Was ein Familienforscher wissen sollte

Kurrentschriften lesen lernen

„das Netz [ist] das beste Medium für paläographisches Training“ – vor allem, wenn Menschen, die historische Quellen auch gerne selbst lesen können möchten, solch kundige Wegweiser haben. Auf seinem Blog zur Aktenkunde gibt der Archivar Holger Berwinkel einen fundierten Überblick über paläographische Weiterbildungsmöglichkeiten und Online-Ressourcen.

Westfalen als Auswanderungsland zwischen 1200 und 1900

Westfalen als Auswanderungsland zwischen 1200 und 1900 titelt ein Teil der geografischen-landeskundlichen Online-Dokumentation über Westfalen.

Die Online-Dokumentation der Geographischen Kommission für Westfalen im Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) bietet allen Westfalen-Interessierten einen umfangreichen landeskundlichen Einblick in den Landesteil von Nordrhein-Westfalen. 

LWL

Kleines Lexikon der Sepulkralkultur

Bildquelle: Holger Holthausen

Das Grabstein-Projekt führt ein kleines Lexikon der Sepulkralkultur.*

* Steinsärge aus Sandstein, 2013 auf dem Gelände des Heimatmuseums in Wyk (Nordfriesische Insel Föhr) fotografiert. Sie wurden im Mittelalter als Handelsware aus dem Rheinland nach Nordfriesland gebracht, in späteren Jahrhunderten als Viehtränken umfunktioniert (Quelle: Dr.-Haeberlin-Museum).


Lesehilfen des Hessischen Landesarchivs

Lesehilfe Hessisches Landesarchiv

Das Hessische Landesarchiv bietet auf seinen Seiten Lesehilfe.

Neben Downloads auf dieser Seite gibt es noch ein Video, auf welches wir hier noch hinweisen möchten:

Repertorium Academicum Germanicum – RAG Online

Das RAG ist ein Forschungsprojekt, das biografische Daten universitärer Gelehrten des Alten Reiches bis 1550 in einer Datenbank erfasst und auswertet.

Die Datenbank des RAG präsentiert die Elite der mittelalterlichen Studentenschaft: die Magister der Artistenfakultät, die Besucher der drei höheren Fakultäten der Jurisprudenz, der Theologie und der Medizin sowie die Universitätsbesucher aus dem Adel, auch wenn sie nicht promoviert worden sind.

Das RAG hat das Ziel, die Geschichte der kulturellen Reichweite einer geistigen Führungsgruppe der Vormoderne zu entwickeln und mit rund 60‘000 Personen einen umfassenden Einblick in die mittelalterlichen Ursprünge der modernen Wissensgesellschaft zu gewinnen.


DNA als Super-Datenspeicher

1972 gelang es Forschern, die Desoxyribonukleinsäure (DNA) mit  den vier relevanten Bausteinen (Adenin, Thymin, Guanin und Cytosin, abgekürzt: A, T, G und C) künstlich zu synthetisieren. Forscher haben damit die Idee umgesetzt, die DNA als Datenspeicher mit den Basen A, T, G und C als Code ähnlich wie beim maschinenlesbaren Strichcode zu verwenden. Statt des Binärsystems aus den Zahlen Null und Eins wird hier ein Quartärnärsystem benutzt, wobei der Genbaustein A der Zahl 0 (binär 00), T der Zahl 1 (binär 01), C der Zahl 2 (binär 10) und G der Zahl 3 (binär 11) entspricht.

DNA Technologie
Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Gentechnik-Firmen in den USA haben biochemische Verfahren entwickelt, die DNA-Stränge in der gewünschten Reihenfolge nach Auftrag zu synthetisieren. Die künstliche DNA, die durch die Polymerase-Kettenreaktion dupliziert wurde, enthielt die exakt gleichen Informationen. Die Speicherdichte ist enorm: Abschätzungen besagen, dass sich in einem Gramm DNA Milliarden von Gigabytes speichern lassen. In getrockneter Form sind die Moleküle sehr lange haltbar. Großer Nachteil: die Synthese der Kettenmoleküle ist heute zwar mit Labormitteln möglich, ist aber sehr zeitaufwendig und kostenintensiv. Die Automaten zum Auslesen der Informationen sind die gleichen, mit denen auch die menschlichen Gene entziffert werden, aber auch sie benötigen Zeit. Kommerziell verfügbare Sequenzier-Automaten können diese Reihenfolge der DNA-Bausteine wieder auslesen und in Zahlencode übersetzen. Die Startup-Firma CatalogDNA hat einen Automaten zur Synthese der Speicher-DNA entwickelt – noch hat er die Größe von einem Autobus. Auch Microsoft arbeitet zusammen mit der Universität von Washington an ähnlichen Projekten zur Datenspeicherung mit Biomolekülen.

