Virtuelle Gedenkstätte Viersen 1933-1945

Die mutigen Mitglieder vom Verein „Förderung der Erinnerungskultur e.V. Viersen 1933-1945“ um Mirko Danek haben mit dem Projekt „Virtuelle Gedenkstätte Viersen 1933-1945“ eine außergewöhnliche Webseite geschaffen, die nicht nur der Opfer des Nationalsozialismus gedenkt, sondern auch die „Beteiligten“ nennt. Opfer menschlichen Handelns sind ohne Täter nicht vorstellbar. Ob die Täter Anstifter oder Gehilfen waren, sollte nicht bewertet werden. Oft liegen Strafurteile aus der Nachkriegszeit vor. Fast 75 Jahre nach Kriegsende verblasst die Erinnerung, Dokumente existieren wegen bewusster Vernichtung nicht mehr.

Auf drei interaktiven Karten mit den Stadtteilen Viersen, Dülken und Süchteln werden die Namen und Wohnorte der Opfer und die verlegten Stolpersteine angezeigt, auf der zweiten Karte die Namen und Wohnorte der Beteiligten dargestellt. Die Lage der fünf jüdischen Friedhöfe im Stadtgebiet wird auf der dritten Karte, einem Luftbild gezeigt. Verschiedene Aspekte wie historische Orte und Persönlichkeiten, die historischen Orte der Euthanasie, der NS-Organe und der Justiz werden in Text- und Bildtafeln präsentiert. Filme mit Zeitzeugenberichten schildern Schicksale der Verfolgten oder berichten aus eigenem Erleben.

In zwei Datenbanken kann nach den Namen der Opfer und der Beteiligten gesucht werden. Eine dritte Datenbank enthält Informationen über die Friedhöfe und Straßen der Stadt. Bei den Stadtrundgängen der Gruppe wird deutlich, wie Opfer und Täter zusammenlebten. Es ist notwendig, aus der Geschichte zu lernen und neuen Angriffen von Rechten zu begegnen.

Der WDR berichtete am 21.11.2019, dass der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit derzeit prüft, ob Persönlichkeitsrechte zum Beispiel von Nachfahren möglicher NS-Täter verletzt werden. Eine Ausstellung im Foyer des Stadthauses Viersen begleitet die Webseite noch bis Sonntag, den 24.11.2019. Sie zeigt die Geschichte der Viersener Bevölkerung zwischen 1933 und 1945. Auf Schautafeln und am Bildschirm können sich Besucher über die Inhalte der Virtuellen Gedenkstätte informieren.

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