#TEA2020: Kino in der DDR

Katja Ebstein ist im Osten, in Ost-Berlin, ins Kino gegangen! In den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. So, erinnere ich mich, habe ich es in einer Radio- oder Fernsehen-Sendung mal gehört. Als Kind, als junges Mädchen aus dem Wedding (West-Berlin) war sie wohl oft beim Opa in der Gleimstrasse im Prenzlauer Berg, und von da war es nicht weit bis zu verschiedenen Kinos in Ost-Berlin.

Ich bin nur wenig jünger als sie und bin im gleichen Zeitraum den gleichen Weg gegangen – nur in umgekehrter Richtung. Ich wollte im Westen ins Kino gehen, vom Prenzlauer Berg (Ost-Berlin) in den Wedding. Wir Ostler konnten 1:1 mit Ostgeld bezahlen. Da ich als Kind ja noch keinen Ausweis hatte, zeigte ich stattdessen eine Lebensmittel- oder Kohlenkarte vor, wurde so anerkannt. 1961 war dann ja bekanntlich Schluss damit.

Aber nun zum Thema „Kino in der DDR“. Wir haben über den Online-Workshop: Transkribieren – Kodieren – Annotieren (#TEA2020) kürzlich schon berichtet. Ein Slot in der zweitägigen Veranstaltung gehörte zum Forschungsprojekt „Kino in der DDR“ der Universität Erfurt.  René Smolarski und Marcus Plaul stellten das Projekt vor und erklärten die Plattform sehr anschaulich. Im Blog des Projektes sind schon Etappen dokumentiert.

Hallo gelernte DDR-Bürger! Schaut Euch bitte die Karte an; das kann man auch als Gast machen. Thüringen ist fast ausgeforscht. Kein Wunder, denn Erfurt als Hauptstadt des Bundeslandes ist ja Ursprungsort des Projekts.

Aber Berlin bot in der Übersicht einen jämmerlichen Zustand. Da war „die Kurbel“ eingetragen, niemals nicht zu den Kinos der DDR gehörend. Ich für meinen Fall kam da jedenfalls 29 Jahre lang nicht hin! Also habe ich mich beim Projekt registriert, den Fehler gemeldet und aber auch gleich begonnen, den Nordosten Berlins mit Markern für weitere Kinos zu bestücken. Jetzt sieht die Karte schon anders aus!

Kinos einzutragen ist eher kein Problem. Also liebe Freunde der Genealogie: Sofern ihr in der DDR ins Kino gegangen seid, helft doch da mal bitte mit, die Fakten zu sammeln und zu erhalten!

Und noch bevor dieser Beitrag in die Freiheit entlassen … kommt eine Blog-Meldung des Projekt-Portals zu „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“.
Jetzt, in der Weihnachtszeit, kommt sie gerade richtig: