Newsletter 2005/05

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser!

Internet

Wir sind toll! 🙂

Auszeichnung für Genealogy.net in kanadischer Zeitschrift

Die in Toronto, Kanada, erscheinende 2-Monatszeitschrift Family Chronicle – ISSN 1209-4617 http://www.familychronicle.com – hat in ihrer Ausgabe von März/April 2005 auf Seite 60/61 unter den vier genealogischen Webseiten, die es wert sind, besucht zu werden, an zweiter Stelle Genealogy.net mit dem Vermerk „Editor’s Pick“ genannt.

Hier eine Übersetzung des Artikels:

http://www.genealogienetz.de/genealogy.html

Die schnörkellose deutsche Portalseite enthält eine Unmenge an Informationen, die Ihnen bei der Ahnensuche in deutschsprachigen Gebieten Europas helfen kann. Neben einer Einführung in die Familiengeschichte in Deutschland enthält die Webseite über 2000 Seiten in deutsch und englisch, die über die Geschichte der verschiedenen deutschen Länder informieren und die genealogischen Quellen beschreiben. Einige Gebiete gehören nicht mehr zu Deutschland, z.B. Elsass-Lothringen, ferner Pommern, Posen (Poznan) und Ost- und Westpreußen.

Auf der Webseite finden sich auch Kapitel über die Auswanderung nach Nord-Amerika, Suchmöglichkeiten um Orte zu finden, Umrechnungen von alten deutschen Maßen in das metrische System, alte medizinische Begriffe, genealogische Symbole und Abkürzungen, die in Deutschland verwendet werden.

Genealogy.net wird vom deutschen Verein für Computergenealogie (Computer Genealogy Society) betrieben. Es gibt Links zu den Webseiten von 30 regionalen familiengeschichtlichen Vereinigungen für die heutigen und früheren Gebietsteile Deutschlands und für die Schweiz. Nur wenige dieser Seiten sind auch in englisch.

Biggi’s List enthält Links zu über 1900 genealogischen Webseiten, die von Mitgliedern der Gruppe erstellt wurden sowie über 1300 deutsche Genealogieseiten. Dazu gehören auch die Datenbanken bei Genealogy.net mit den Stammbäumen der Mitglieder, erforschte Namen und andere Vereinslisten, Bevölkerungslisten und Todesanzeigen.

Wertvolle Hilfsmittel sind die Briefvorlagen (in verschiedenen Sprachen), die man an Kirchen, Standesämter, Archive und genealogische Gesellschaften schreiben kann, und ein kostenloser genealogischer Übersetzungsservice per E-Mail. Die angebotenen Sprachen sind tschechisch, holländisch, englisch, französisch, deutsch und polnisch.

Bei Genealogy.net gibt es auch Online-Ortsfamilienbücher für 63 Orte in Deutschland und 5 weitere in früher deutsch besiedelten Gebieten. Die Datenbanken für die früheren Einwohner können pro Ort durchsucht werden. Es gibt auch Listen der auswärtigen Geburts- und Sterbeorte. (Übersetzung: Günter Junkers)


60 Jahre Kriegsende

Ein aktuelles Thema, auch für die Computergenealogie

Dieses Thema werden wir in der 2. Ausgabe des gedrucktes Hefts behandeln (weil es gerade „aktuell“ ist oder vielleicht eher obwohl es gerade viel in den Medien ist). Sie werden dort Artikel und Hinweise lesen, die für Sie als Familienforscher interessant sind. Im Mai-Newsletter beschränken wir uns auf einige interessante Internetlinks.

Links zum Thema 60 Jahre Kriegsende

  • „60 Jahre Kriegsende – Mosaik der Erinnerungen“, ein Internet-Projekt der ARD

Sehr informative Webseite, enthält u.a.: Chronologie der Ereignisse, Karte der Kriegsschauplätze, Artikel zu verschiedenen Themen (wie Kriegverlauf, Bombenkrieg, Kriegsalltag, Holocaust, Widerstand, Vertreibung), aktuelle Informationen zu Gedenkveranstaltungen und Programmhinweise.

Dazu gab es folgende Pressemitteilung des NDR:

„60 Jahre Kriegsende – Mosaik der Erinnerungen“, ein Internet-Projekt der ARD Start: Dienstag, 15. März 2005

