Beiträge über digitale Angebote Dritter (Archive, Bibliotheken etc.)

Amtsbücher von Karlsruhe und Mannheim

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt die digitale Erschließung der Amtsbücher von Karlsruhe und Mannheim. Amtsbücher sind dicke Folianten mit den Aufzeichnungen der Verwaltungsgremien, Listen zu Steuern, Grundstücken oder Pfändungen. Sie sichern und bewahren die Rechte, Dienste und Einnahmen der Herrschaft. Für Karlsruhe wurde zunächst eine Auswahl getroffen, die die Kernstadt und zehn eingemeindete Orte betrifft: Eine stattliche Anzahl von 2.202 Amtsbüchern mit ca. 1,7 Millionen Seiten. Das älteste Durlacher Amtsbuch ist von 1530. In Mannheim sind 811 Amtsbücher aus der Kernstadt und acht Vororten vorgesehen. Die ältesten Ratsprotokolle des Stadt- bzw. Gemeinderats seit 1661 von Mannheim sind bereits digitalisisert und online. Auch aus den umliegenden Dörfern und einstmals selbstständigen Stadtteilen gibt es entsprechende Amtsbücher. Im Dorfbuch von Käfertal von 1611 hat der Schutheiß alle Grundstücke und ihre Besitzer festgehalten. Die Amtsbücher sind eine wichtige Quelle für Familienforscher – insbesondere in der Vor-Kirchenbuchzeit.

Ratsprotokoll 1661. Quelle: MARCHIVUM – Mannheims Archiv Signatur 1/1900_00001

Nach der Digitalisierung werden die Scans sowohl in den Recherche-Datenbanken der beiden Archive als auch in das Archivportal-D bzw. die Deutsche Digitale Bibliothek eingepflegt und somit online recherchier- und einsehbar sein.

Rheinische Sterberegister 1876-1938 von Aachen bis Issum online

Wie bereits im Mai-Newsletter 2019 gemeldet, hat das Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland in Duisburg, 2019 begonnen, die Zweitschriften der Sterbeurkunden aus dem Personenstandsarchiv Rheinland für den Zeitraum von 1876 bis 1938 online zu stellen. Die Erstschriften (soweit erhalten) sind in den jeweiligen Kommunalarchiven zu suchen. In Zusammenarbeit mit FamilySearch werden die fast 33.000 Bände aus Duisburg von FamilySearch fotografiert und nach und nach auf der Webseite des Landesarchivs NRW online gestellt. Auf der Webseite von FamilySearch sind dieselben Digitalisate ebenfalls registriert, angezeigt werden die Bilder aber nicht. Auch die früher von FamilySearch angefertigten Mikrofilmkopien aus Brühl von Urkunden aus der Zeit vor 1875 bleiben weiterhin für Nutzer in Europa unzugänglich. Maßgeblich für die Einordnung der Standesamtsregister des Bestands PA 3103 sind die in den Nachkriegsjahren gültigen Zuordnungen zu den damals aktiven Standesämtern. Deswegen tauchen auch Orte auf, die in der alphabetischen Reihenfolge erst später erwartet werden, z.B. Meiderich und Ruhrort unter Duisburg, Liedberg unter Gladbach oder Ratheim unter Heinsberg. Die Suche nach den Registern für Aachen bis Essen wird erleichtert durch eine Zusammenstellung von Iris Gedig auf der Seite Familienbuch-Euregio: Im Menüpunkt „Historische Listen“ aufrufen, ganz unten auf „Sterbeurkunden NRW / Rheinland 1876 bis 1938″ klicken. In der ersten Liste kann man nach Orten und Jahren filtern, mit den Links in der 3. Spalte gelangt man direkt zum Viewer. Es ist zu hoffen, dass die Übersicht weiter ergänzt wird. (Nachtrag 18.8.2019: ist erfolgt!)

