Zum Internationalen Frauentag: Ulrika Kullgren (1797-1873). Unternehmerin, Genealogin, Philantropin

Bei einer Suche im schwedischen Online-Frauen-Biographie-Lexikon fielen mir bei der Suche mit dem Stichwort Genealogist gleich mehrere Frauen auf, die neben ihren beruflichen Tätigkeiten auch genealogisch tätig waren. Aktivistinnen im Sinne von Rosa Luxemburg (1871-1919) waren sie sicher nicht. Ulrika Kullgren, geborene Hedrén, stammte aus einem Pfarrerhaushalt mit vielen Kindern in der Provinz Värmland. Der Vater war sehr gebildet und unterrichtete die Kinder selbst. 1819 heiratete sie in Uddevalla den Kaufmann und Reeder Carl August Kullgren (1793-1851), dessen Herkunft aus der Herrnhuther Gemeinde „Unitas Fratrum“ im dänischen Christiansfeld in Schleswig ebenfalls interessant ist. Er exportierte Agrarprodukte nach England und erwarb 1843 das Recht, Bohus-Granit an der schwedischen Küste zu gewinnen, der für Häuser, Brücken, Festungen, Kirchen und Schleusen benötigt wurde. Nach seinem plötzlichen Tod übernahm seine Frau das Geschäft, das sie mit dem Sohn Ivar führte. In dieser Zeit organisierte sie Arbeit für mittellose Frauen und gründete eine Haushaltsschule und eine Frauenorganisation in Uddevalla.

Ihr genealogisches Interesse war sehr groß. 20 Jahre lang beschäftigte sie sich bis zu ihrer Erblindung mit den Nachkommen des Pfarrers Erlandus Gudmundi, einem ihrer Ahnen. Sie schuf einen riesigen handgezeichneten kolorierten Stammbaum auf 12 Blättern, der sich heute als Leihgabe der Familie im Göteborger Landesarchiv befindet. Der Stammbaum umfasst 7.569 Personen. Die Familienforschergruppe Göteborg und Umgebung hat die Blätter digitalisieren lassen und bietet sie auf CD an.