Hamburg (ots) – Der Zweite Weltkrieg war das einschneidende Ereignis des 20. Jahrhunderts. Mehr als 55 Millionen Menschen starben weltweit, darunter viele Zivilisten. Ausgelöst durch den deutschen Überfall auf Polen, hat dieser Krieg die Welt verändert. Am Ende standen die deutsche Teilung und eine neue Weltordnung mit zwei Supermächten. Zum 60. Jahrestag des Kriegsendes hat die ARD unter der Federführung des NDR ein programmbegleitendes Internet-Angebot mit dem Titel „60 Jahre Kriegsende – Mosaik der Erinnerungen“ erstellt. Sowohl Hörfunk als auch Fernsehen berichten in diesem Jahr ausführlich über Themen des Zweiten Weltkrieges. Das Internet-Angebot bündelt, ergänzt und vertieft die Programmbeiträge und bietet darüber hinaus ergänzende historische Berichte, unterstützt durch die multimedialen Möglichkeiten des Internets. Neben den historischen Darstellungen sind Zeitzeugenberichte in Bild, Ton und Schrift ein Schwerpunkt des ARD-Internet-Projektes. Die persönlichen Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg werden durch die Kooperation mit mehreren Partnern ergänzt. Innerhalb eines Schülerwettbewerbs der Bundeszentrale für politische Bildung haben sich Schüler mit dem Thema „Bombenkrieg“ in ihren Heimatstädten, ihren Familien und ihrem Bekanntenkreis auseinandergesetzt. Das Museum für Kommunikation in Berlin erarbeitet eine Ausstellung mit Feldpostbriefen. Diese sind zum Teil exklusiv in dem ARD-Internet- Projekt „60 Jahre Kriegsende – Mosaik der Erinnerungen“ zu sehen. Durch die Zusammenarbeit innerhalb der ARD ist auf diese Weise ein Internet-Auftritt entstanden, der einen historischen Überblick leistet, und dabei auch regionale Ereignisse würdigt. Die persönlichen Eindrücke und Erinnerungen der Zeitzeugen, Reportagen, Feldpostbriefe und Programmbeiträge aus Hörfunk und Fernsehen ergeben ein umfassendes Mosaik der Erinnerungen. Eine Chronologie, Karten und Themenschwerpunkte bieten dem User verschiedene Einstiege in das umfangreiche Angebot. Freigeschaltet ist das Angebot ab Dienstag, 15. März, unter www.kriegsende.ARD.de. 13. März 2005 / RC

(Originaltext: NDR Norddeutscher Rundfunk)

  • Informationen und Sendehinweise der einzelnen ARD-Anstalten:

http://www.wdr.de/themen/homepages/60_jahre_kriegsende.jhtml

http://www.br-online.de/bayern-heute/thema/kriegsende/index.xml

  • „Kriegskinder in Mitteldeutschland“ – Informationen über das Projekt:

„Kriegskinder in Mitteldeutschland“ „ist ein Multimediaprojekt des MITTELDEUTSCHEN RUNDFUNKS. Es dokumentiert Erlebnisse von Personen, die während des Zweiten Weltkriegs und in den Nachkriegsjahren als Kinder oder Jugendliche in der Region Mitteldeutschland lebten. Die Kriegskinder haben bislang kaum öffentlich über ihre Erinnerungen gesprochen. Weil sie nicht konnten, durften oder weil ihnen keiner zuhörte. Diese Generation kommt hier zu Wort. Ganz subjektive Erinnerungen ergeben ein Mosaik der Jahre 1943 bis 1947.“

Die Webseite bietet Berichte von Zeitzeugen in Wort und Bild, Hinweise zur TV-Dokumentation, Zeitstrahl und Karte.

  • Linksammlungen:

http://www.bildungsserver.de/zeigen.html?seite=3073
http://www.schulweb.de/de/seiten/zeigen.html?seite=3073&anzeige=m

  • 60 Jahre nach Kriegsende – Dossier in der Frankfurter Rundschau online

http://www.fr-aktuell.de/kriegsende/

  • Amazon.de: 60 Jahre Kriegsende

60 Jahre Kriegsende – Die wichtigsten Neuerscheinungen, zusammengestellt von der Amazon-Redaktion


BallinStadt Hamburg

ErlebnisReise in die Vergangenheit

Noch nicht (wieder auf-)gebaut, aber schon im Netz – das Auswanderungsmuseum BallinStadt in Hamburg. Die Homepage des geplanten Museums informiert schon jetzt über das, was war und das, was geplant ist: Die Auswanderung über Hamburg im Laufe der Jahrhunderte und die Museums-Erlebnis-Welt der Zukunft, die auf dem Gelände der „Auswandererstadt“ im Hamburger Hafen entstehen wird.

Zitat von der Einstiegsseite:

„Für etwa 5 Millionen europäische Emigranten war zwischen 1850 und 1939 Hamburg das „Tor zur Welt“. Über den Hamburger Hafen verließen sie ihre Heimat um in der „Neuen Welt“ ihr Glück zu suchen. Sie flohen vor politischer und religiöser Verfolgung oder versuchten Armut und Hunger zu entkommen. Viele suchten einen Neubeginn, ein besseres Auskommen, neue Chancen im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“. Alle versprachen sich von der Emigration ein besseres Leben. Diesen Auswanderern ist BallinStadt gewidmet.

Für die vielen Tausend Menschen aus ganz Europa, die um die Jahrhundertwende jede Woche in Hamburg ankamen und auf die Abfahrt ihres Schiffes warteten, ließ Albert Ballin, Generaldirektor der großen Reederei HAPAG, Unterkünfte im Hafen errichten. Auf dem Gelände dieser ehemaligen „Auswandererhallen“, die 1901 in Betrieb genommen und bis 1906/07 erweitert wurden, entsteht ein in Europa einzigartiges Auswanderungsmuseum.“

Mehr Informationen zum geschichtlichen Hintergrund, Literaturhinweise, Pressemitteilungen und aktuelle Presseberichterstattung findet man hier:

http://www.ballinstadt.de/de/ (bw)


LinkToYourRoots

Weitere Jahrgänge online

Das Hamburger Auswandererprojekt LinkToYourRoots hat unter Adresse die Jahrgänge 1907 und 1908 der Auswandererlisten online gestellt. Damit sind nun die Jahrgänge von 1890 bis 1908 online.

