Franziszeische Kataster der Habsburger Monarchie digitalisiert
Beim letzten Zoom-Meeting des Vereins für Computergenealogie (CompGen) am dritten Donnerstag im März sprach Mag. Dr. Günter Muehlberger, Leiter der Forschungsgruppe Digitisation and Digital Preservation an der Universität Innsbruck, über das Projekt FRANZI, das die Digitalisierung des Franziszeischen Katasters für Tirol zum Ziel hat.
Kaiser Franz I. (1768–1835) veranlasste die umfassende Erfassung aller Grundstücke, Besitzverhältnisse, Nutzungsarten und Flächengrößen in der ehemaligen Habsburgermonarchie. Von 1817 bis 1861 wurde das historische Österreich-Ungarn mit den Gebieten in Tschechien, Polen, Ukraine, Rumänien, Ungarn, Kroatien, Slowenien und Italien auf 164.357 Kartenblättern erfasst. Das heutige Österreich ist auf 53.212 Blättern im Maßstab 1:2880 detailgenau erfasst. Die österreichischen Karten liegen im Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen und im Staatsarchiv.
2019 wurden mit Förderung der Tiroler Landesregierung neben den bereits digital vorliegenden Karten auch die Parzellenprotokolle für Tirol digitalisiert und das Mosaik der Einzelkarten zu einem großen Digitalisat zusammengefügt. Zirka 60 Freiwillige aus den Gemeinden haben die Grundstücksdaten, Namen und Geodaten in eine Datenbank eingetragen.
Aus den erfassten Daten und Karten ist die „FRANZI“-App entstanden, eine öffentlich zugängliche Webseite. In der historischen Karte kann wie bei Google Maps navigiert und nach allen Daten gesucht werden. Das Projekt ist bereits auf Vorarlberg ausgedehnt worden und die Absicht ist, auch ganz Österreich zu erschließen.


Screenshot: Anja Kirsten Klein/National Archives