Geschichte(n) des Homo Migrans (Klaus J. Bade)

Schnell und einfach eigene wissenschaftliche Arbeiten der Allgemeinheit kostenfrei im Internet zugänglich machen – Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können mit Open Access ein großes Publikum innerhalb und außerhalb ihrer Disziplin erreichen.

Nach dieser Maxime stellt Klaus J. Bade, einer der markanten Vertreter der historischen Migrationsforschung, Ergebnisse seiner jahrzehntelangen Arbeit ins Netz.

Klaus Jürgen Bade (* 14. Mai 1944 in Sierentz im Elsass) ist ein deutscher emeritierter Professor für Neueste Geschichte im Fachbereich Kultur- und Geowissenschaften der Universität Osnabrück. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Kolonialgeschichte, historische Arbeitsmarktforschung, historische und gegenwartsbezogene Migrationsforschung sowie kritische Politikbegleitung.

Im Buch schreibt er

Die Zeit, in der ich dies schreibe, ist geprägt durch Zukunftsfragen an das Zeitalter der künstlichen Intelligenz. Der israelische Historiker Yuval Noah Harari hat in seinem visionären Buch aus dem Jahr 2017 den Weg des Homo Sapiens zum Homo Deus beschrieben und mit seinem Weltbestseller eine globale Diskussion darüber ausgelöst. Der Homo Sapiens aber hat sich als Homo Migrans über die Welt ausgebreitet. Mit meinem erfreulich rasch umlaufenden Topos Homo Migrans wollte ich in den in Sachen Migration, Flucht und Integration buchstäblich brandgefährlichen Diskussionen der frühen 1990er Jahre dazu beitragen, die Herausforderungen der Gegenwart historisch zu verorten und Massenwanderungen als epochenübergreifender Grunderfahrung den Schrecken der historischen Ausnahmesituation zunehmen.

Klaus J. Bade „Historical Social Research – Historische Sozialforschung“ zum Download

Dem eigentlichen Werk hat Bade rund hundert Seiten Biographisches vorangestellt. Darin auf den ersten zwanzig Seiten seine eigene Familiengeschichte im Wanderungsdreieck zwischen dem hessischen Burgmünden, Paris und Essen. In seiner Darstellung verbindet er Sozial- und Wanderungsgeschichte mit der Familiengenealogie und hat damit eine Form gefunden, die manchem Familienforscher, der die Elemente Geschichte und Familie zu einem Erzählstrang verbinden möchte, schöne Anregung sein kann.