Im Internet kann man nach Namen suchen und dann entweder selbst im Staatsarchiv Hamburg in die Listen schauen oder den angebotenen (kostenpflichtigen) Service nutzen und sich die Abschriften zusenden lassen. (as)

Weitere Informationen:


Adressbuchdatenbank

Update April 2005

Im April ist die Adressbuchdatenbank wieder einem größeren Update unterzogen worden. Bemerkungen, die die Erfasser aufnehmen, werden jetzt direkt beim Suchergebnis angezeigt. Weiterhin sind etliche neue Adressbücher in die Datenbank eingespielt worden:

In den u.g. Orten wurden folgende Jahrgänge (in Klammern Anzahl Datensätze) erfasst:

Burgsteinfurt, 1925 (1592)
Darmstadt (1799 (664), 1821 (1027), 1847 (1681), 1865 (2066) Hausbesitzer)
Jever, 1928/29 (2309)
Kiel, 1803 (7103)
Sillenstede, 1928/29 (337)
Spiekeroog, 1928/29 (76)

Die Adressbuchdatenbank kann online abgefragt werden unter:
http://www.adressbuecher.net

Sollten Sie Interesse an einer Mitarbeit im Adressbuchprojekt haben, wenden Sie sich bitte an info@adressbuecher.net (kpw)


Suchen und finden

Metasuche wieder verfügbar

Die Metasuche des Vereins für Computergenealogie, über die viele der genealogy.net-Datenbanken „in einem Rutsch“ abgefragt werden können, ist nun endlich wieder verfügbar. Unter der Adresse http://meta.genealogy.net können die Datenbanken GedBas, FOKO, Online-OFBs und historische Adressbücher abgefragt werden. Die Familienanzeigen-Daten kommen in den nächsten Tagen noch hinzu. Die Suchergebnisse können in der Nachfolgeseite anhand verschiedener Kriterien sortiert werden. Der Forscher hat so Zugriff auf ca. 3,5 Millionen Datensätze in einer einzigen Abfrage. (kpw)

URL: http://meta.genealogy.net

Software

FTM Starter Edition

Demoversion Family Tree Maker 2005

Es gibt neuerdings eine 14-Tage-Trial-Version des US-Programms Family Tree Maker 2005. Das bedeutet, dass man die US-Vollversion 14 Tage uneingeschränkt testen kann. Nach Ablauf der Testphase bleibt die Möglichkeit, eine eingeschränkte Version, die so genannte Starter Edition weiter zu nutzen. Viele Funktionen der Vollversion sind dort deaktiviert, was man an einem kleinen Schloss als Symbol erkennen kann. Ist eine Funktion in der Starter Edition nicht verfügbar, so erscheint vor der Bezeichnung der Funktion ein Schloss.

Schon während der Testphase hat man die Wahl zwischen „Buy now“ (Jetzt kaufen) und „Buy Later“ (Später kaufen). Man sollte auf jeden Fall Letzteres anklicken. Denn ein Klick auf „Buy now“ führt letzten Endes zum Kauf der US-Version direkt beim Anbieter. Die allermeisten Forscher in Deutschland sind aber sicher am Kauf der Version Family Tree Maker 2005 mit deutschem Sprachmodul interessiert. Und diese deutsche Version bekommt man nur bei Genealogie-Service oder bei Amazon.

Hier ist der Download-Link f.d. US-Version Family Tree Maker 2005:

http://www.familytreemaker.com/Download/Starter.aspx

Bitte beachten Sie, dass Sie evtl. vor dem Download der Datei (15,9 MB) Name und E-Mail-Adresse angeben müssen.

Unterschiede Vollversion – Starter Edition

Folgendes kann man in der Starter Edition nicht:

Lesezeichen verwenden, zwei Dateien gleichzeitig öffnen, Tafeln und Listen anpassen, Tafeln und Listen in anderen Formaten exportieren (pdf, Gedcom, txt …), Bücher und Timelines erstellen und veröffentlichen. Ferner steht nur die Standard-Ahnentafel zur Verfügung und das Standard-Familienblatt. Alle weiteren Tafeln kann man nur als Nutzer der Vollversion erzeugen.

Fazit:

Die Demoversion des US-Programms ist gut geeignet für alle, die das Programm zunächst einmal unverbindlich kennenlernen wollen (und vielleicht auch den Export von Daten aus ihrem bisherigen Programm testen). Wer gar kein Geld ausgeben will und mit einem englischsprachigen Basis-Programm auskommt, kann ja auch dabei bleiben (= FTM Starter Edition). Ansonsten kann man jederzeit auf die Vollversion umsteigen. Wenn es die deutsche Vollversion sein soll, muss man diese natürlich auch hier in Deutschland bei einem der o.g. Anbieter kaufen. (bw)

Vereine

Hinweise auf Aktivitäten in Vereinen und genealogischen Gruppen finden Sie (u.a.) im Genealogischen Kalender. Es lohnt sich, dort hineinzuschauen. Hinter dem immer gleichen Satz „Für den Monat abc sind x genealogische Termine im „genealogischen Kalender“ eingetragen.“, den Sie am Ende unseres Newsletters finden, verbergen sich ausgesprochen interessante Veranstaltungen. Tragen auch Sie Ihre Vereinstermine dort ein oder senden Sie eine uns eine Mail an die Redaktion (redaktion@computergenealogie.de), wenn Ihr Termin direkt im Newsletter und etwas ausführlicher vorgestellt werden könnte (wie die folgende Termine).


