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Kooperationspartner beim DES-Projekt Hochschulschriften: MPI für Innovation und Wettbewerb

DES-Projekt Hochschulschriften: Unterstützung aus Frankreich

18. Februar 2026/in Hochschulschriften, DES Datenerfassungssystem/von Michael Rose

Über das seit Dezember 2021 laufende DES-Projekt „Hochschulschriften“ des Vereins für Computergenealogie in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb in München berichtet der CompGen-Blog regelmäßig. Die Projektfamilie wächst dank einer französischen Bibliographie.

Das Jahresverzeichnis der deutschen Hochschulschriften wurde zum 15. August 1885 vom preußischen Bildungsministerium ins Leben gerufen. Auslöser war auch, dass die französische Regierung beginnend mit dem Jahr 1885 ebenfalls die an französischen Universitäten verfassten Hochschulschriften verzeichnen wollte. Jedoch hat die französische Nationalbibliothek bereits seit 1882, und damit über 3 Jahre früher, Dissertationen ausländischer Universitäten verzeichnet. Um diese Dissertationen und ihre Autoren zu erfassen, wurde nun ein neues DES-Projekt gestartet.

Alle großen europäischen Universitäten

Deckblatt des "Catalogue des dissertations"
Deckblatt des ersten Jahrgangs des Verzeichnisses von Hochschulschriften ausländischer Universitäten, die der französischen Nationalbibliothek vorlagen.

Laut Vorbemerkung des ersten Jahrgangs beruht das Verzeichnis auf „Austauschabkommen zwischen den ausländischen Universitäten und unseren französischen Fakultäten“, die im „Laufe des Studienjahres 1881–1882 abgeschlossen“ wurden. Universitäten bzw. Fakultäten haben also gegenseitig ihre Dissertationen, Vorlesungsverzeichnisse etc. ausgetauscht. Für zumindest den ersten Jahrgang warnt der Verfasser, dass das Verzeichnis nicht vollständig ist. Aber er spricht davon, dass „alle großen europäischen Universitäten“ verzeichnet sein werden, deren er 33 gezählt hat.

Zu diesen zählen neben allen Universitäten des Deutschen Reiches auch die schweizerischen Universitäten Basel, Genf und Zürich, die belgischen Universitäten Gent, Leiden und Lüttich, die dänische Universität Kopenhagen, die schwedischen Universitäten Lund und Uppsala, die russische Universität Dorpat. Auffällig ist die Abwesenheit von Österreich.

Erfassung mit dem DES

Die Bücher befinden sich noch immer in der französischen Nationalbibliothek. Einige der frühen Jahrgänge sind in der Plattform Gallica verfügbar. Die Einträge enthalten neben dem Namen des Verfassers den originalen Titel, eine Übersetzung desselben, falls er nicht französisch oder lateinisch ist, Hinweise zum Druck und auf Sekundärpublikationen (falls die Dissertation auch in einer Zeitschrift erschien).

Die Universitäten, die heute noch in Deutschland sind, wurden mit Transkribus und GPT OSS bearbeitet. Das heißt, der Text wurde von Transkribus erkannt und GPT OSS hat ihn gemäß unseren Anweisungen in Felder aufgeteilt. Mit dem DES müssen nun diese Einträge korrigiert werden. Da die ehemals reichsdeutschen Universitäten Breslau, Königsberg und Strassburg meistens fehlen, müssen diese abgetippt werden. Das gilt auch für manche Universität, die heute noch in Deutschland liegt.

Da auch manche Universitäten außerhalb Deutschlands Menschen angezogen haben, die für das deutsche Genealogienetz relevant sind, können auch die Schriften der anderen Universitäten erfasst werden. So war die Universität Zürich ein beliebter Studien- und Promotionsort für Frauen aus dem Deutschen Reich. Doch auch in Basel, Lüttich und Lund finden sich frisch Promovierte, die ihre Dissertation im Deutschen Reich drucken ließen.

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