Zweiter Weltkrieg: Niederländer in Rotkreuz-Karteien und deutschen Sterbeurkunden

Das niederländische Centrum voor familiegeschiedenis (CBG) und das Netwerk Oorlogsbronnen haben Crowdsourcing-Projekte gestartet, bei denen etwa eine halbe Million Niederländer erfasst werden, die nach dem Zweiten Weltkrieg vermisst waren. Das Niederländische Rote Kreuz hat für diese Personen Karteikarten mit den Sterbedaten und Begräbnisorten angelegt, um die Angehörigen informieren zu können. Die Informationen stammten von Rückkehrern aus den Konzentrations- oder Zwangsarbeitslagern, die über ihre Leidensgenossen berichteten. Die fast 11.000 Karteikarten wurden digitalisiert und in einer Datenbank erfasst, die im Personensuchportal Oorlogslevens.nl und bei WieWasWie.nl zugänglich gemacht werden soll.

In einem weiteren – derzeit noch laufenden Projekt – werden Abschriften von Sterbeurkunden von niederländischen Staatsangehörigen, die während der Kriegsjahre in Deutschland bleiben mussten, ausgewertet. Über 18.000 Urkunden haben Standesbeamte aus allen Teilen Deutschlands kurz nach dem Kriegsende im Auftrag der Alliierten für die Niederländer ausgestellt. Einzelne Urkunden kommen aus Konzentrationslagern in Osteuropa oder niederländischen Lagern. Bei der Erfassung kann jeder nach kostenloser Anmeldung mitmachen.