Transcribus entwickelt sich weiter

Transkribus ist eine Plattform zur Handschriftenerkennung (HTR), Bilderkennung (Layout Analysis) und Strukturerkennung von Texten. Das Expertenprogramm Transkribus wurde mit einer Webseite und Services auf den Servern der Universität Innsbruck eingerichtet und ist jedermann zugänglich.

Die Software wird in einem EU-Projekt (READ) entwickelt und soll langfristig die Vielzahl von historischen handgeschriebenen und bereits digitalisierten Dokumente transkribieren helfen. Im November fand die erste Userkonferenz zur Software Transkribus in Wien statt, über die hier schon berichtet wurde. Die Filmmitschnitte stehen seit gestern online. Die Konferenz fand als EU-Projekt in englischer Sprache statt.

Die Software muss „trainiert“, das heißt auf die jeweilige Handschrift eingerichtet werden. Dazu bedarf es derzeit mindestens 50 Seiten eines Schreibers. Es lohnt also, z.B. ganze Kirchenbücher oder ähnliche umfangreiche historische Dokumente damit zu transkribieren. Ich habe einige durchaus vielversprechende Versuche bereits unternommen. Spannend wird es, wenn vor allem für die Transkription von Kirchenbüchern das noch in Entwicklung befindliche zugehörige Tool des Tabelleneditor freigegeben wird. Da bereits viele Kirchenbücher digitalisiert sind und online zur Verfügung stehen, wird sich hier sicher auch für uns Genealogen ein interessanter Einsatzbereich in Kooperationen eröffnen.
(Horst Reinhardt)