Von der Genealogie der Adelsgeschlechter bis zur modernen Computergenealogie
Über drei Wendepunkte in der Geschichte der Genealogie, die er an drei Namen – Gatterer, Lorenz und Junkers – fest macht, sprach Georg Fertig, Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte in Halle und Vorsitzender des Vereins für Computergenealogie, im Dezember-Zoom-Meeting des Vereins. Hier im Blog wurde der Vortrag angekündigt. Jetzt ist das Video online und die Aufzeichnung kann im CompGen-Video-Hauptkanal angeschaut werden.
Der Historiker Johann Christoph Gatterer (1727–1799) beschreibt in seinem „Abriß der Genealogie” die Regeln für die Aufstellung von Stamm- und Ahnentafeln des Adels, für die er Nachweise verlangte. Die Anwendung beschränkte sich auf die Genealogie des Adels.
100 Jahre später verfasste Ottokar Lorenz (1832–1904) sein „Lehrbuch der gesammten wissenschaftlichen Genealogie“. Im 19. Jahrhundert wird die Genealogie auch in der bürgerlichen Gesellschaft populär. Lorenz wollte sich von der laienhaften „Familiengeschichte“ abgrenzen. Heute ist die Hilfswissenschaft „Genealogie“ aus dem Lehrplan für Historiker verschwunden.
Mit dem Aufkommen der „Computergenealogie“ werden der Austausch und die Zusammenarbeit der Forscher vorangetrieben. Die über die Jahre entstandenen Datensammlungen im Verein für Computergenealogie betreffen verschiedene Lebensbereiche der Menschen in Familie, Krieg, Arbeit, Verbrechen oder Wohnen. Die Daten bilden wichtige Grundlagen für die Wissenschaft.


