Was ein Familienforscher wissen sollte

Verbreitungskarten für Namen

Die Webseite nvk.genealogy.net (siehe auch: nvk.entless.org) bietet die Möglichkeit, sich für Familiennamen die Verbreitung in Deutschland für 1890 und/oder 1996 anzeigen zu lassen. Dabei sind zum Vergleich mehrere Namen und Varianten des Namens möglich, die unterschiedlich farbig dargestellt werden. Die Darstellung ist wahlweise eine Punktekarte oder die Anzeige der Häufigkeit durch eine „Heatmap“. Die Basis für die Daten aus 1890 sind die Namen aus den Verlustlisten des Ersten Weltkriegs.

Namensverbreitungskarte

Auf ZEIT online gibt es eine weitere interessante Möglichkeit, die Verteilung von Straßennamen in Deutschland darzustellen. Zu den häufigsten Straßennamen zählen natürlich die Hauptstraße oder die Bahnhofstraße. Viele Straßennamen enthalten die Namen von bekannten Persönlichkeiten z.B. die Schillerstraße, oder Ereignisse wie Platz der deutschen Einheit. 450.000 Straßennamen wurden untersucht. Sie ergeben ein vielfältiges Bild mit historischen Bezügen aus westdeutscher und DDR-Vergangenheit. In den Erläuterungen wird die ungleiche Verteilung von Männer- und Frauennamen in Hamburg oder andere regionale Besonderheiten dargestellt.

Kirchenbücher des Bistumarchivs Münster jetzt bei Matricula-Online.eu

Das Bistumsarchiv Münster hat von 314 Pfarreien aus dem nordrhein-westfälischen Teil der Diözese Münster die Kirchenbücher bei „Matricula-Online.eu“ eingestellt. Insgesamt wurden 6.021 Matrikelbücher mit 510.806 Seiten hochgeladen. Auch die Bücher aus dem Archiv des Offizialats im oldenburgischen Teil des Bistums sind nun online zugänglich. Einige wenige Kirchengemeinden haben ihre Matrikelbücher nicht an das Bistumsarchiv abgegeben – sie fehlen bei den Digitalisaten. Die Schutzfristen (bei Taufbüchern 120, bei Heiraten und Sterbebüchern 100 Jahre) sorgen dafür dass z.B. die Taufen nur bis 1898 angezeigt werden dürfen. Das Angebot findet großen Anklang. Seit Beginn der Digitalisierung der Kirchenbücher auf „Matricula“ im Frühjahr 2017 haben Nutzer mehr als 600.000 Mal auf das Onlineangebot zugegriffen. In einem Gemeinschaftsprojekt mit ICARUS, dem Verein für Computergenealogie und dem Bistumsarchiv Münster wurde mit der Erfassung des Kirchenbuchs Bork mit dem Online-Datenerfassungssystem DES begonnen.

Neben dem Bistum Münster sind auch die Kirchenbücher aus den Bistümern Hildesheim, Magdeburg, Passau und Paderborn bei Matricula zur Einsicht frei zugänglich. Hinzu kommen evangelische Militärkirchenbücher aus Köln und Kirchenbücher aus Österreich, Luxemburg, Polen, Serbien und Bosnien-Hercegovina.

Siehe auch die Pressemeldung vom 15.5.2019 bei Kirche+Leben Netz von Martin Schmitz, KNA

Darstellung von Ahnen- und Nachfahrentafeln

Bradford F. Lyon bietet auf seiner Webseite http://learnforeverlearn.com/ancestors/ interessante Visualisierungen von großen Ahnen- und Nachfahrentafel an. Man kann eigene Gedcom-Dateien hochladen und sich Verwandtenehen und Ahnenverlust sichtbar werden lassen. Die Personen werden als verknüpfte Punkte auf einer Zeitachse dargestellt.