Internationaler Sammelband zu nominativen Daten erschienen

Unter Beteiligung unseres zweiten Vorsitzenden Prof. Georg Fertig ist gerade ein internationaler Sammelband erschienen und auch online verfügbar, der aus einer Tagung an der Ural-Universität Jekaterinburg hervorgeht und verschiedene Datenbestände und Projekte aus Russland, Mittel- und Westeuropa vorstellt.

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Goliaths Vorfahren kamen aus Europa

Eine Analyse alter Genome deutet darauf hin, dass die biblischen Philister von Menschen abstammten, die über das Mittelmeer migrierten

Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte und der Leon Levy-Expedition hat erstmals das Erbgut von Menschen rekonstruiert und untersucht, die in der Bronze- und Eisenzeit (vor etwa 3.600 bis 2.800 Jahren) in der Hafenstadt Ashkelon lebten, einer der wichtigsten Städte der Philister. Die Analyse ergab, dass um die Zeit der mutmaßlichen Ankunft der Philister auch eine europäische Genkomponente nach Ashkelon gelangte. Das deutet darauf hin, dass die Vorfahren der Philister über das Mittelmeer migrierten und in der frühen Eisenzeit Ashkelon erreichten. Diese genetischen Erkenntnisse sind ein wichtiger Beitrag zu Klärung der seit langem diskutierten Frage nach der Herkunft der biblischen Philister.

Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte

Neues vom Neandertaler

„Neanderthal-Museum Mettmann“by unterkuenfteduesseldorf is licensed under CC BY-ND 2.0

Die Vorfahren aller späteren Neandertaler lebten schon vor 120,000 Jahren in Europa

Forschende haben am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig Teile des Erbguts von zwei etwa 120.000 Jahre alten Neandertalern aus Deutschland und Belgien sequenziert. Die Analysen dieser Erbgut-Sequenzen ergaben, dass die letzten Neandertaler, die vor etwa 40.000 Jahren lebten, zumindest teilweise von diesen etwa 80.000 Jahre älteren europäischen Neandertalern abstammen. Im Erbgut des 120.000 Jahre alten Neandertalers aus Deutschland fanden die Forschenden außerdem Hinweise auf eine mögliche Abstammung von einer isolierten Neandertalerpopulation oder von Verwandten des modernen Menschen.

Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie

National Library of Australia digitalisiert 10.400 Mikrofilm-Rollen

Die durch das Australian Joint Copying Project erstellten Mikrofilme sind für Ortsgeschichtler und Familienforscher eine wichtige Quelle, die aber nur schwierig zu benutzen war. Die australische Nationalbibliothek in Canberra hat nun in einem neuen Projekt begonnen, diese 7,5 Millionen Seiten zu digitalisieren und jedem Australier kostenlos zur Verfügung zu stellen. Damit werden alle Papierunterlagen und Findhilfsmittel besser durchsuchbar. Bei der ursprünglichen Verfilmungsaktion wurden Materialien aus der Nationalbibliothek Australiens, der Staatsbibliothek New South Wales und der Nationalarchive Großbritanniens und aus Privatbesitz fotografiert, die Australien, Neuseeland und den Pazifik betreffen. Sie enthalten historische Informationen zur Geschichte der Forschungsreisen, Sprachen und Geschichte der Aborigines und Melanesier, der frühen europäischen Siedler und Strafgefangenen, die Entwicklung der Städte und kirchlichen Einrichtungen, Handel und politische Entwicklung. Das Digitalisierungsprojekt soll im Juni 2020 abgeschlossen sein.

Für die kostenlose Benutzung von Büchern und digitalisierten Unterlagen ist ein Bibliotheksausweis nötig, der nur den in Australien lebenden Personen ausgestellt wird. Diese Einschränkung macht Nicht-Australiern die Forschung unmöglich. Neben einigen externen frei zugänglichen Datenbanken gibt es auch für Familienforscher einige Links zu kostenlosen Genealogie-Datenbanken. Die Weltkugel zeigt an, dass die Daten frei nutzbar sind.