Nachlese zum 76. Deutschen Genealogentag 2026 in Göttingen
Der 76. Deutsche Genealogentag 2026 in Göttingen ist vorbei und bleibt uns in guter Erinnerung: Er war perfekt organisiert von den Mitgliedern der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Göttingen (GHGG). Im zentralen Hörsaalgebäude (ZHG) der Universität war großzügig Platz für alle 50 Stände der Vereine und Anbieter.
Vorträge, Wiedersehen und gute Gespräche
Der Genealogentag bot auch 2026 wieder das, was ihn ausmacht: 28 Vorträge in vier parallelen Reihen, sieben Workshops und die große Ausstellung der Vereine, Institute, Archive und Software-Anbieter. Zur Eröffnung am Freitag erklang das Chanson „Göttingen“ (Angelika Schmalbach), am Samstagabend sorgten der „Göttinger Abend“ auf der Empore des ZHG mit Musik des Linaha-Streichquartetts sowie eine „vergnügliche Plauderey“ mit historischen Persönlichkeiten für Unterhaltung.
Die Vorträge waren gut sortiert, für jede und jeden war etwas dabei. In den Pausen verlagerte sich das Gespräch in die Gänge und an die Stände – die große Halle zwischen den Vorträgen war dann etwas leerer, die Gespräche am Stand dafür umso intensiver.
Für manche Teilnehmerinnen und Teilnehmer war Göttingen nach mehreren Jahren Pause das erste persönliche Wiedersehen mit der Community – entsprechend herzlich fielen die Begrüßungen aus, die bis zum nächsten Treffen reichen werden.
Aktivitäten am CompGen-Stand
Der Verein für Computergenealogie (CompGen) war mit seinem Info- und Beratungsstand vertreten und zieht ein erfreuliches Fazit: Vier neue Mitglieder haben direkt am Stand ihre Beitrittserklärungen unterschrieben – herzlich willkommen! Gut angenommen wurden auch die von CompGen-Mitgliedern gehaltenen Vorträge sowie die ausgelegte Linkliste zu den vielfältigen CompGen-Angeboten: Zahlreiche Besucherinnen und Besucher haben sich die Liste direkt am Stand abgeholt.

Und darüber hinaus war der Stand wieder ein guter Anlaufpunkt – für Fragen rund um die CompGen-Angebote, für praktische Tipps zur Ahnenforschung und für viele gute Gespräche.
Auch abseits des Programms wurden die Gelegenheiten zum Austausch genutzt: Die beiden im Vorfeld organisierten Treffen zum gemeinsamen Abendessen wurden zahlreich angenommen und sorgten für Gespräche in gemütlicher Runde.
DAGV-Mitgliederversammlung am Sonntagvormittag
Beendet wurde der Genealogentag traditionell mit der Mitgliederversammlung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft genealogischer Verbände (DAGV) am Sonntagvormittag und der anschließenden Ehrung verdienter Genealogen.

Die routinemäßigen Versammlung der 30 vertretenen (von z.Zt. 70) DAGV-Mitgliedsvereine fand unter der Leitung des Vorsitzenden Dirk Weissleder statt. Der ausführliche Bericht des Vorsitzenden und der Bericht des Schatzmeisters zur DAGV-Kasse samt Haushaltsplan wurden ohne große Diskussionen angenommen. Der stellvertretende Vorsitzende Robert Pässler stellte den Bericht des Vereins für Computergenealogie über die Leistungen von CompGen für die DAGV-Mitglieder vor.
Der DAGV-Vorstand wurde ohne Gegenstimmen entlastet. Die Vorstandsmitglieder Freya Rosan und der Schriftführer Paul-Josef Heister haben ihre Amtszeit beendet und wurden verabschiedet. Bei den anstehenden Wahlen wurden der Vorsitzende Dirk Weissleder sowie Dr. Klaus Kohrt als Stellvertreter und Edgar Hubrich als Schatzmeister einstimmig wiedergewählt. Neu im Vorstand als Schriftführer gewählt wurde Dr. Thomas Held, Vorsitzender des Vereins für Familienkunde in Baden-Württemberg. Zu den wiedergewählten Vorstandsmitgliedern mit besonderen Aufgaben, Lutz Bachmann, Sebastian Gansauer und Christian Kirchner, gesellt sich neu Ronny Steinicke für die Beantwortung genealogischer Anfragen; er ist stellvertretender Vorsitzender des Dresdner Verein für Genealogie. Das geplante Budget wurde genehmigt.
Für 2028 gibt es noch keine Planung für den Deutschen Genealogentag. Für den 79. Genealogentag Ende September 2029 präsentierte Katrin Möller im Namen des Vereins für Computergenealogie Stadt und Universität Halle als Veranstaltungsort. Mögliche Themen sind: 40 Jahre „Wende der DDR“ oder „Gesellschaftliche Transformation – Biografische Brüche“.
Ehrungen und Ausblick
In der Abschlussveranstaltung fanden die Ehrung statt.
Als „Verdiente Genealoginnen und Genealogen“ wurden von den jeweiligen Vereinen vorgeschlagen und geehrt:
- Heiko Hungerige vom Roland zu Dortmund
- Christiane Jantc von der Brandenburgischen Genealogischen Gesellschaft „Roter Adler“ und der Vereinigung der Sudetendeutscher Familienforscher
- Walter Letsch von der Schweizerischen Gesellschaft für Familienforschung
- Hans-Joachim Lünenschloß vom Bergischen Verein für Familienkunde
- Marie-Luise Missel vom Bayerischen Landesverein für Familienkunde
- Dr. Margret Ott vom Pommerschen Greif
- Michael Rüweller von MOSAIK – Familienkundliche Vereinigung für das Klever Land
- Helmut Stange von der Genealogischen Gesellschaft Hamburg und Schleswig-Holsteinischen Familienforschung
- Karl Wesling vom Verein die MAUS – Gesellschaft für Familienforschung in Bremen
Die Johann-Christoph Gatterer-Medaille wurde an Dr. Gerd-Christian Treutler aus Falkensee, Brandenburg verliehen. Die Laudatio verfasste Dr. Lupold von Lehsten.
Anschließend folgte der Nekrolog mit der Verlesung der Namen der verstorbenen Mitglieder aus den Vereinen.
Zum Abschluss der DAGV-Veranstaltung fand traditionell die Staffelstab-Übergabe an die Vertreter der Oldenburgischen Gesellschaft für Familienforschung statt. Der 77. Deutsche Genealogentag findet vom 17. bis 19. September 2027 in Oldenburg, Niedersachsen, statt. Organisatorin ist die Oldenburgische Gesellschaft für Familienkunde (OGF).
Weitere Termine in 2027 sind der 12. Westfälische Genealogentag in Altenberg am 24.4.2027 und der Schwedische Genealogentag in Jönköping am 21./22.8.2027.