Exploring Family Trees
Exploring Family Trees

Fährt man mit der Maus über die Punkte, so werden Informationen über die Personen und die Verwandtschaft zur Ursprungsperson angezeigt. Man hat auch die Möglichkeit, sich die theoretischen DNA-Anteile anzeigen zu lassen. Auf der englischsprachigen Webseite werden weitere Beispiele angezeigt.

Verzeichnis der Stadtbücher in Deutschland

Im Projekt Index Librorum Civitatum werden alle (ehemals) vorhandenen Stadtbücher verzeichnet. Stadtbücher wurden seit dem 13. Jahrhundert in städtischen Kanzleien zu Verwaltungszwecken geführt. Darin wurden alle rechtsrelevanten oder zur Verwaltung notwendigen Angelegenheiten verzeichnet, z.B. aus der Gerichtsbarkeit, Neubürger, Ratslisten, Privilegienabschriften, Eide, Rechnungen, Steuerlisten usw. Stadtbücher geben so einen tiefen Einblick in das Leben mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Städte. Zu jeder Stadt gibt es außerdem in dieser Datenbank unabhängig davon, ob Archivalien vorhanden sind oder nicht, eine kurze Information zu Geschichte und Überlieferung. Für die „fünf neuen“ Bundesländer kann der ILC bereits als Recherche- und Nachweisinstrument genutzt werden. Hier werden derzeit ca. 450 Städte mit etwa 68.000 Stadtbüchern für die Zeit zwischen 1300 und 1800 nachgewiesen. Die Städte in den Bundesländern Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen werden von 2016 bis 2019 für die Datenbank erschlossen. Darüber hinaus werden in einem parallelen Forschungsprojekt auch die Stadtbücher der historischen Länder bzw. Provinzen Schlesien, Brandenburg und Pommern in die Datenbank aufgenommen. Die übrigen deutschen Bundesländer werden anschließend erfasst. Siehe auch den Artikel: https://wirtschaft.hypotheses.org/124

Der schwarze Tod – Die Pest im späten Mittelalter

Dr. Bernd Kirschbaum, Ense, gibt in der Zeitschrift ense-press, dem Heimatjournal am Haastrang zwischen Ruhr und Möhnesee, Heft 156 (Frühjahr 2019), auf den Seiten 10 und 11 eine chronologische Übersicht über die Seuchenzüge der Pest in der Region zwischen 1202 und 1631. Es lassen sich vier Formen unterscheiden:

1.) Beulenpest beginnt nach einer Inkubationszeit von zwei bis zehn Tagen mit schmerzhaften Entzündungen der regionalen Lymphknoten, die sich zu Geschwüren ausbilden können. Etwa die Hälfte der Befallenen überleben sie nicht.
2.) Lungenpest bricht ein bis zwei Tage nach der Ansteckung durch Tröpfcheninfektion aus und endet, unbehandelt, am zweiten bis fünften Tag tödlich.
3.) Pestsepsis, eine Blutvergiftung durch den Erreger, endet fast immer tödlich.
4.) Bei der Pest gibt es außerdem noch eine milde verlaufende Variante, die nur mit leichtem Fieber einhergeht und in der Regel keine tödlichen Folgen nach sich zieht.
Der Name »Pest« stammt vom Lateinischen »pestis«, was so viel wie »Seuche« oder »Verderben« heißt.

Scanathon 2018 in Wien

Am 7. November 2018 findet von 14-17 Uhr in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften,  Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien, Sitzungssaal in 1. OG, ein „Scanathon“ statt. Dabei wird das Scan-Zelt und die dazugehörige DocScan App vorgestellt, mit der man historische Dokumente mit dem Handy scannen kann.

Forscher des Computer Vision Lab der Technischen Universität Wien haben dieses einfache und mobile Hilfsmittel für die Scan-Arbeit im Archiv entwickelt. Das Scanathon wird in Kooperation mit dem ACDH (Austrian Centre for Digital Humanities)  der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und dem READ-Projekt als Teil der TRANSCRIBUS-Konferenz 2018 veranstaltet. Hier kann man sich für die Telnahme am Scanathon anmelden.