Regionale Forschungen in Deutschland

Archivjournal des Staatsarchivs Hamburg, Ausgabe 1/2019

Nach der fehlerhaften Vernichtung des Bestandes 352-5 Gesundheitsbehörde – Todesbescheinigungen im Staatsarchiv Hamburg – ist die aktuelle Ausgabe des Archivjournals diesem Thema gewidmet. Die weiteren Beiträge bieten quellenkundliche Erläuterungen zu wichtigen Beständen mit personenbezogenen Unterlagen aus der Zeit des Nationalsozialismus, z. B. dem Medizinalkollegium, der Staatskrankenanstalt Langenhorn oder der Staatsanwaltschaft.

Für Menschen, die in der Ahnenforschung oder Familiengeschichtsforschung mit Verbindungen zu Hamburg aktiv sind, zweifellos eine interessante Ausgabe.

Wie der angekündigte Prozess zur Steuerung von nachträglicher Bewertung von Unterlagen die Interessen und Hinweise von Nutzerinnen und Nutzern integrieren wird, wird die weitere Entwicklung zeigen.

Inventare aus rheinischen Archiven digital

Das Archivberatungs- und Fortbildungszentrum des Landschaftsverbands Rheinland in Brauweiler gibt seit 1941 zahlreiche Inventare aus kommunalen und kirchlichen Archiven sowie aus Adelsarchiven im Rheinland heraus, die nun z.T. auch als PDF-Datei heruntergeladen werden können. Sie können auch für Genealogen nützlich sein, wenn z.B. die Kirchenbücher keine Auskunft mehr über Personen oder historische Ereignisse geben. Ín der Reihe „Inventare Nichtstaatlicher Archive“ erschienen zu den folgenden Orten Inventarbände, die nun digital vorliegen:

Protokollbuch der Hochdeutsch-reformierten Gemeinde Köln vom 5.12.1724
  • aus Kommunalarchiven: Uerdingen, Wipperfürth, Nideggen, Nievenheim, Krefeld, Zülpich, Troisdorf, Erkelenz
  • aus katholischen Pfarr/Stiftsarchiven: Xanten, Euskirchen, Wickrath, Kaiserswerth, Neuss, Düsseldorf, Zülpich, Emmerich, Kempen
  • aus evangelischen Kirchenarchiven: Duisburg, Köln
  • aus Adelsarchiven: Schloss Diersforth bei Wesel, Gräfl. Landsbergisches Archiv, Hatzfeld-Wildenburg zu Schönstein/Sieg, Neuenahrer Herrschaften, Schloss Gartrop, Burg Rösberg, Schloss Eicks, Freih.v. Spiering, Gräfl. von Loësches Archiv Schloss Wissen

Zahlreiche weitere Bände, die seit 2006 in Druckform erschienen sind, sind über den Habelt Verlag in Bonn zu beziehen.

Nachruf auf Christian Weiss – Siebenbürgische Genealogie

Verdienstvoller Pfarrer und Familienforscher: Nachruf auf Dr. Christian Weiss (29.7.1931 Kronstadt/Siebenbürgen + 28.5.2019 Tübingen)

Foto: G. Junkers (2005)

Christian Weiss wurde am 29. Juli 1931 in Kronstadt als Sohn des blinden Musikers und Organisten der Obervorstädter Kirche in Kronstadt Adolf und seiner Gattin, der Fotografin Martha Weiss (geb. Müller), geboren. … Konfirmator Dr. Konrad Möckel (1947) wurde für Christian Weiss nach dem in Klausenburg 1951-1955 absolvierten Studium am Vereinigten Protestantisch Theologischen Institut mit Universitätsgrad auch Vikariatsmentor (1955-1957) in Kronstadt. … Sein pfarramtlicher Dienst führte ihn von Agnetheln (1958-1964), Roseln (1964-1977), Kelling (1977-1993) abschließend nach Kleinschelken (1993-1996 sowie fortgeführt im Ruhestand bis zur Auswanderung 2000) – mit weiteren nun zur Diaspora gewordenen Kirchengemeinden (Alzen, Leschkirch, Reußdörfchen sowie Aushilfsdiensten in Marpod, Holzmengen, Großau, Neppendorf, Hamlesch und im Banat) … Sein ambitioniertes Projekt: Siebenbürgische Genealogie. Er suchte und fand vielfältige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Unterstützer. Er organisierte Projekttreffen in Bad Kissingen. … Parallel dazu hat er mit vielfältiger Unterstützung von Landeskirche, IKGS und Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde (AKSL) und im Auftrag des AKSL die „Matrikelaktion“ durchgeführt. Bis in den Sommer 2018 war er mit Begleitern und Helfern meist über viele Wochen am Stück in Siebenbürgen unterwegs, investierte Zeit, Kraft und Geld, um systematisch alle noch erreichbaren Matrikeln zu erfassen und fotografisch zu dokumentieren, die durch die widrigen Umstände des 20. Jahrhunderts in verschiedene Institutionen zerstreut worden waren. … Dr. Ulrich A. Wien

Siebenbürgische Zeitung Zeitung der Gemeinschaften der Siebenbürger Sachsen 24.6.2019

Hilfe bei der Pommernforschung

Pommerscher Greif Header
Pommerscher Greif Header

Der Vorsitzende des Pommerschen Greif, Verein für pommersche Familien- und Ortsgeschichte, Dr. Klaus-D. Kohrt, hielt am 6. Juni 2019 auf dem Ahnenforscher Stammtisch Unna in Unna-Massen einen Vortrag über „Aktuelle Pommern-Forschung – Archive, Online-Findmittel, Tips & Tricks“. Jetzt hat der Vortragende seine Vortragsfolien frei zugänglich gemacht. Der Autor gibt umfassend Auskunft über Findmittel und andere Hilfestellungen für die Forschung in polnischen Archiven. Hier geht es zum Download.

