Blackstone übernimmt 75 % von Ancestry

Die US-Investment-Firma Blackstone gab am 5. August 2020 bekannt, dass sie 75 % der Anteile von Ancestry von den bisherigen Investoren Silverstone, GIC, Spectrum Equity, Permira und anderen zu einem Preis von 4,7 Milliarden US-Dollar übernehmen werde. Die restlichen 25 % verbleiben bei GIC, einem Staatsfond aus Singapur. Ancestry betont, dass sich für die zahlenden Abonnenten nichts ändern werde. Insbesondere für die 18 Millionen Menschen, die ihre DNA testen ließen, ergeben sich aber sorgenvolle Fragen. Natürlich betont auch Blackstone, dass sie keinen Zugang zu den Daten der Nutzer haben werde und auch nicht an Firmen innerhalb des Portfolios von Blackstone weitergeben werde.

Ancestry-Stand bei „WhoDoYouThinkYouAre“ in London 2014 Foto: Junkers

Nach einem Verlust von 1,9 Millionen US-Dollar im Jahre 2012 wurde Ancestry von einer Investmentgruppe unter Leitung von Permira als Hauptinvestor übernommen. Die damalige Transaktion betrug ca. 1,5 Milliarden US-Dollar. 2015 gab es einen Boom der Verkäufe von DNA-Kits mit etwa einer Million Kits. Zukäufe wie Fold3, FindAGrave, Archives.com vergößerten die Kundenzahl, aber der Verkauf von DNA-Tests führten bis 2019 nicht zu einem Anwachsen der Abonnentenzahlen. Seit 2009 nennt Ancestry die Zahl von (stagnierenden) drei Millionen zahlenden Abonnenten auf ihren Webseiten. Experten meinen, dass sich Ancestry zu lange auf das „goldene Kalb“ DNA verlassen habe. Das Geschäft stagniert. Die Zukunft der DNA-Tests wird nicht nur bei der Genealogie gesehen, sondern bei den Anwendungen für Medizin, Gesundheit und Pharmazie erwartet.