„Genius“-Datenbank erleichtert die Standesamtssuche im Archiv
Heinz Otto Schnier und Herbert Mülfarth vom Arbeitskreis Familienforschung im Geschichtsverein Grevenbroich präsentierten im Oktober 2026 im Meerbuscher Stadtarchiv die neuesten Datensammlungen für die Suche in historischen Zivil- und Personenstandsurkunden. Die Rheinische Post berichtete darüber. Die Geburts- Heirats- und Sterbedaten ab 1789 werden am Computer in der „Genius“-Datenbank kostenlos zur Einsicht bereitgestellt.

Für die Mitarbeiter des Stadtarchivs in Meerbusch-Osterath ist das neue Programm eine wertvolle Unterstützung. Jedes Jahr gehen dort nach eigenen Angaben rund 1.200 bis 1.300 Anfragen zur Familienforschung ein – Tendenz steigend. Einige davon kommen auch dank der KI-Übersetzung aus dem Ausland.
Für das Meerbuscher Stadtgebiet haben die Ehrenamtler aus Grevenbroich 20.091 Geburtseinträge, 6.353 Heiratseinträge und 15.664 Sterbeeinträge aus den vom Archiv zur Verfügung gestellten Digitalisaten erfasst. Im Datenbestand kann gezielt nach Personen sowie Namen, Rollen oder Verwandtschaftsverhältnissen gesucht werden. Die gefundenen Personendatensätze lassen sich zusammenstellen und exportieren. Die angefragten Urkunden können damit einfach aus dem Bestand bereit gestellt werden.
Weitere Standesamtsregister aus anderen Orten des Rheinkreises Neuß und Umgebung
Die Mitglieder des Arbeitskreises Familienforschung im Geschichtsverein Grevenbroich sind seit 20 Jahren aktiv. Sie haben in vielen Archiven im Rheinkreises Neuß angefragt und Digitalisate der Zivil- und Personenstandsurkunden erhalten oder selbst digitalisiert, wobei sie sie zunächst in Excel-Dateien erfassen. Die Daten aus Grevenbroich, Erkelenz, Jüchen, Rommerskirchen, Bedburg, Bergheim und weiteren Orten wurden in das extra hierfür entwickelte Datenverwaltungsprogramm „Genius“ importiert und gespeichert. Die Neuß-Grevenbroicher Zeitung informierte darüber bereits 2018. Im Jahr 2022 meldete Stefan Fassbender die Fertigstellung der Register von Zons, Nievenheim und Dormagen.
Mit der Software können auch Daten aus den anderen Orten recherchiert werden. Insgesamt sind bisher in allen teilnehmenden Städten 2,056 Millionen Einträge zu Geburt und Taufe, 525.000 Einträge zu Heirat sowie 1.430.000 Einträge zu Tod und Beerdigung im System hinterlegt. Durch einen Vortrag des Programmautors von „Genius“, Thomas Froitzheim, vor der Bezirksgruppe Aachen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde (WGfF) wurden die Mitglieder des Geschichtsvereins Baesweiler im Februar 2017 angeregt, die Standesamtsregister von Geilenkirchen, Immendorf, Teveren und Würm zu indexieren und in „Genius“ einzuspeisen.
Teils unverständliche Zurückhaltung – und die Ausnahmen
Hier im Blog wurde bereits mehrfach über die Veröffentlichungen von Zivil- und Personenstandsregistern berichtet und auch „Genius“ schon erwähnt. Viele Index-Daten gelangen nur schwer in die Öffentlichkeit, weil darüber nur wenig informiert wird. Viele nicht digitalisierte und sogar viele bereits digitalisierte Registerbände bleiben so in den Archiven verborgen. Sie stehen nur den Besuchern im Archiv zur Verfügung.
Es ist unverständlich, dass manche Archive nach wie vor zurückhaltend gegenüber der Internet-Öffentlichkeit sind, wo doch ein Teil der nordrhein-westfälischen Heiratsregister (1874–1899) und Sterberegister (1874–1938) auf der Webseite des Landesarchivs für Forschende am heimischen Computer zur Verfügung steht. Deshalb lohnt es sich auch, auf der neuen Webseite des „Deutschen Personenstandsverzeichnisses“ depeve.de nachzuschauen, welche Urkunden aus NRW schon anklickbar sind.