Für einige Register gibt es auch Urkunden ab Oktober 1874 Quelle: LAV NRW R PA 3103 Nr. 5936

In den Erläuterungen des Landesarchivs wird die Historie der Registerbände beschrieben: Die Zweitschriften der Registerjahrgänge 1874/1876 – 1899 gelangten über die Landgerichtsarchive ab 1942 an das Landessippenamt der Rheinprovinz und wurden nach Ende des Zweiten Weltkriegs vom Personenstandsarchiv Rheinland übernommen. Die für die Fortführung der seit 1900 angelegten Zweitschriften zuständigen Amtsgerichte lieferten in den Jahren 1953/1954 die Zweitschriften der Registerjahrgänge 1900 – 1938 an die seinerzeit noch in Koblenz-Oberehrenbreitstein ansässige Abteilung des Personenstandsarchivs I ab. Etwa 80 % der Registerjahrgänge enthalten am Ende jeweils ein Namensregister. Die ebenfalls teilweise existierenden Zehnjahresregister (Dezennaltabellen) wurden nicht fotografiert.

Verlustlisten Österreich-Ungarn – ein internationales Projekt

Die Erfassung der Verlustlisten des 1. Weltkriegs Österreich-Ungarns ist ein wahrlich internationales Projekt. Die Hauptarbeit erledigen derzeit Freiwillige aus Österreich und Deutschland, aber auch aus Italien und Kroatien hatten wir schon tatkräftige Hilfe, wie an diesem Diagramm der nach Monaten gruppierten erfassten Einträge zu sehen ist:

Dass hier Freiwillige aus mehreren Ländern zusammen arbeiten, ist eine tolle Sache! Wenn man sich jedoch vor Augen führt, wie viele Länder heute Gebiete vom ehemaligen Österreich-Ungarn zu ihren Staatsgebiet zählen, so würde man sich eine noch größere internationale Beteiligung wünschen.

Wir haben sogar versucht, ein möglichst internationales Publikum anzusprechen. So gibt es die Bedienungsanleitung für die Erfassung auch auf Englisch und auf Ungarisch. Vielleicht ist aber in vielen Ländern noch gar nicht bekannt, dass es unsere Erfassung gibt. Daher würden wir uns über die Weitergabe der Information und Helfer (ganz egal aus welchem Land!) freuen.

Zur Suche in den vorhandenen Daten und zur Anleitung, wie man mithelfen kann: http://verlustlisten.at

Sachsens Adressbücher werden digital zugänglich

Auswahl der Orte aus der Karte Sachsens

2012 haben die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB), die Städtischen Bibliotheken Dresden und das Dresdner Stadtarchiv die Digitalisierung und Erschließung der Adressbücher gestartet. Das älteste Dresdner Adressbuch ist von 1702,  die zwischen 1831 und 1943/44 sind fast komplett vorhanden. Die Digitalisate sächsischen Adressbücher wurden mit Inhaltsverzeichnissen versehen, Freiwillige haben jeweils den ersten Familien- und Straßennamen auf jeder Seite erfasst, so dass die Suche danach einfacher möglich ist. Aus ganz Sachsen sind zahlreiche Bücher recherchierbar. Die Großstädte Leipzig, Chemnitz und Dresden sind naturgemäß besonders stark vertreten. Die Adressbücher der verschiedenen Orte und ihre Erscheinungsjahre sind komfortabel über die Karte und eine Zeitschiene wählbar.

Status animarum – Seelenlisten des Bistums Münster

Neu bei Matricula-Online.eu: Der Status Animarum (Seelenlisten) von 1749 und 1750 ist die erste fast vollständige Erfassung der Bevölkerung des Bistums Münster und bietet die erste Volkszählung nach einheitlichen Vorgaben, auch wenn diese sehr unterschiedlich in den Kirchspielen umgesetzt wurden. Dennoch bietet der Status Animarum einen guten Überblick über die Gesamtbevölkerung, mit Angaben zu den Haushalten und Einwohnern, Alter, Berufe und weitere Angaben, die zur Familien-, Regional-, Sozial- und Demographieforschung herangezogen werden können.

