Weltbienentag: Eine schöne Verbindung zwischen Imkerei und Familiengeschichte
Am 20. Mai ist Weltbienentag. Das ist ein guter Anlass zu erforschen, wie die Imkerei und unser Interesse an der Familiengeschichte zusammenhängen: In der Familien- und Ahnenforschung begegnen wir oft Vorfahren, die als Imker gearbeitet haben oder zumindest ein paar Honigbienen-Stöcke hatten.
Die Imkerei ist ein historisches Familienhandwerk, das sich bis heute erhalten hat. Sie ist einer der ältesten Berufe, die es gibt, und sie hat in vielen Familien eine lange Tradition. Die Menschen haben früh gewusst, wie wichtig Bienen für den Erhalt der Natur sind. In Kirchenbüchern und anderen Quellen aus vergangenen Zeiten findet man oft Hinweise auf Imker und Honigsammler.
Berufe, Namen und Orte
Je nach Region stoßen Familien- oder Heimatforscher auf ganz unterschiedliche Imker-Traditionen und in Adressbüchern und Ortsfamilienbüchern findet man oft regionale Berufsbezeichnungen wie „Zeidler“, „Büthener“, „Imker”, „Bienenzüchter” oder „Honighändler”. Im Norden Deutschlands gibt es zum Beispiel die Korb-Imker, im Süden die Wander-Imker, in Ostpreußen die Baum-Imker. Die Berufsbezeichnungen wurden oft zu Familiennamen, die man in der Metasuche im GenWiki an vielen Orten findet.

Was haben Familiennamen wie „Carell”, „Lakaschus“, „Lakeit“ oder „Waschkies” mit Bienen zu tun? Oder in Ostpreußen Ortsnamen wie „Bittehnen”? Für letzeren gibt es eine eigene GenWiki-Seite, auf der der Ortsname vom prußisch-litauischen Wort „Bité“ für Biene hergeleitet wird. Der in Ostpreußen vorkommende Familienname „Carell” wird von „karelis” d.h. Bienenzüchter abgeleitet, „Lakaschus“ ist mehrdeutig und hat vielleicht auch mit der Imkerei zu tun: Das litauische Wort „laka“ ist die Bezeichnung für das Flugloch der Bienen, „Lakeit” der Wald-Imker. „Waschkies” wird vom litauischen Wort „vaškas” für Wachs hergeleitet. Selbst „Honig“ ist ein in Deutschland einigemale vorkommender Familienname.
Die Meta-Suche und die Suche im Genwiki sind gute Möglichkeiten, nach Namen, Berufen und Orten zu suchen.
Dokumente digitalisieren und Namen erfassen
Die Digitalisierung macht’s möglich: Immer mehr historische Dokumente zur Imkerei-Geschichte werden in Archiven gefunden. In Klöstern des Mittelalters aufbewahrte Aufzeichnungen sind eine wahre Fundgrube. Auch Imkerei-Museen und Imker-Vereine sammeln altes Wissen, aus dem wir schöpfen können. Das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz weist unter II. HA GD, Abtl. 7 aus der Polizeiverwaltung für Ostpreußen und Litauen Quellen zur Förderung der Bienenzucht, der Honiggewinnung sowie des „Bienenzinses“ aus dem 18. Jahrhundert nach. Und das Landesarchiv NRW, Abteilung Ostwestfalen-Lippe bietet im Bestand L 37 Listen von Bienenzüchtern in Lippe. Für 1781 ist erwähnt, dass Prämien gezahlt wurden, um die Bienenzucht zu fördern.
Die Erfassung historischer Imker- und Imkerei-Verzeichnisse und deren Verknüpfung mit genealogischen Daten kann ein interessantes Forschungsfeld und Citizen-Science-Projekt sein. Bei Wikipedia gibt es bereits eine Liste von Imkern und Bienenforschern, die sich Verdienste um die Imkerei erworben haben.
Sowohl Imker als auch Familienforscher schätzen den Austausch in Vereinen und Netzwerken sehr. Der Verein für Computergenealogie (CompGen) bietet mit seinen Online-Stammtischen, Zoom-Meetings und Mailinglisten zahlreiche Möglichkeiten, sich mit anderen auszutauschen und neue Leute kennenzulernen.
Hast Du auch Imker in Deiner Ahnenforschung entdeckt? Wer Lust hat, kann Familiengeschichte(n) zur Imkerei gerne in den Kommentaren teilen!