Das genealogische Wiki auf genealogy.net

Vortrag in Hamburg

Auf Einladung der Genealogischen Gesellschaft Hamburg e.V. wird am Donnerstag, dem 19. Mai 2005, André Studt von der Entstehung der genealogischen Enzyklopädie auf genealogy.net berichten. Ab 18.00 Uhr wird es im Hamburger Staatsarchiv (Kattunbleiche 19, 22041 Hamburg) darum gehen, wie jeder seinen Beitrag zum GenWiki leisten kann. Diese Veranstaltung ist natürlich kostenlos und Gäste sind herzlich willkommen. (as)


Bremen

Tag der offenen Tür bei der MAUS

Am 28.05. veranstaltet die MAUS – Bremer Gesellschaft für Familienforschung e. V. – im Staatsarchiv Bremen einen Tag der offenen Tür. In der Zeit von 10 – 18 Uhr steht das umfangreiche Archiv für Auskunftsuchende offen und Mitglieder der Maus für Beantwortung von Fragen zur Verfügung. An diversen Computerarbeitsplätzen werden die laufenden Projekte der Maus demonstriert. Ferner kann die umfangreiche CD-Sammlung der MAUS für eigene Forschungen benutzt werden.

Hans-Werner Hennes (Programmautor von Ahnenchronik) und Gisbert Berwe (Autor von GenPlus) sind ebenfalls anwesend und führen ihre Programme vor.

Während des Tages finden in einem Raum laufend Vorträge statt, so z. B. über die Themen „Einführung in die Familienforschung“, „Internet für Familienforscher“, „Über Bremen in die Welt“. Der Eintritt ist kostenlos! (kpw)

Die MAUS, Gesellschaft für Familienforschung e. V.
Am Staatsarchiv 1
28203 Bremen


CompGen-Jahreshauptversammlung 2005

mit Projektbesprechungen (GenWiki, GOV, Familienanzeigen, Adressbücher und Online-OFBs)

Am 11. Juni 2005 findet in Hannover die Jahreshauptversammlung des Vereins für Computergenealogie statt.

Beginn: 11. Juni 2005 um 13.30 Uhr
Ort: Freizeitheim Vahrenwald, Vahrenwalder Str. 92, 30165 Hannover, Kleiner Saal

Um die Teilnahme an der Jahreshauptversammlung attraktiver zu gestalten, werden in diesem Jahr am Vormittag vor der Jahreshauptversammlung Projektbesprechungen rund um die Themen GenWiki, GOV, Familienanzeigen, Adressbücher und Online-OFBs stattfinden. Hierzu sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Die Projektbesprechungen finden von 9-12 Uhr im Raum 12 und 13 statt. Anschließend besteht die Möglichkeit zum Mittagessen. Ein Restaurant befindet sich direkt im Freizeitheim. (bw)


25 Jahre MOSAIK

2. Internationaler Genealogentag in Kleve/Niederrhein

Am 15.10.2005 findet in der Stadthalle Kleve zum 2. Mal ein internationaler Genealogentag statt, der vom Verein MOSAIK in Kleve und dem Overkwartier van Gelre in Nijmegen organisiert wird. Hierzu sind auch wieder alle genealogischen Vereine und Anbieter von Computerprogrammen, Büchern und CDs eingeladen.

MOSAIK – die Familienkundliche Vereinigung für das Klever Land e.V. – feiert in diesem Jahr sein 25jähriges Bestehen.

Der Verein ‚Overkwartier van Gelre‘ fördert genealogische und historische Forschungen im Gebiet des ehemaligen Oberquartiers Geldern.

Beide Vereine sind grenzüberschreitend tätig und deutsch-niederländisch ausgerichtet, beide geben eine vierteljährliche Zeitschrift mit historisch-genealogischem Inhalt heraus. (gj)

http://www.overkwartiervangelre.nl/
Vorsitzender: Lucien Pijper, E-Mail: pijper@wishmail.net

Vorsitzender: Martin Wennekers, E-Mail: vorsitzender@mosaik-kleve.com

Medien

Neues für Neumark-Forscher

CD mit den ersten sieben Bänden des Jahrbuchs „Die Neumark“ erschienen

Gerd Schmerse hat eine neue CD Zweiter Sonderband (S2) der „Materialien zur Geschichte der Neumark“ erstellt mit den ersten sieben Bänden des Jahrbuchs „Die Neumark“ aus den Schriften des Vereins für Geschichte der Neumark, welche insbesondere die oft besprochenen Artikel über die Klassifikation der Neumark von 1718/19 enthalten, welche uns die Namen aller Bauern nennen:

Die Neumark.
Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Neumark.
Neue Folge der „Schriften“.

Die CD kann direkt bei Gerd Schmerse bestellt werden zum Kostenbeitrag von EUR 9,95 (plus Verp./Porto EUR 1,70) unter der Adresse schmerse@t-online.de

Siehe auch:


Kriegsende in Bayern

Das Erzbistum München und Freising veröffentlicht einen Archivschatz

„Im Juni 1945 wies der Generalvikar des Erzbischofs von München und Freising alle Seelsorger des Erzbistums an, über die erst kurz zurückliegenden Kriegsereignisse sowie Ablauf und Begleitumstände des Einmarsches der US-Armee in den einzelnen Seelsorgsbezirken zu berichten.“ So trocken beginnt ein vom Erzbistum München und Freising jetzt veröffentlichter Band, der bisher kaum beachtete Dokumente der Öffentlichkeit zugänglich macht – ein wahrer Schatz für Orts- und Familienhistoriker.