Familiengeschichten per Blog publizieren

Bringt eure Familiengeschichten aus der Forscherstube in die Blog-Welt! Schon der Lateiner wusste: quod non est in blogiis non est in mundo!*

Viele Forschungsergebnisse finden heute über die GEDCOM-Datei ihren Weg in das Netz, bei CompGen zum Beispiel in die GEDBAS-Datenbank. Wie schön! Aber wo bleiben die Familiengeschichten jenseits der Daten über Geburt-Heirat-Tod? Die große Familiengeschichte bleibt nur zu oft ein nicht ausgeführter Plan. Warum nicht klein anfangen? Unter den vielen Möglichkeiten ist das Blog** dafür die einfachste Form.

Die Handhabung ist schnell erlernt. Die Beiträge können, sollten sogar, kurz sein. Eine vorgedachte Struktur, sozusagen ein Bauplan, ist für das Blog nicht vonnöten. Nach ein paar Anpassungen des Erscheinungsbildes an den persönlichen Geschmack kann man sofort loslegen. Beiträge, auch unterschiedlicher Thematik, werden in chronologischer Folge geschrieben und gepostet (so wird der Akt des Veröffentlichens im Netz genannt). Den Beiträgen oder Postings/Posts werden Kategorien zugewiesen, die über Schlagworte verfeinert werden können. So entsteht eine gewisse Ordnung. Frühere Beiträge können später über diese Kategorien und Schlagworte (engl. Tags) wiedergefunden werden. Ein weiteres natürliches Ordnungskriterium ist das Monatsarchiv. Falls nach dem Veröffentlichen Fehler bemerkt werden, können sie unkompliziert und schnell korrigiert werden. Ändert sich die eigene Sicht auf einen Beitrag, zu dem man nicht mehr steht, kann er mühelos entfernt werden. Damit soll keinem leichtfertigen Hin- und Her das Wort geredet werden, sondern die Möglichkeit, Fehlmeinungen zu korrigieren, erwähnt werden. Zuverlässigkeit ist ein wichtiges Qualitätskriterium. Dazu gehören Perma-Links.

Am einfachsten beginnt man mit einem freien Account bei blogger.com oder gleich bei WordPress.com. Hat man „Blut geleckt“ und will ein bisschen mehr Komfort, variablere Möglichkeiten und Unabhängigkeit, kann man WordPress dann mit einem eigenen Account bei seinem Provider hosten lassen. Mit dem Blog gelingt es, nach und nach kleine Episoden der Familiengeschichte zu bringen oder über Ergebnisse von Forschungsreisen zu berichten. Dafür findet ihr im Netz viele schöne Beispiele. Das macht z.B. Bloggerkollegin Irmi Gegner-Sünkler mit ihrem Genealogie-Tagebuch recht konsequent.

Während Genealogie-Blogger in den USA bereits eine fast unüberschaubare Masse bilden, ist deren Zahl in Deutschland noch an Händen abzuzählen. Timo Kracke sammelt deren Adressen auf seiner Website.

Nur Mut! Traut euch in die Blog-Welt!

PT

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Dieser Beitrag basiert auf PT: Genealogisches Publizieren, Norderstedt 2016, S. 37f.
Siehe auch Genealogietagebuch im Internet – oder einfach Blog! in COMPUTERGENEALOGIE 2008/2, S. 3f.
* Sinngemäß: Was nicht in Blogs ist, existiert auch nicht. Zitiert nach Karoline Döring in https://redaktionsblog.hypotheses.org/3361(1.7.2017)
** Das oder der Blog = web log (log = u.a. Protokoll)

Der schwarze Tod – Die Pest im späten Mittelalter

Dr. Bernd Kirschbaum, Ense, gibt in der Zeitschrift ense-press, dem Heimatjournal am Haastrang zwischen Ruhr und Möhnesee, Heft 156 (Frühjahr 2019), auf den Seiten 10 und 11 eine chronologische Übersicht über die Seuchenzüge der Pest in der Region zwischen 1202 und 1631. Es lassen sich vier Formen unterscheiden:

1.) Beulenpest beginnt nach einer Inkubationszeit von zwei bis zehn Tagen mit schmerzhaften Entzündungen der regionalen Lymphknoten, die sich zu Geschwüren ausbilden können. Etwa die Hälfte der Befallenen überleben sie nicht.
2.) Lungenpest bricht ein bis zwei Tage nach der Ansteckung durch Tröpfcheninfektion aus und endet, unbehandelt, am zweiten bis fünften Tag tödlich.
3.) Pestsepsis, eine Blutvergiftung durch den Erreger, endet fast immer tödlich.
4.) Bei der Pest gibt es außerdem noch eine milde verlaufende Variante, die nur mit leichtem Fieber einhergeht und in der Regel keine tödlichen Folgen nach sich zieht.
Der Name »Pest« stammt vom Lateinischen »pestis«, was so viel wie »Seuche« oder »Verderben« heißt.