Quelle: Matricula-Online

Archiv des Erzbistums München und Freising geht online

Eines der bedeutendsten Kirchenarchive Deutschlands geht online. Unter den rund vier Millionen digitalisierten Seiten finden sich auch das älteste Dokument im Archiv des Erzbistums, eine Urkunde von Bischof Otto I. aus dem Jahr 1147, alle historischen Tauf-, Trauungs- und Sterbebücher der Erzdiözese und die älteste Bistumsbeschreibung von 1315. Damit ermöglicht das Erzbistum eine zeitgemäße Nutzung seiner historischen Archivalien etwa für die Familien- und Ortsgeschichtsforschung. Zugleich soll die dauerhafte Überlieferung von Unterlagen gesichert sein. Historische wie gegenwärtige Aktenverwaltung werden verbunden durch ein integriertes System, das sowohl die digitale Planung und Erfüllung der archivischen Arbeiten als auch die Übernahme, Sicherung und Bereitstellung echter digitaler Verwaltungsunterlagen möglich macht. Auch die Online-Präsentation der Bestandsübersicht, von Findbüchern und digitalisierten Archivalien aller Gattungen wird so ermöglicht. Hier ist das Archiv ab dem 16. Juli abrufbar.

Quelle: VaticanNews

Adressbücher von Eilenburg

Das Stadtarchiv Eilenburg hat dem Verein für Computergenealogie mehrere Digitalisate von Adressbüchern freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Diese befinden sich nun in der DigiBib. Es handelt sich dabei um die Jahrgänge 1888, 1894, 1898, 1910, 1924, 1927 und 1930. Desweiteren noch die Telefonanschlüsse zu Eilenburg im Fernsprechbuch von Halle 1942/43.

Arbeiten mit der ‚Kartei Leipziger Familien‘

Beispielhafte Karteikarte

Georg Fertig, zweiter Vorsitzender des CompGen, hielt auf dem 23. Sächsischen Archivtag einen Vortrag, dessen Kernbeispiel die ‚Kartei Leipziger Familien‘ war. Thekla Kluttig berichtete hier kürzlich darüber.

Welchen Nutzen können wir Familienforscher aus diesem Kooperationsprojekt ziehen?

Die durch freiwillige Helfer erzeugten Metadaten der Leipziger Karteikarten ermöglichen es, Daten für die eigene Forschung leicht aufzufinden. Mit den angezeigten digitalisierten Karteikarten sind wir dann gleichzeitig zu Hause und im Archiv. Jetzt können wir uns diesen Quelleninformationen konzentriert zuwenden. Wer seinen heimischen Arbeitsplatz entsprechend ausgestattet hat, wird Karteikarte und Genealogieprogramm nebeneinander geöffnet haben. Wer lieber per Papier arbeitet, kann sich die Karteikarte natürlich auch ausdrucken. Unbedingt zu empfehlen ist es, sich die Projektinformation durchzulesen. Darin heißt es unter anderem

„Damit jede Familie als zusammengehörige Einheit erfasst werden kann, wurden die Digitalisate gesichtet und die jeweiligen Vorder- und Rückseiten einer Karteikarte sowie ggf. weitere zugehörige Karten zu einer Bild-Datei zusammengefügt. Jede dieser Bild-Dateien umfasst nun eine Familie, bestehend aus einem Familienoberhaupt, einer oder mehrerer Ehefrauen und einem oder mehrerer Kinder. Zusätzlich sind Drittpersonen (Eltern, weitere Ehepartner etc.) genannt, so dass sich Familienstrukturen über mehr als eine Generation hinweg abbilden lassen.“

Nachfahrentafel (AGES)

Besonders hilfreich und wichtig ist die Auflösung der auf den Karteikarten verwendeten häufigsten Abkürzungen. – Man wird die Daten nun mit seinem jeweiligen Genealogieprogramm erfassen. Im konkreten Fall wurde dafür AGES – es erzeugt ohne Umweg saubere GEDCOM-Daten – genutzt und eine erste Teil-Visualisierung erzeugt.

Dieser Familienzweig wurde bereits durch den Autor erforscht, es gibt aber offensichtlich Ergänzungen und Zusatzdaten. Der neue Datenbestand soll deshalb nun mit den auch aus Sekundärquellen gespeisten bisherigen Daten abgeglichen werden. Einen guten optischen Überblick ergibt die gewonnene GEDCOM im Stammbaumdrucker.

