Beiträge zu historischen Wanderungsbewegungen oder individuellen Ein- und Auswanderungen

Amerikanetz.de zieht um zur Herforder Familienforscherseite

Die von Michael Rosenkötter und Friedel Schütte bisher betreute Internetseite Amerikanetz.de zieht zur Seite der Arbeitsgruppe Familienforschung im Kreis Herford um. Das Netzwerk für westfälische Amerika-Auswanderung seit dem 19. Jahrhundert besteht seit 2003 und hat viele Personen, Kontakte und Links verknüpft, die sich mit der Forschung aus Westfalen nach Auswanderern nach Amerika befassen. Die neue Webseite bietet Auswandererlisten aus Herford, Greven, Gronau und Epe, Legde, Ostbevern, Münsterländer Priester, Kirchenbuchabschriften amerikanischer Pfarreien, Passagierlisten zum Download an. Linklisten, Auswandererliteratur und eigene Beiträge der Mitglieder des Netzwerks ergänzen die Sammlung.

Für die aktive Arbeitsgruppe Familienforschung Kreis Herford, eine der Regionalgruppen im Arbeitskreis Familienforschung Osnabrück e.V. (OSFA), ist das Amerikanetz eine Bereicherung der eigenen Webseite mit zahlreichen Informationen wie die Urkatasterkarte 1826/28 des Kreises Herford, eine Aufstellung von Herforder Fotografen 1820-1880, Standesamts-Namenregister, Sammlungen zu Enger und Kronshage.

Goliaths Vorfahren kamen aus Europa

Eine Analyse alter Genome deutet darauf hin, dass die biblischen Philister von Menschen abstammten, die über das Mittelmeer migrierten

Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte und der Leon Levy-Expedition hat erstmals das Erbgut von Menschen rekonstruiert und untersucht, die in der Bronze- und Eisenzeit (vor etwa 3.600 bis 2.800 Jahren) in der Hafenstadt Ashkelon lebten, einer der wichtigsten Städte der Philister. Die Analyse ergab, dass um die Zeit der mutmaßlichen Ankunft der Philister auch eine europäische Genkomponente nach Ashkelon gelangte. Das deutet darauf hin, dass die Vorfahren der Philister über das Mittelmeer migrierten und in der frühen Eisenzeit Ashkelon erreichten. Diese genetischen Erkenntnisse sind ein wichtiger Beitrag zu Klärung der seit langem diskutierten Frage nach der Herkunft der biblischen Philister.

Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte

Geschichte(n) des Homo Migrans (Klaus J. Bade)

Schnell und einfach eigene wissenschaftliche Arbeiten der Allgemeinheit kostenfrei im Internet zugänglich machen – Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können mit Open Access ein großes Publikum innerhalb und außerhalb ihrer Disziplin erreichen.

Nach dieser Maxime stellt Klaus J. Bade, einer der markanten Vertreter der historischen Migrationsforschung, Ergebnisse seiner jahrzehntelangen Arbeit ins Netz.

Klaus Jürgen Bade (* 14. Mai 1944 in Sierentz im Elsass) ist ein deutscher emeritierter Professor für Neueste Geschichte im Fachbereich Kultur- und Geowissenschaften der Universität Osnabrück. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Kolonialgeschichte, historische Arbeitsmarktforschung, historische und gegenwartsbezogene Migrationsforschung sowie kritische Politikbegleitung.

Im Buch schreibt er

Die Zeit, in der ich dies schreibe, ist geprägt durch Zukunftsfragen an das Zeitalter der künstlichen Intelligenz. Der israelische Historiker Yuval Noah Harari hat in seinem visionären Buch aus dem Jahr 2017 den Weg des Homo Sapiens zum Homo Deus beschrieben und mit seinem Weltbestseller eine globale Diskussion darüber ausgelöst. Der Homo Sapiens aber hat sich als Homo Migrans über die Welt ausgebreitet. Mit meinem erfreulich rasch umlaufenden Topos Homo Migrans wollte ich in den in Sachen Migration, Flucht und Integration buchstäblich brandgefährlichen Diskussionen der frühen 1990er Jahre dazu beitragen, die Herausforderungen der Gegenwart historisch zu verorten und Massenwanderungen als epochenübergreifender Grunderfahrung den Schrecken der historischen Ausnahmesituation zunehmen.

Klaus J. Bade „Historical Social Research – Historische Sozialforschung“ zum Download

Dem eigentlichen Werk hat Bade rund hundert Seiten Biographisches vorangestellt. Darin auf den ersten zwanzig Seiten seine eigene Familiengeschichte im Wanderungsdreieck zwischen dem hessischen Burgmünden, Paris und Essen. In seiner Darstellung verbindet er Sozial- und Wanderungsgeschichte mit der Familiengenealogie und hat damit eine Form gefunden, die manchem Familienforscher, der die Elemente Geschichte und Familie zu einem Erzählstrang verbinden möchte, schöne Anregung sein kann.

Chemnitzer Archäologie-Museum eröffnet Ausstellung „2 Millionen Jahre Migration“

„Menschen mit Migrationshintergrund“ so nennt man heutzutage politisch korrekt Leute, die ausländische Wurzeln haben. Dass eigentlich jeder von uns ein Mensch mit Migrationshintergrund ist, zeigt jetzt eine Ausstellung in Chemnitz.


Im Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz (smac) eröffnet am Abend eine neue Sonderausstellung mit dem Titel „2 Millionen Jahre Migration“. Die Schau ist das Ergebnis eines Projektes der Universität Köln. Dort erforscht seit 2009 ein Team aus 70 Wissenschaftlern die Ausbreitung der anatomisch modernen Menschen von Afrika nach Europa.

MDR JUMP

USA: Deutsches Erbe in Briefen

Mehr als 46 Millionen Amerikaner haben heute deutsche Vorfahren. Viele haben wichtige Aufzeichnungen aus ihrer Familiengeschichte geerbt, darunter Briefe aus der Heimat, die die Geschichte der Migration beleuchten. Das Projekt Germanletters.org sammelt sie – mit Ihrer Hilfe!

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DNA-Spuren aus der Steinzeit in Skaninavien

Forscher aus Uppsala und Stockholm untersuchten die Wanderungsrouten nach Skandinavien DNA von Knochen und Zähnen der frühen nacheiszeitlichen Jäger und Sammler, die Skandinavien in der Mittelsteinzeit (Mesolithikum vor 9600 bis 4500 Jahren) besiedelten. Die Analysen ergaben verschiedene Wanderungsrouten aus dem Süden und später aus dem Nordosten entlang der eisfreien norwegischen Küste. Die beiden Gruppen vermischten sich in Skandinavien. Die aus dem Norden kommenden Menschen benutzten andere Schlagtechniken, um Messer zu formen. Die genetische Vielfalt war im Norden größer als im Süden. Die Anpassung an die harten Lebensbedingungen im Norden führten zu speziellen genetischen Varianten. Über diese und weitere genetische Untersuchungen an frühen Migranten im Mittelmeerraum berichtet Dietmut Klärner in der FAZ vom 16.03.2018 unter dem Titel: Die genetischen Spuren früher Migranten.