Der 1. Weltkrieg endete heute vor 100 Jahren, am 11. November 1918

Der Verein für Computergenealogie verfügt über die vermutlich größte Sammlung zu deutschen Soldaten im Ersten Weltkrieg. Mit 8,5 Millionen Datensätzen sind die Verlustlisten die mit Abstand umfangreichste Quelle. Sie enthalten Meldungen zu verwundeten, vermissten, in Gefangenschaft geratenen und getöteten Soldaten. In den meisten Fällen wird Familienname, Vornamen und Geburtsort genannt. Je nach Zeitpunkt der Meldung sind außerdem Einheit oder Geburtsdatum genannt. 

Alle 208.000 preußischen Soldaten, die nach dem Ende des 1. Weltkriegs noch vermisst wurden, sind in der Vermisstenlisten der Preußischen Armee aufgeführt. Hier findet man oft auch Hinweise zu Angehörigen.

Über Marinesoldaten lässt sich noch mehr herausfinden, da wir über zwei weitere Quellen verfügen. Im Gedenkbuch der Kaiserlichen Marine sind 35.000 ums Leben gekommene Marineangehörige mit Angabe von Schiff oder Marineeinheit verzeichnet.

Neben der „großen“ Verlustliste führte die Marine auch noch eine „Geheime Verlustliste“ mit deutlich detaillierteren Informationen. Sie enthält gut 97.000 Einträge zu Marine-Angehörigen.

Schon während des Krieges wurden Kriegsgefangene über die Schweiz ausgetauscht. In diesen Listen findet man zu 8.700 Personen zum Teil sehr detaillierte Angaben über Berufe und Aufenthaltsorte in der Kriegsgefangenschaft.

Eine kleinere Quelle ist die „Ehrenliste gefallener und vermisster Sanitätsoffiziere des Deutschen Heeres im 1. Weltkrieg„, die zu 1.300 Männern Nachname, Vorname, Dienstgrad, Truppenteil und Umstände des Todes aufführt.

Die Verlustlisten Österreich-Ungarns mit allen Kronländern erschließt CompGen in Kooperation mit Familia Austria, der Landesbibliothek Oberösterreich, dem Arbeitskreis donauschwäbischer Familienforscher (AKdFF), dem Arbeitskreis ungarndeutscher Familienforscher (AKuFF), der Vereinigung Sudetendeutscher Familienforscher (VSFF) und dem Kroatischen Staatsarchiv mit Hilfe des Dateneingabesystems (DES).

Aktuell wurden bereits über 1.100.000 Datensätze (Soldaten) erfasst. Es ist das erste Projekt, das bei CompGen mit OCR vorerfaßt wird und dadurch müssen die Einträge lediglich ergänzt, beziehungsweise die OCR-Vorgaben gegebenenfalls korrigiert werden. Weitere freiwillige Erfasser sind herzlich Willkommen!