Verschollen in Amerika

Der Vortrag „Verschollen in Amerika“ von Ursula Krause Sonntag früh war für mich ein Highlight auf dem 71. Deutschen Genealogentag in Gotha, da ich auch jemanden in Amerika suche.

Das Wichtigste vorab: Die Suche in Amerika verläuft anders als in Deutschland. Während in Deutschland viel nach Namen und Orte gesucht wird, konzentriert sich in Amerika alles auf den Namen. Wenn Deutsche nach Amerika ausgewandert sind, kann es passieren, dass die Person im Ankunftsland unter anderem Namen und/oder Religionszugehörigkeit, Alter und Familienstand ankommt. Man muss hier offen für alles sein. Auch im Ankunftsland passiert es, dass die Namen verändert wurden, da z. B. die die Angaben aufnehmende Person den Namen wegen einer stark dialektgefärbten Aussprache falsch verstanden und aufgenommen hat. Eine Karte zeigte die Verbreitung von deutschen Namen, die hauptsächlich im Nordosten und -westen an den großen Seen zu finden sind. In welchen (meist kostenlosen) Listen man weiterforschen kann, hat uns Frau Krause anhand von Beispielen gezeigt, z. B. dem Angebot der ersten Einwanderungsstation Castle Garden und der Website zu Historischen Zeitungen bei der Library of Congress.

Mein Fazit: Ich weiß, dass ich nichts weiß. Die Nadel im Heuhaufen zu finden ist aber dank der vielen Hinweise von Ursula Krause nicht unmöglich, man muss nur Häufchen für Häufchen bzw. Hinweis für Hinweis abtragen und für vieles offen sein.

  • Archivarin (begeistert). Ehrenamtlich aktiv bei CompGen (2012-2018 im Vorstand) und im Landesverband Sachsen des Verband deutscher Archivarinnen und Archivare (seit 2013 im Vorstand). Bei Twitter unter @VdAKluttig