Der eingangs zitierte Einführungstext des Buches fährt fort: „Die rund 560 im Archiv des Erzbistums enthaltenen Berichte bieten eine Fülle von aus unmittelbarer Zeugenschaft geschöpften Informationen über die konkreten Ereignisse vor Ort und ermöglichen so eine teilweise neue Sicht auf das Epochenjahr 1945. Zugleich sind sie aufschlussreiche Zeugnisse dafür, wie Krieg und Kriegsende von den Geistlichen bewertet wurden. Der Band beinhaltet neben der vollständigen Edition aller erhaltenen Berichte eine Einleitung zu deren Entstehung, Überlieferung und Quellenwert sowie einen historischen Überblick über Kriegsende und Neubeginn in Bayern.“

Die Einmarschberichte stellen eine aktuelle Vor-Ort-Dokumentation aus der Zeit des Kriegsendes dar, was einen erheblichen Teil ihres Wertes ausmacht. Auch wenn die Vorfälle in Altötting und Penzberg wegen ihrer besonderen Dramatik aus den damaligen Geschehnissen herausragen, sind die bis dato in der Öffentlichkeit weniger bekannten Ereignisse in vielen anderen Pfarreien für die Betroffenen nicht weniger schlimm gewesen: Unklarheit über die aktuellen Machtverhältnisse, die wahnwitzigen Aktivitäten der unbelehrbaren SS in Form von Verhaftungen und Brückensprengungen, mehr oder weniger geglückte Übergabeversuche seitens der Ortsbehörden, zunächst freudige Erwartung der Befreier und dann Enttäuschung über Beschlagnahmen, Einquartierungen, Hausdurchsuchungen, aber auch Plünderungen, weniger durch die Besatzung, als durch entlassene Zwangsarbeiter und eigene Mitbürger. All dies führte zu einem ständigen Wechselbad der Gefühle und machte die Lage schwer erträglich. Es kam wohl auch zu häufigen Vergewaltigungen von Frauen, die aber bemerkenswerterweise in den Berichten nur sehr selten angesprochen werden. Pragmatismus war gefragt; daher ließ sich beispielsweise der Pfarrer von Moosinning zum Bürgermeister ernennen (nachdem die Amerikaner den bis dahin amtierenden 1. Bürgermeister verhaftet hatten), damit er besser mit den Besatzern verhandeln konnte. Und der Pfarrer von Bad Wiessee sieht es als seine Aufgabe an, ‚die Schuldigen an obigen letzten Verbrechen dem Gerichte zu überweisen’. Interessant und lehrreich also sind die Berichte aus einer nunmehr bereits 60 Jahre zurückliegenden und daher immer schwerer vorstellbaren Zeit.

Mit größter Anerkennung darf hervorgehoben werden, dass ein Archiv, das – wie viele andere – personell nicht gerade überbelegt ist, die Mühe auf sich nimmt, einen derart umfangreichen Bestand zur Zeitgeschichte vollständig (und zu einem sehr moderaten Preis) der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Denjenigen, welche die Kriegs- und Nachkriegszeit selbst miterlebt haben, wird das Werk eine Hilfe sein, Erfahrungen und Erinnerungen zu ordnen und vielleicht besser zu verarbeiten. Denjenigen, die erst später geboren wurden, und die – wie der Rezensent – der Meinung sind, dass der beste Schutz vor der Wiederholung schrecklicher historischer Ereignisse in deren Kenntnis und dem Nichtvergessen besteht, bietet das Buch in seiner Authentizität eine hervorragende Möglichkeit zur Information über Menschliches und Unmenschliches in schwieriger Zeit.

Aber auch für die Geschichts-Forscher aller Richtungen, sei es Landes-, Orts-, Hof-, Familien- oder auch Kirchengeschichte, stellt der Band eine einzigartige Quellensammlung dar, die im wesentlichen im Original-Wortlaut belassen und nur sehr zurückhaltend kommentiert wurde.

Wie bei der Behandlung aller zeitgeschichtlichen Themen musste auf Persönlichkeitsrechte Betroffener (Datenschutz) Rücksicht genommen werden, was teilweise die Anonymisierung von Personen- und Hausnamen (die in Altbayern oft mehr Bedeutung haben als die Familiennamen) erforderlich machte. Auch in Fällen, in denen die Berichterstatter besonders grauenhafte Ereignisse zu beschreiben hatten, wurde mit Rücksicht auf lebende Angehörige und Nachkommen anonymisiert.

Diese Tatsache schmälert jedoch den gesamtgeschichtlichen Informationswert keineswegs; andererseits können sich interessierte Heimat- und Familienforscher im Archiv des Erzbistums München und Freising die Original-Dokumente vorlegen lassen.

Vor allem Familienforscher werden es zu schätzen wissen, dass die Berichte dennoch Namen und Daten (z.B. gefallener Soldaten und umgekommener Zivilisten) enthalten, wie beispielsweise für die Pfarreien Oberhaching, Siegertsbrunn, Taufkirchen, Dürnzhausen, Langengeisling usw. Ein Namens- oder Personenregister mag man vermissen, doch hätte dies den ohnehin bemerkenswerten Umfang des Buches und den Zeitaufwand der Bearbeiter in nicht vertretbarem Maße vergrößert.

