Aktuelles Heft der Archivnachrichten des Landesarchivs Baden-Württemberg (Nr. 59)

Im jüngsten Heft unseres Magazins Computergenealogie stellt Roland Linde in seinem Beitrag „Familienforschung an den Quellen“ fest: „Das Forschen im Archiv kann zu den schönsten Aspekten der Familienforschung gehören. Die Begegnung mit originalen Akten und Urkunden, mit authentischen Zeitzeugen des Lebens unserer Vorfahren ist durch nichts zu ersetzen. Jeder Familienforscher, jede Genealogin sollte diese Erfahrung einmal gemacht haben“.

Das aktuelle, online zugängliche Heft der Archivnachrichten des Landesarchivs Baden-Württemberg passt hervorragend zu diesem Statement. Es ist der Materialität von Archivgut gewidmet, denn – so die Redakteurin Dr. Verena Schweizer im Editorial -, „nicht nur im Inhalt, auch in der Beschaffenheit historischer Dokumente wird Geschichte greifbar.“

In einführenden Anmerkungen beschäftigt sich Christian Keitel (nebenbei bemerkt ein Pionier der Archivierung staatlicher elektronischer Unterlagen in Deutschland) mit den „substantiellen Eigenschaften konventioneller Archivalien“. Er verweist darin auch auf Ergebnisse einer Metastudie zur Leseforschung und bezeichnet es als verfehlt, konventionelle Archivalien und ihre digitalen Abbilder als Alternativen zu verstehen. Archive sollten vielmehr „in beiden Gebieten versuchen, ihren Nutzerinnen und Nutzern die bestmöglichen Angebote zu machen. Weder sollten wir unsere Lesesäle schließen noch das Feld der Digitalisierung aufgeben“.

Die einzelnen Beiträge in den „Archivnachrichten“ behandeln dann u. a. „Papier und Wasserzeichen“, „Haut, Wachs und Seide“, „Grundbuchunterlagen im Spiegel ihrer Materialität“ (vom neun Kilo-Band zum elektronischen Grundbuch), die „Bundesdienstflagge“, „Ferrotypien und andere Frühformen der Fotografie“ und „Seismogramme“. Neben den Beiträgen zu materiellen Aspekten von Archivgut finden sich weitere aktuelle Informationen über Angebote und Projekte des Landesarchivs, wie stets ansprechend illustriert. Hierzu zählt auch ein kurzer Bericht über die Beteiligung des Landesarchivs am Kultur-Hackathon Coding da Vinci Süd, bei dem Daten aus kulturellen Einrichtungen von daran interessierten „Hackern“ kreativ genutzt werden.