mehr Zeit, als sie gleich ordentlich machen zu lassen.

Wundern Sie sich aber bitte nicht, wenn Sie auf den diversen Websites von Übersetzern keine Preise finden, sondern nur Kontaktformulare! Ein seriöser Übersetzer wird Ihnen keinen Preis nennen, bevor er nicht zumindest einen reprĂ€sentativen Teil des zu ĂŒbersetzenden Textes gesehen hat: FĂŒr den Preis entscheidend ist der Schwierigkeitsgrad und die LĂ€nge des Textes, wie sehr es sich um Fachterminologie handelt, wie schnell Sie den Text haben wollen bzw. mĂŒssen, welche Art der Lieferung gewĂŒnscht ist, ob Layoutarbeiten zu machen sind, ob Druckfahnen Korrektur gelesen werden sollen, etc. Das alles fließt in die Erstellung eines Kostenvoranschlags ein.

„Ich spreche auch ein wenig Ungarisch, also kann ich auch ĂŒbersetzen!“
Sie sind herzlich eingeladen, es zu versuchen! Aber: Es macht einen Unterschied, ob ich mich im Alltag in einer fremden Sprache verstĂ€ndigen kann, oder ob ich einen Fachttext ĂŒbersetzen soll. Vereinfacht ausgedrĂŒckt ist Übersetzen mit einem Handwerk vergleichbar, dessen Handwerkszeuge man erst einmal lernen muss. Schließlich behauptet auch niemand, einen Tisch machen zu können, nur weil jeder weiß, wie ein Tisch aussieht?

„Wie kann ich wissen, ob der von mir ausgesuchte Übersetzer bzw. Dolmetscher gut ist?“
Auch hier helfen die BerufsverbĂ€nde. Die Universitas etwa fĂŒhrt eine Liste fĂŒr Übersetzer und Dolmetscher, in die nur eingetragen wird, wer ĂŒber hinreichend Berufserfahrung verfĂŒgt und seine Arbeit von Kollegen hat prĂŒfen lassen. Weiters braucht man zwei BĂŒrgen, die bereits Universitas-Mitglieder sind, um ĂŒberhaupt in den Berufsverband aufgenommen zu werden. FĂŒr BDÜ und ADÜ gibt es Ă€hnliche Verfahren, fĂŒr die Gerichtsdolmetscher sogar eine eigene PrĂŒfung.

„Kennt sich der von mir ausgesuchte Übersetzer bzw. Dolmetscher auch im betreffenden Fachgebiet aus?“

Fragen Sie ihn bzw. sie danach! Die meisten Übersetzer und Dolmetscher haben Spezialgebiete, in denen sie bevorzugt arbeiten. Und wenn das Gebiet nicht zu ihren StĂ€rken zĂ€hlt, können sie sicher einen Kollegen oder eine Kollegin empfehlen, die sich auskennt.

Last but not least auch noch ein Hinweis auf den kostenlosen Übersetzungsdienst Transserv: PrimĂ€r fĂŒr kleine genealogische Übersetzungen konzipiert, ĂŒbersetzen hier Freiwillige Texte mit maximal 40 Normzeilen (das sind Zeilen zu 60 AnschlĂ€gen). Den Reaktionen in der CompGen-Mailingliste zufolge arbeitet TransServ sehr zuverlĂ€ssig.

Karen Jesserer
FachĂŒbersetzerin fĂŒr Französisch und Ungarisch
Mitglied der Übersetzergemeinschaft

Literaturempfehlungen: [alle 12.4.2005]

  • „Maschinelle Übersetzung“

http://de.wikipedia.org/wiki/Maschinelle_%C3%9Cbersetzung

  • Heinz-Dirk Luckhardt:ComputergestĂŒtzte und maschinelle Übersetzung fĂŒr die Fachinformation

http://is.uni-sb.de/studium/handbuch/exkurs.mt.php

  • Gute Übersetzungen – (k)ein Problem? (ADÜ):
  • KundeninformationsbroschĂŒre (ADÜ):

Kaleidoskop

Termine

FĂŒr den Monat Mai sind 27 genealogische Termine in Annaberg-Buchholz, BĂ€umenheim, Baesweiler, Berlin, Bremen, Dortmund, Dresden, DĂŒsseldorf (2x), Gladbeck-Rentfort, Hamburg (2x), Hannover (2x), Hildesheim, Inzigkofen, Kassel, Kempten, Linstow (Wolhynier), Mechernich-Kommern, Michelstadt, Pforzheim, Stuttgart (2x), Venlo, Wegberg und Wuppertal im „genealogischen Kalender“ eingetragen. Die Inhalte der Veranstaltungen, sowie Uhrzeiten, Ortsangaben und Veranstalter finden Sie unter: http://wiki.genealogy.net/index.php/Genealogischer_Kalender