Aktueller Stand zur NSDAP-Mitgliederkartei
Die hier im Blog des Vereins für Computergenealogie (CompGen) vor einem Monat veröffentlichten Informationen zur Benutzung der digitalisierten NSDAP-Mitgliederkartei hat zu einem enormen Zuspruch geführt, besonders, nachdem durch eine dpa-Meldung und viele Beiträge in Funk und Presse das Interesse Tausender geweckt wurde. Der Zugang zum Server des amerikanischen Nationalarchivs war zeitweilig durch die vielen Anfragen blockiert.
Viele Probleme bei der Suche
Nicht nur deswegen waren viele Suchende frustriert, auch der der Zugang zur gewünschten Karteikarte zum Großvater oder zur Großmutter war mühsam. Zwar wird dank der Texterkennung der im Suchfenster eingegebene Name oder Begriff meist auf mehreren der digitalisierten Mikrofilmrollen gefunden wird, aber dann muss der „richtige“ Film erst herausgefunden werden. Auch ist die Texterkennung nicht immer perfekt, bei handschriftlichen Eintragungen gibt es mehr Lesefehler. Außerdem werden Ergebnisse aus zwei verschiedenen Karteien, nämlich aus der Mitgliederzentralkartei (Kennung: MFLK auf 3.168 Mikrofilmrollen mit ca. 4,3 Millionen Karten) und der ebenfalls alphabetisch nach Namen, aber ursprünglich nach Gauen geordneten Mitgliederkartei (Kennung: MFOK auf 2.275 Mikrofilmrollen mit ca. 6,6 Millionen Karten) sortierten Gaukartei (MFOK), angezeigt. Zirka 80 % der Karteikarten sind erhalten geblieben.

A3340-MFOK O0012, Bild #1685
Die Karteikarten sind auf den Filmen in umgekehrter Reihenfolge alphabetisch nach Namen sortiert. Wer also alphabetisch vorgehen möchte, der sollte am Ende des Films beginnen. Es ist über die Bildnummer leicht anzuwählen. Eine weitere Schwierigkeit stellt die phonetische Sortierung der Namen dar. Gleiche oder ähnlich klingende Namen wie Meier, Maier, Meyer, Mayr usw., werden als einheitlich betrachtet und nach den Vornamen sortiert; wenn auch die gleich sind, erfolgt die Sortierung nach dem Geburtsdatum. Namen, die mit C beginnen, können je nach Aussprache unter K auftauchen. Einige Filme fehlen bzw. wurden irrtümlich doppelt gespeichert. Näheres dazu ist im GenWiki-Artikel zur NSDAP zu finden.
Hilfstabelle mit den ersten und letzten Namen
Auf jedem der 5.443 Filmrollen befindet sich auf dem 4. Bild eine Karteikarte mit Namen und Geburtsdaten auf der ersten Mitgliedskarte (am Ende des Films) und der letzten Karte im Alphabet (am Anfang des Films). Diese Daten wurden von Freiwilligen in eine Tabelle eingetragen. Zusätzlich wurden zum leichteren Auffinden Links zur Seite 4 aus jeder Filmrolle mit den dort eingetragenen Namen automatisiert eingetragen. Damit lässt sich sehr gut eingrenzen, auf welcher Filmrolle ein gesuchter Name zu finden ist.
In der Tabelle sucht man in den beiden Bereichen MFLK und MFOK die Filmnummern heraus, in denen der gesuchte Name zu erwarten ist. Die Digitalisate aus diesem Film können entweder mit dem Link in der Tabelle direkt angezeigt und die Karteikarten durchsucht werden, oder man wählt aus der Liste der beim Nationalarchiv gefundenen Filme nur den Film aus, der in der Tabelle gefunden wurde und kann dann die markierten Fundstellen im Film anzeigen.
Anja Klein hat auf ihrer Webseite „Welt der Vorfahren“ einen ausführlichen Blogbeitrag mit vielen Zusatzinformationen zur Recherche veröffentlicht und bietet auf einer Web-App eine bequeme Suche nach den richtigen Filmen in der CompGen-Tabelle an.
Der GenWiki-Artikel zur NSDAP enthält weitere Informationen, Links und Literaturangaben.

Screenshot: Anja Kirsten Klein/National Archives
