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Kooperationspartner beim DES-Projekt Hochschulschriften: MPI für Innovation und Wettbewerb

DES-Projekt Hochschulschriften: Unterstützung aus Frankreich

3. März 2026/in Hochschulschriften, DES Datenerfassungssystem/von Michael Rose

Über das seit Dezember 2021 laufende DES-Projekt „Hochschulschriften“ des Vereins für Computergenealogie in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb in München berichtet der CompGen-Blog regelmäßig. Die Projektfamilie wächst dank einer französischen Bibliographie.

Das Jahresverzeichnis der deutschen Hochschulschriften wurde zum 15. August 1885 vom preußischen Bildungsministerium ins Leben gerufen. Ein Auslöser dafür war, dass die französische Regierung beginnend mit dem Jahr 1885 ebenfalls die an französischen Universitäten verfassten Hochschulschriften verzeichnen wollte. Jedoch hat die französische Nationalbibliothek bereits seit 1882, und damit über drei Jahre früher als das preußische/deutsche Verzeichnis, Dissertationen ausländischer Universitäten verzeichnet. Damit waren vor allem das Deutsche Reich, Belgien und die Schweiz gemeint.

Um diese Dissertationen und ihre Autoren zu erfassen, wurde nun ein neues DES-Projekt gestartet.

Alle großen europäischen Universitäten

Deckblatt des "Catalogue des dissertations"
Deckblatt des ersten Jahrgangs des Verzeichnisses von Hochschulschriften ausländischer Universitäten, die der französischen Nationalbibliothek vorlagen.

Laut Vorbemerkung des ersten Jahrgangs beruht das Verzeichnis auf „Austauschabkommen zwischen den ausländischen Universitäten und unseren französischen Fakultäten“, die im „Laufe des Studienjahres 1881–1882 abgeschlossen“ wurden. Universitäten bzw. Fakultäten tauschen gegenseitig ihre Dissertationen, Vorlesungsverzeichnisse etc. aus. Für zumindest den ersten Jahrgang warnt der Verfasser, dass das Verzeichnis nicht vollständig ist. Aber er spricht davon, dass „alle großen europäischen Universitäten“ verzeichnet sein werden, von denen er 33 gezählt hat.

Zu diesen zählen neben allen Universitäten des Deutschen Reiches auch die schweizerischen Universitäten Basel, Genf und Zürich, die belgischen Universitäten Gent, Leiden und Lüttich, die niederländischen Universitäten Amsterdam und Utrecht, die dänische Universität Kopenhagen, die schwedischen Universitäten Lund und Uppsala, die britische Universität Oxford und die russische Universität Dorpat.

Auffällig ist die Abwesenheit von Österreich-Ungarn. Offenbar gab es da bis 1888 kein Austauschabkommen.

Nur wenige biographische Informationen

Da das Verzeichnis auf Tauschabkommen basierte, wurden die Schriften in dem Jahr verzeichnet, in dem sie in Frankreich angekommen sind – und nicht in dem Jahr, in dem sie verfasst wurden. Darum finden sich selbst in der Ausgabe von 1888 noch Schriften aus dem Jahr 1876.

Die Bücher befinden sich noch immer in der französischen Nationalbibliothek. Einige der frühen Jahrgänge sind in der Plattform Gallica verfügbar. Die Einträge enthalten neben dem Namen des Verfassers den originalen Titel und Hinweise zum Druck sowie auf Sekundärpublikationen (falls die Dissertation auch in einer Zeitschrift erschien). Biographische Angaben fehlen leider vollständig, doch der Druckort kann Aufschluss über den Lebensweg geben.

Erfassung mit dem DES

Nahezu alle verzeichneten Universitäten zogen Menschen an, die für das deutsche Genealogienetz relevant sind. Das gilt natürlich insbesondere für die Universitäten der Schweiz und des Deutschen Reiches. Doch auch in Lüttich, Oxford und Lund finden sich frisch Promovierte, die ihre Dissertation im Deutschen Reich drucken ließen, und damit wahrscheinlich von dort stammen. Deshalb wollen wir alle Einträge erfassen.

Für die Wissenschaftsgeschichte ist besonders die Universität Zürich spannend. Sie war ein beliebter Studien- und Promotionsort für Frauen aus dem Deutschen Reich, wo das Frauenstudium noch nicht möglich war. Die Bayerin Anna Bäumler aus München, 1887 in Medizin promoviert, ist so ein Beispiel. Ein anderes interessantes Beispiel ist die Österreicherin Léonore Welt aus Chernivtsi (heue Ukraine), über deren medizinische Dissertation und Lebensweg diese englischsprachige Studie oder dieser französischsprachige Wikipedia-Artikel informieren.

Insgesamt stehen alle Jahrgänge 1882 bis 1888 zur Erfassung bereit. Das sind etwa 900 Seiten mit jeweils zwei Spalten.

Die allermeisten Einträge sind schon vorbelegt. Mit dem DES müssen nun diese Einträge korrigiert werden. Das heißt, der Text wurde von Transkribus erkannt; das Große Sprachmodell GPT OSS hat ihn gemäß unseren Anweisungen in Felder aufgeteilt. Lediglich in den Jahrgängen 1882 bis 1885 fehlen meistens die Universitäten, die heute nicht mehr oder noch nie in Deutschland lagen, also z.B. die Universitäten Breslau, Strassburg oder Zürich. Diese Einträge müssen also abgetippt werden.

Weitere Informationen finden sich auf der Projektseite im GenWiki.

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Schlagworte: Schweden, Niederlande, Transkribus, Frankreich, Belgien, Schweiz, Russland, Dissertationen, Dänemark, GPT OSS
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