Internationaler Tag der Handschrift
Heute ist der Tag der Handschrift: Warum alte Schriften für die Ahnenforschung unverzichtbar bleiben.
Am 23. Januar wird mit dem Welttag der Handschrift daran erinnert, dass mit der Hand schreiben wichtig ist. Denn: Jeder Mensch hat eine unverwechselbare Schrift. Der Tag der Handschrift erinnert jedes Jahr daran, wie wichtig Schreiben und Lesen von Hand für unsere Kultur sind. Für die Ahnenforschung ist dieser Tag ein idealer Anlass – denn die Geschichte unserer Familien liegt fast ausschließlich in handgeschriebenen Dokumenten: Kirchenbüchern, Registern, Testamenten, Briefen und Hofakten.
Schreibschrift, Sütterlin, Kurrent
Diese Quellen sind in Kurrent, Sütterlin oder individuellen Schreibstilen verfasst. Wer sie sicher lesen kann, erschließt Informationen, die keine Datenbank ersetzen kann. Die Schriftkunde (Paläographie) bleibt deshalb eine Kernkompetenz der genealogischen Arbeit. Im genealogischen Wiki des Vereins für Computergenealogie (CompGen) gibt es einige Seiten zum Informieren und Lernen.
Auch die Transkription spielt eine zentrale Rolle: historische Schreibweisen erhalten, Buchstaben korrekt wiedergeben, Zweifelsstellen markieren und mit Parallelquellen abgleichen. So entsteht verlässliche Familiengeschichte.
Handschriften lesen mit KI

Jeder kann mitmachen, z.B. beim CompGen-Projekt der Berleburger Weinkaufsbriefe. In diesem neuen Projekt werden die für die Familien- und Ahnenforschung wichtigen historischen Urkunden entziffert und erschlossen.
Digitale Werkzeuge wie Transkribus und KI unterstützen diese Arbeit. Sie erkennen Muster, schlagen Lesarten vor und beschleunigen große Projekte. Doch sie ersetzen nicht das geschulte Auge. Sie liefern Hypothesen – die Bewertung bleibt beim Menschen.
Für die Ahnenforschung von heute und morgen gilt daher: Klassische Schriftkunde und moderne digitale Methoden gehören zusammen. Und genau daran erinnert der Tag der Handschrift – dass jede handgeschriebene Zeile ein direkter Kontakt zu unseren Vorfahren ist und auch im digitalen Zeitalter ihren Wert nicht verliert.

