Benutzung der digitalisierten NSDAP-Mitgliederkartei
Die Suche nach Personen in der NSDAP-Mitgliederkartei im Bundesarchiv Berlin erfolgt nur auf Antrag, der dann von Mitarbeitenden des Bundesarchivs bearbeitet wird. Ist eine Karteikarte vorhanden, werden Scans angefertigt. Im Rahmen von wissenschaftlichen und amtlichen Anfragen und für historische Bildungsarbeit kann die digitalisierte Kartei auch im Mikrofilm-Lesesaal in Berlin-Lichterfelde selbstständig benutzt werden, wobei bestimmte rechtliche Voraussetzungen und Verpflichtungen erfüllt werden müssen. Wegen der noch bestehenden personenbezogenen Schutzfristen ist eine Nutzung über das Internet oder für die genealogische Forschung nicht möglich.
Freie Nutzung im US-Nationalarchiv
Unser Leser Kai Heinrich teilte nun mit, dass die Mikrofilme der Karteikarten inzwischen auch vom US-Nationalarchiv in digitaler Form frei verfügbar gemacht wurden. Ende 2025 waren bereits die alphabetisch geordneten Karten mit den Buchstaben A bis E online; nun liegen sie auch bis zum Buchstaben Z digitalisiert vor. Auf den Karten findet man Vor- und Zuname, meist auch Geburtsdatum, Geburts- und Wohnort, das Partei-Eintrittsdatum, manchmal auch Porträts und weitere Daten.
Umfang und Inhalt
Die NSDAP-Mitgliederkartei besteht aus ca. 4,3 Millionen Karten der Mitglieder-Zentralkartei und der nach Gauen geordneten Mitgliederkartei mit ca. 6,6 Millionen Karten. Die amerikanische Armee fand den größten Teil der Millionen Karteikarten in einer Papierfabrik bei München, wo der Besitzer die Vernichtung verzögert hatte. Im „Berlin Document Center“ (BDC) wurde die Gaukartei alphabetisch nach Personennamen neu geordnet und in die Zentralkartei eingegliedert. 1994 hat das Bundesarchiv das „Berlin Document Center“ aus US-amerikanischer Verwaltung übernommen. Die Mitgliederkartei der NSDAP im Bundesarchiv umfasst ca. 12,7 Millionen Digitalisate.
Im amerikanischen Nationalarchiv befinden sich die Mikrofilme dieser und vieler weiterer Nazi-Dokumente aus der Zeit von 1927 bis 1945. Noch steht nicht alles in digitaler Form zur Verfügung. Aber die Mitgliederkartei, die in 5.442 Dateien jetzt komplett online gestellt wurde, macht 16,3 Millionen Digitalisate aus.
Mühsame Suche
Für die Suche kann man die Namen und Orte in ein Suchfenster eingeben, und man erhält die Dateien und Nummern für Karteikarten, die diese Begriffe enthalten. Man wird beim Blättern schnell feststellen, dass die Sortierung der Karten nicht immer streng alphabetisch ist. Der Anfangsbuchstabe der Dateinamen muss nicht identisch mit dem ersten Buchstaben der Namen sein. Die Texterkennung findet auch bei handschriftlichen Eintragungen die gesuchten Begriffe. Ob die Suchergebnisse vollständig sind, muss durch Blättern vor und hinter den angezeigten Fundstellen geprüft werden. Es ist möglich, die ca. 3.000 Digitalisate jeweils eines Mikrofilms in einer Datei herunterzuladen.
Wer eigene Erfahrungen bei der Personensuche gemacht hat, wird eingeladen, uns per Mail darüber zu berichten.


