Neuer GEDCOM-Standard in Vorbereitung

Seit 1999 hatte sich nichts mehr im GEDCOM-Standard bewegt: Damals war die Version 5.5.1 als Entwurf von FamilySearch veröffentlicht worden. Zwischenzeitliche Versuche, es ganz anders zu machen, konnten sich nicht durchsetzen. Nun greift FamilySearch das Thema GEDCOM-Standard wieder auf: Zunächst wurde der 20 Jahre alte Stand von GEDCOM 5.5.1 offiziell in Kraft gesetzt. Damit stehen die Genealogieprogramme, die ihn längst als de-facto-Standard etabliert hatten, nun auf einem offiziell verabschiedeten Stand.

Aber FamilySearch geht weiter: Mit sichtbar großem Aufwand werden weitere Überarbeitungen des Standards vorangetrieben. Viele Punkte in der Version 5.5.1 sind missverständlich oder gar widersprüchlich, und an anderen Stellen sind in der Genealogie Datenstrukturen in den 20 Jahren dazugekommen, die im Standard abgebildet sein müssten. FamilySearch hat für die anstehenden Überarbeitungen des GEDCOM-Standards eine Projektorganisation etabliert, in der u.a. vier Fachteams aus Experten unterschiedlichster Organisationen verschiedene Aspekte erarbeiten und Entscheidungsvorschläge für Neuformulierungen im Standard erstellen.

Die Arbeit der deutschen Programmautoren, die seit 10 Jahren in der Gedcom-L an der Optimierung des Datenaustausches intensiv gearbeitet haben und zum 1.1.2020 ihre Ergebnisse in einem ADDENDUM zum GEDCOM-Standard veröffentlicht hatten, geht dabei voll mit ein: Der Vorstand des Vereins für Computergenealogie hat Albert Emmerich mit der Vertretung dieser Ergebnisse beauftragt, und er ist bei FamilySearch in die Projektorganisation als Teammitglied eingebunden worden.

Schauen wir mal, wann der Standard in einer aktualisierten Version zur Verfügung steht und ob es gelingt, das als weiteren Schritt zur Optimierung des Datenaustausches zwischen den Genealogieprogrammen zu nutzen: Denn der Standard gilt dann ja für alle Programme weltweit und nicht nur für die in der Gedcom-L mitarbeitenden Programme!

Albert Emmerich