Alt und aktuell zugleich: Das Vorwort zur CG 1/1985

In loser Folge wollen wir an Hand älterer Artikel aus der Zeitschrift „COMPUTERGENEALOGIE“ die Entwicklung dieser Zeitschrift, aber auch unseres Vereins nachzeichnen.

Roland Gröber, Karl B. Thomas und Günter Junkers gründeten 1985 die „COMPUTERGENEALOGIE“, im Untertitel „Zeitschrift für die Anwendung von Mikrocomputern in der Familienforschung“.

Titelblatt der Computergenealogie Heft 1 (1985)

Im Editorial hieß es:

Schon wieder eine neue Zeitschrift? So fragt sich mancher, der die COMPUTERGENEALOGIE in die Hand nimmt. Wer steckt dahinter? Ganz einfach: drei begeisterte Familienforscher. Wir kennen uns aus mit der Forschung in allen Teilen Deutschlands und im Ausland. Wir arbeiten mit anderen Forschern zusammen. Wir suchen Kontakte, die uns die Forschung erleichtern und tauschen Ergebnisse und Erfahrungen aus. Und wir haben Spaß an Computern. Die ernsthaften und grundlegenden Diskussionen über Für und Wider sind in den letzten 15 Jahren reichlich geführt worden. Jetzt geht´s in die Praxis! Und da erst werden die kleinen und großen Probleme beim einzelnen Anwender deutlich. Hier setzen wir an.
Die neue COMPUTERGENEALOGIE möchte ein unabhängiges Forum bilden für Erfahrungsaustausch und Diskussionen. Initiativen sollen zusammengeführt werden. Es soll kein neuer Verein oder Computerclub entstehen, nicht nur Spezialisten für Hardware und Software werden angesprochen, sondern gerade die Familienforscher, die nicht selbst programmieren wollen und den Computer als angenehmes Hilfsmittel bei ihrer Arbeit entdecken möchten.

Unsere Zeitschrift soll Grundlagen über Computer (Geräte, Zubehör, Programme), die für die Familienforscher geeignet sind, vermitteln. Wir stellen kommerziell erhältliche Software und Ihre eigenen Anwenderprogramme vor. Wir möchten Ihre Wünsche der Computeranwendung in der Genealogie kennenlernen. Dazu dient auch der Fragebogen, der jährlich einmal nach den vorhandenen Geräten und Programmen (und Wünschen) fragt. Praxisberichte über genealogische Programme (Ahnentafeln, Familien/Personendateien, Registererstellung) sind für alle sehr wertvoll. Wir können nicht alles selbst ausprobieren, deswegen bitten wir um Zusendung Ihrer Erfahrungen. Wir vermitteln keine Computer oder Programme, aber wir haben die Adressen, wo man was (günstig) bekommt. Wir unterstützen selbstverständlich die Bestrebungen der bestehenden Arbeitsgruppen der Deutschen Arbeitsgemeinschaft der Genealogischen Verbände (DAGV) zur Vereinheitlichung der Datenformate und den Austausch von Forschungsergebnissen.

Unser Blick geht auch ins Ausland. In Schweden, USA, England, Belgien und den Niederlanden gibt es schon längst genealogische Computerzeitschriften. Die bereits seit 1979 bestehende schwedische Gruppe stellen wir in diesem Heft vor. Weitere Berichte und Zeitschriftenüberblicke folgen in den nächsten Heften. Wir haben mit den meisten dieser Gruppen gute Kontakte und wollen mit ihnen zusammenarbeiten, da die Probleme dort die gleichen sind wie bei uns.

Erfreulicherweise ist die EDV-Anwendung in der Zeitschrift GENEALOGIE kein ausgespartes Thema. Der Herausgeber der COMPUTERGENEALOGIE hat sich selbst schon in den 70er Jahren an der Diskussion beteiligt und in mehreren Heften der KÖLNER GENEALOGISCHEN BLÄTTER, zusammen mit der Bez. Gruppe Köln der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde seit 1976 Ahnenlistenregister mit EDV erstellt. Heute geht es leichter, billiger und schneller. Nutzen wir also die neuen Hilfsmittel! Machen Sie mit!

Roland Gröber – Günter Junkers – Karl B. Thomas

Heft 1/1985 der COMPUTERGENEALOGIE

Heute, 35 Jahre später, können wir bilanzieren: Die damalige Weitsicht beeindruckt. Kontakte suchen, Ergebnisse und Erfahrungen austauschen sind bei CompGen, dem Herausgeber der COMPUTERGENEALOGIE, heute noch Programm.

Im Heft 1 von 1985 wird das Programm GENISYS besprochen, davon finden sich noch Spuren im GENWIKI.

Die Kategorie Genealogiesoftware im Genwiki listet heute sehr viele Programme für verschiedenste Betriebsysteme auf. Mehr denn je ist es erforderlich, hier Erfahrungen auszutauschen. Das wußten die Herausgeber schon 1985!