Selbstverständlich kann von den Verfassern der Einmarschberichte trotz erkennbaren Bemühens keine objektive und vollständige Darstellung der Ereignisse erwartet werden. Zum einen waren die Verhältnisse oft alles andere als übersichtlich, zum andern waren die Geistlichen häufig von den Schwierigkeiten unmittelbar betroffen; da musste verständlicherweise die Chronistenpflicht zurückstehen. Manches eignete sich wohl auch nicht für einen offiziellen Bericht, was mancher Ortsforscher bedauern wird, der sich von den Einmarschberichten Aufklärung über den einen oder anderen umstrittenen Vorgang erwartet hat.

Neben den Einmarschberichten selbst enthält das Buch auch Beiträge, die sie in den historischen Gesamtzusammenhang einordnen. Etwa über die Situation der Verfasser am Ende des Krieges, oder „Bayern im Übergang. Vom Kriegsende zur Besatzung 1945“, ein Schreiben von Erzbischof Michael Kardinal Faulhaber an Papst Pius XII. vom 17.Mai 1945 über die aktuelle Lage bei Kriegsende vor allem in München, oder der aufschlussreiche Bericht von Domvikar Friedrich Frei über seine Dienstfahrt durch die Erzdiözese vom 9. – 19. Mai 1945.

Einmarschberichte wurden nicht in allen deutschen Diözesen und auch nicht nach einheitlichem Schema erhoben. Gleichwohl liegen für die eine oder andere Diözese derartige Berichte vor und wurden z.T. auch bereits in unterschiedlicher Auswertung veröffentlicht (nähere Angaben im besprochenen Buch S. 113-120). Ein ähnliches Projekt wie das hier vorgestellte ist in der Diözese Würzburg noch für dieses Jahr zur Publikation vorgesehen; geplant ist aber lediglich eine Auswahledition.

Die Edition der Einmarschberichte der Erzdiözese München und Freising wird nach Lage der Dinge also auf absehbare Zeit einzigartig bleiben. Die mit großer Akribie, wissenschaftlicher Kompetenz, aber auch wohltuendem Einfühlungsvermögen geleistete Arbeit stellt eine echte Bereicherung nicht nur für die Geschichtswissenschaften dar, sondern auch für diejenigen, die dazu beitragen wollen, dass sich bestimmte Vorgänge der Geschichte nicht wiederholen. (Heribert Reitmeier)

Peter Pfister (Hrsg.)
Das Ende des Zweiten Weltkrieges im Erzbistum München und Freising
Die Kriegs- und Einmarschberichte im Archiv des Erzbistums München und Freising, Regensburg 2005
2 Teile, 1.498 S., ISBN 3-7954-1761-9 , € 29.90
(Band 8 der Reihe Schriften des Archivs des Erzbistums München und Freising)

Bezugsquellen:

  • Buchhandel
  • Verlag Schnell & Steiner, Leibnizstr. 13, 93055 Regensburg; Tel. 0941/78785-26, Fax -16; E-Mail: bestellung@schnell-und-steiner.de
  • Archiv des Erzbistums München und Freising, Karmeliterstr. 1, 80333 München; Tel. 089/2137-1346, Fax – 1702: E-Mail: archiv@ordinariat-muenchen.de

Standpunkt

Übersetzungen: Mensch oder Maschine?

Plädoyer für den Einsatz von qualifizierten Übersetzern und Dolmetschern

„Hilfe, ich muss einen Brief in Ungarisch schreiben, wer hat Erfahrung mit Übersetzungsprogrammen und kann mir eines empfehlen?“

Ähnliche Anfragen kommen immer wieder über die Mailinglisten. Selbstverständlich kann nicht jede/r von uns alle Sprachen der Welt beherrschen. Das ist auch gar nicht nötig: Es gibt eine (gar nicht so kleine) Gruppe von Menschen, die es sich zum Beruf gemacht hat, anderen über die Hürde einer fremden Sprache hinwegzuhelfen: die Übersetzer und Dolmetscher.

Übersetzer und Dolmetscher sind hilfreiche Wesen: sie beherrschen nicht nur Sprachen, die der Durchschnittsmensch sich nicht die Mühe macht zu lernen, wie zum Beispiel Arabisch, Chinesisch oder Sanskrit, um nur einige stellvertretend zu nennen. Übersetzer übertragen schriftliche, Dolmetscher mündliche Texte in andere Sprachen. Übersetzer und Dolmetscher, beide zusammen nennt man „Translatoren“, ermöglichen, ganz allgemein formuliert, Kommunikation zwischen Menschen, die einander aufgrund kultureller Hürden nicht verstehen.

Kulturelle Hürden sind natürlich in erster Linie sprachlicher Natur, aber wie oft passieren Mißverständnisse, obwohl man jedes Wort verstanden hat? Was ist mit den kleinen Alltäglichkeiten, die uns so selbstverständlich sind, wo es uns aber irritiert, wenn jemand anders reagiert, als wir erwartet hatten? Wie seltsam wirkt auf uns (Österreicher, Deutsche), dass Engländer und Amerikaner, geduldig in einer Schlange an der Bushaltestelle warten! Warum wünscht man sich in England nicht „Guten Appetit“ vor dem Essen? Wie unhöflich! Und wie steht es mit außereuropäischen Völkern, etwa den Japanern, die sich unterschiedlich tief vor ihrem Gegenüber verneigen?

