Verlustlisten Österreich-Ungarn – eine Quelle für 13 europäische Staaten?

Eine historische Quelle, die Daten zu Personen aus 13 mittel- und osteuropäischen Staaten, nämlich (in alphabetischer Reihenfolge) Bosnien-Herzogowina, Italien, Kroatien, Montenegro, Österreich, Polen, Rumänien, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ukraine, Ungarn enthält? Kaum eine Quelle hat einen so irreführenden Namen wie die „Verlustlisten Österreich-Ungarn“ des Ersten Weltkriegs.

Länder der Österreichisch-Ungarischen Monarchie

Da ist zunächst das Wort „Verlustliste“. Es scheint auf im Krieg gestorbene Soldaten hinzudeuten. Das ist aber nicht der Fall. Zu den „Verlusten“ hat das Militär neben den Toten auch Verwundete und in Kriegsgefangenschaft geratene Soldaten gezählt. Die Toten machen nur einen kleinen Anteil der Einträge (momentan ⅛ der Einträge) aus. Daher findet man in den Listen zahlreiche Hinweise auf Männer, die den Ersten Weltkrieg überlebt haben.

Auch die Bezeichnung „Österreich-Ungarn“ kann gedanklich in die Irre führen. Es sind nämlich nicht die beiden heutigen Staaten, sondern das ehemalige Habsburgerreich zum Ende des Ersten Weltkrieges gemeint. Und auf der Fläche des ehemaligen Habsburger-Reiches befinden sich heute die oben genannten 13 europäischen Staaten. Sie suchen Vorfahren in der Bukowina, in Böhmen, Mähren, (österreichisch) Schlesien, Galizien, Siebenbürgen, Krain, Friaul, Südtirol, Dalmatien – um nur ein paar der historischen Bezeichnungen zu nennen? Dann sind Sie bei der Suche in den Verlustlisten des Ersten Weltkrieges in „Österreich-Ungarn“ richtig.