Mit dem Stammbaumdrucker erzeugte Nachfahrentafel

Aus nicht mehr als 4 Karteikarten werden die verwandtschaflichen Verflechtungen der Familien Hander, Kaphahn, Meißner und Teuthorn dargestellt. Natürlich gibt es weitere Perspektiven, für die hier kein Platz ist. Besonders hilfreich ist eine Verwandtschaftstafel. Hier wird unter anderem gut sichtbar, dass Johann Karl Wilhelm T. die Tochter seiner Halbschwester Charlotte Pauline Hander ehelichte.

Wieviel mehr Möglichkeiten würden sich eröffnen, wenn die angekündigte Verknüpfung mit dem derzeit ruhenden Projekt ‚Altes Leipzig‘ verwirklicht werden könnte und die dort vorhandene Datenbasis zugänglich würde.

Evangelische Kirchenbücher aus Bayern bei Archion

Die ersten 8000 Kirchenbücher, die im Landeskirchlichen Archiv  der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Nürnberg lagern, sind bei Archion online gegangen. Es handelt sich um Kirchenbücher der Dekanate Ansbach, Hof, Michelau i.Ofr., Würzburg, Bad Neustadt a.d.Saale und Erlangen. Welche Bücher neu einzusehen sind kann man hier nachschauen. Die ältesten nunmehr veröffentlichten Aufzeichnungen der Taufen, Trauungen und Bestattungen stammen aus dem 16. Jahrhundert: Großhaslach (1558), Konradsreuth (1552) und Sommersdorf (1557). Die ältesten Kirchenbücher aus Bayern stannen aus Nürnberg (1624), Dinkelsbühl (1625) und Ansbach (1528).

Da weitere 20.000 Kirchenbücher etwa zur Hälfte noch  in den jeweiligen Pfarrämter aufbewahrt werden, müssen die Kirchengemeinden entscheiden, ob die Bücher nach der Digitalisierung im Nürnberger Archiv aufbewahrt werden oder wieder zurück in die Pfarrei gehen. Für das gesamte Projekt ist ein Zeitraum von mehr als zehn Jahren vorgesehen.

Das Pfarrbücherverzeichnis für die Evang.-Lutherische und Evang.-Reformierte Kirche des rechtsrheinischen Bayerns von Wilhelm Biebiger von 1940  ist ohne Einschränkung frei einzusehen.

READ-COOP SCE mit beschränkter Haftung gegründet

Nachdem am 1. Juli 2019 an der Universität Innsbruck der offizielle Gründungsakt für „READ-COOP SCE mit beschränkter Haftung“ stattgefunden hatte, wurde diese spannende Woche am 5. Juli 2019 mit dem notariellen Akt besiegelt.

Der Geschäftsführer Andy Stauder und Günter Mühlberger (beide Universität Innsbruck) bestätigten mit ihrer Unterschrift beim Notar den Antrag auf Eintragung dieser Gesellschaft.

“ READ-COOP SCE mit beschränkter Haftung“ ist eine Genossenschaft nach Europäischen Recht, lateinisch Societas Cooperativa Europaea (SCE).

CompGen gehört zu den Gründungsmitgliedern dieser Genossenschaft.

Computer liest Uromas Handschrift: Transkribus wird Europäische Genossenschaft


Erfolg für Entzifferungssoftware: Transkribus wurde im Rahmen des Horizon-2020-EU-Forschungsprojekts READ von der Uni Innsbruck in Zusammenarbeit mit führenden Forschungsgruppen aus ganz Europa entwickelt. Aufgrund des großen internationalen Interesses wird das Projekt als europäische Genossenschaft (SCE) weitergeführt. Heute erfolgte die Gründungsversammlung an der Universität Innsbruck. Der Österreichische Raiffeisenverband übernahm die Überführung in eine Genossenschaft.

der Vinschger

Was Transkribus ist, kannst Du der Hauptseite des Transkribus – Wikis entnehmen.

Screenshot der Oberfläche von Transkribus

Transkribus ist als eine umfassende Plattform zur Erkennung und Transkription historischer Dokumente konzipiert und besteht aus drei wesentlichen Modulen:

Transkribus hat sich zum Ziel gesetzt, alle jene zu unterstützten, die mit der Transkription historischer, gedruckter oder handschriftlicher Dokumente befasst sind.


EURONEWS hat zu Transkribus noch einen schönen Beitrag erstellt.