Überlegen wir uns dazu ein Beispiel: Ein Japaner und ein Österreicher wollen miteinander reden, aber keiner der beiden spricht die jeweils andere Sprache. Was tun?

Im Alltag wird ein Freund oder Bekannter, der beide Sprachen spricht, als Laiendolmetscher ausreichen. Besagter Freund hat Japanisch gelernt, interessiert sich für die japanische Kultur und war auch schon in Japan? Wunderbar! Für ein zwangloses Treffen reicht das sicherlich aus! Aber wie sieht die Sache aus, wenn es gilt einen japanischen Besucher im Unternehmen, in dem man arbeitet, zu betreuen? Und nehmen wir weiter an, dass dieser Kunde unbedingt als Auftraggeber gewonnen werden soll. Genügt es da wirklich, dass ein Bekannter ein bißchen japanisch spricht? Oder wäre es nicht besser, einen professionellen Dolmetscher zu engagieren?

Im zweiten Fall ist es sicherlich leicht, sich für den Dolmetscher zu entscheiden, weil es sich ja um eine „exotische“ Sprache handelt. Aber kehren wir wieder zur Genealogie zurück. Wenn ich ein Archiv im Ausland anschreibe und um Auskünfte bitte, will ich auch eine positive Antwort bekommen. Das erreiche ich zweifelsohne am ehesten durch einen höflichen, gut formulierten Brief oder eine entsprechende E-Mail. So ein Brief ist in der Muttersprache schnell geschrieben und mithilfe eines Textverarbeitungsprogrammes auch in eine ansprechende Form gebracht. Jetzt noch das Ganze durch ein Übersetzungsprogramm laufen lassen und fertig! Wirklich?

Was können Übersetzungsprogramme leisten?

Zunächst ist zwischen der Maschinellen Übersetzung (MÜ, machine translation) und der computergestützten Übersetzung (computer-aided translation, CAT) zu unterscheiden. Maschinelle Übersetzung bedeutet, dass einzelne Wörter, Sätze oder ganze Texte von einem Computer von einer Sprache in eine andere übersetzt werden. Computergestützte Übersetzung kann einerseits bedeuten, dass der Computer übersetzt, und der Mensch dabei durch Vor- oder Nachbereitung des zu übersetzenden Materials (pre- bzw. post-editing) hilft. Man spricht dann von human-aided machine translation (HAMT). Andererseits kann CAT bedeuten, dass der Mensch übersetzt, und der Computer ihn dabei durch automatisches Nachschlagen von Terminologie (automatic dictionary look-up) oder durch Vergleichen von Texten mit früheren Übersetzungen (translation memory) unterstützt. Das wird machine-aided human translation (MAHT) genannt. Die CAT wird von vielen Über­setzern sehr erfolgreich eingesetzt und soll hier nicht weiter diskutiert werden.

Im vorliegenden Artikel gilt es zu klären, was Maschinelle Übersetzung leisten kann. Karl Steinkamp aus der ComputerGenealogie-Mailingliste hat mir das folgende eindrucks­volle Beispiel für die Qualität und Zuverlässigkeit von Übersetzungsprogrammen geschickt:

Aus dem ursprünglichen Satz
La marquise de Pompadour était la maîtresse de Louis XV.
(Die Marquise von Pompadour war die Mätresse von Ludwig XV.) wurde
Das Sonnendach des Strickbeutels war die Lehrerin von 15 Zuhältern.

Wo lag das Problem? Das Programm hatte offensichtlich Schwierigkeiten damit, Eigennamen und Wortbedeutungen zu erkennen, und historisches Hintergrundwissen zu aktivieren. Statt dessen wurden die einzelnen Wörter nacheinander ohne Berücksichtigung des Sinnzusammenhanges übersetzt. Schlimmer noch sehen aus dem Japanischen mittels AltaVista Babelfish übertragene Sätze aus, denn da bleiben nicht erkannte Schriftzeichen einfach un­verändert stehen und heraus kommt ein völlig unlesbarer Salat aus lateinischen und japanischen Schriftzeichen.

Wie arbeiten Übersetzungsprogramme? Sie wenden Regeln und Wissen an, mit denen ihre Entwickler die Funktionsweise der Sprache nachzubilden versuchen. Diese Regeln werden statistisch über die Untersuchung großer Textmengen gewonnen mit dem Ziel, das Verhalten eines Übersetzers zu imitieren. Da Sprachen aber außerordentlich komplex sind, ist es bisher noch nicht gelungen, vollständig und präzise zu beschreiben, wie sie funktionieren. Die Hauptschwierigkeit, mit der Über­setzungsprogramme zu kämpfen haben, ist sicherlich die Mehrdeutigkeit sprachlicher Äußerungen.

Dazu ein Beispiel: Der Kurs findet statt. / Der Kurs fällt.

Im Deutschen wird beide Male „Kurs“ verwendet, jedoch zunächst in der Bedeutung „Unterricht“ und im zweiten Satz in der Bedeutung „Aktienkurs“. Kostenlos angebotene Übersetzungsprogramme wie AltaVista Babelfish erkennen diesen semantischen Unterschied nicht und produzieren daher eine sinnlose Übersetzung. Fazit: Maschinelle Übersetzung kann den menschlichen Übersetzer nicht ersetzen.

