Der Namenszusatz „-Emden“ und seine Entstehungsgeschichte

Noch heute wird der Namenszusatz „-Emden“ mit unterschwelligem Stolz genannt – allerdings ist für diese Nennung das kriegerische Handeln der deutschen Kaiserlichen Marine ursächlich. Der Kleine Kreuzer „SMS Emden“ (Seiner Majestät Schiff) wurde 1906 in Danzig auf Kiel gelegt und für den Einsatz im Fernen Osten ausgerüstet. Zu Beginn des 1. Weltkrieges operierte der Kreuzer im Indischen Ozean und versenkte zahlreiche feindliche Handels- und Kriegsschiffe. Doch am 9. November 1914 geriet die „Emden“ vor den Kokosinseln in eine fatale Situation und wurde von einem australischen Kreuzer zerschossen. Dabei fanden insgesamt 136 deutsche Marinesoldaten den Tod.

Bemerkenswert sind die damaligen Reaktionen der Kriegsgegner; sie lobten die Tapfer- und Ritterlichkeit der Emden-Besatzung.
Aufgrund der spektakulären Aktivitäten galt die „Emden“ als das bekannteste deutsche Kriegsschiff. Die Überlebenden des letzten Seegefechts erhielten „ehrenhalber“ die Möglichkeit, den vererbbaren Namenszusatz „-Emden“ anzunehmen – über das Procedere der Namensänderung geben die Quellen unterschiedliche Auskünfte.

Foto: Holger Holthausen

Das im Grabstein-Projekt archivierte Foto zeigt den Grabstein des Verstorbenen Wilhelm Bunke-Emden auf dem Friedhof Hülsen (Dörverden, Verden), welcher höchstwahrscheinlich der Nachkomme eines Besatzungsmitgliedes des Kreuzers war. (Ergänzung von J. Zedlitz: lt. Geheimer Marine Verlustliste, Seite 025_16 könnte es sich um den Maschinisten-Maat Robert Bunke aus Hülsen handeln.)