Wie finde ich einen guten Übersetzer oder Dolmetscher?

Durch Empfehlung oder über die Berufsverbände. In Österreich sind das die Universitas, die Übersetzergemeinschaft, der Österreichische Gerichtsdolmetscherverband.

In Deutschland gibt es den Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. und die Assoziierten Dolmetscher und Übersetzer in Norddeutschland e.V.. Auf den jeweiligen Websites finden sich Suchmasken, wo man Ausgangs- und Zielsprache eingibt und zumeist auch nach Orten sortiert suchen kann.

„Übersetzer bzw. Dolmetscher sind so teuer.“
Ja, denn Qualität hat ihren Preis. Wer nichts zahlen will, bekommt (meistens) auch keine Qualität. (siehe Übersetzungsprogramme: erst durch aufwändiges Nach­bear­bei­ten werden die maschinell übersetzten Texte überhaupt lesbar). Nein, denn eine schlechte Übersetzung noch einmal machen zu lassen, kostet noch mehr Geld und noch mehr Zeit, als sie gleich ordentlich machen zu lassen.

Wundern Sie sich aber bitte nicht, wenn Sie auf den diversen Websites von Übersetzern keine Preise finden, sondern nur Kontaktformulare! Ein seriöser Übersetzer wird Ihnen keinen Preis nennen, bevor er nicht zumindest einen repräsentativen Teil des zu übersetzenden Textes gesehen hat: Für den Preis entscheidend ist der Schwierigkeitsgrad und die Länge des Textes, wie sehr es sich um Fachterminologie handelt, wie schnell Sie den Text haben wollen bzw. müssen, welche Art der Lieferung gewünscht ist, ob Layoutarbeiten zu machen sind, ob Druckfahnen Korrektur gelesen werden sollen, etc. Das alles fließt in die Erstellung eines Kostenvoranschlags ein.

„Ich spreche auch ein wenig Ungarisch, also kann ich auch übersetzen!“
Sie sind herzlich eingeladen, es zu versuchen! Aber: Es macht einen Unterschied, ob ich mich im Alltag in einer fremden Sprache verständigen kann, oder ob ich einen Fachttext übersetzen soll. Vereinfacht ausgedrückt ist Übersetzen mit einem Handwerk vergleichbar, dessen Handwerkszeuge man erst einmal lernen muss. Schließlich behauptet auch niemand, einen Tisch machen zu können, nur weil jeder weiß, wie ein Tisch aussieht?

„Wie kann ich wissen, ob der von mir ausgesuchte Übersetzer bzw. Dolmetscher gut ist?“
Auch hier helfen die Berufsverbände. Die Universitas etwa führt eine Liste für Übersetzer und Dolmetscher, in die nur eingetragen wird, wer über hinreichend Berufserfahrung verfügt und seine Arbeit von Kollegen hat prüfen lassen. Weiters braucht man zwei Bürgen, die bereits Universitas-Mitglieder sind, um überhaupt in den Berufsverband aufgenommen zu werden. Für BDÜ und ADÜ gibt es ähnliche Verfahren, für die Gerichtsdolmetscher sogar eine eigene Prüfung.

„Kennt sich der von mir ausgesuchte Übersetzer bzw. Dolmetscher auch im betreffenden Fachgebiet aus?“

Fragen Sie ihn bzw. sie danach! Die meisten Übersetzer und Dolmetscher haben Spezialgebiete, in denen sie bevorzugt arbeiten. Und wenn das Gebiet nicht zu ihren Stärken zählt, können sie sicher einen Kollegen oder eine Kollegin empfehlen, die sich auskennt.

Last but not least auch noch ein Hinweis auf den kostenlosen Übersetzungsdienst Transserv: Primär für kleine genealogische Übersetzungen konzipiert, übersetzen hier Freiwillige Texte mit maximal 40 Normzeilen (das sind Zeilen zu 60 Anschlägen). Den Reaktionen in der CompGen-Mailingliste zufolge arbeitet TransServ sehr zuverlässig.

Karen Jesserer
Fachübersetzerin für Französisch und Ungarisch
Mitglied der Übersetzergemeinschaft

Literaturempfehlungen: [alle 12.4.2005]

  • „Maschinelle Übersetzung“

http://de.wikipedia.org/wiki/Maschinelle_%C3%9Cbersetzung

  • Heinz-Dirk Luckhardt:Computergestützte und maschinelle Übersetzung für die Fachinformation

http://is.uni-sb.de/studium/handbuch/exkurs.mt.php

  • Gute Übersetzungen – (k)ein Problem? (ADÜ):
  • Kundeninformationsbroschüre (ADÜ):

Kaleidoskop

Termine

Für den Monat Mai sind 27 genealogische Termine in Annaberg-Buchholz, Bäumenheim, Baesweiler, Berlin, Bremen, Dortmund, Dresden, Düsseldorf (2x), Gladbeck-Rentfort, Hamburg (2x), Hannover (2x), Hildesheim, Inzigkofen, Kassel, Kempten, Linstow (Wolhynier), Mechernich-Kommern, Michelstadt, Pforzheim, Stuttgart (2x), Venlo, Wegberg und Wuppertal im „genealogischen Kalender“ eingetragen. Die Inhalte der Veranstaltungen, sowie Uhrzeiten, Ortsangaben und Veranstalter finden Sie unter: http://wiki.genealogy.net/index.php/Genealogischer_Kalender