Fotodatenbank von 20.000 russisch-orthodoxen Kirchen

«Храмы России» „Tempel Russlands“ heißt das wissenschaftliche Freiwilligen-Projekt, in dem Fotos von über 28.000 russisch-orthodoxen Kirchen, Kapellen und Klöstern und Kirchen der Altgläubigen in einer Datenbank gesammelt sind. Abgebildet sind Kirchen, die 1917 auf dem Gebiet der heutigen Russischen Föderation existierten oder später gebaut wurden. Viele funktionieren wieder als Gotteshäuser, aber viele wurden umfunktioniert,  andere sind vergessene Ruinen.

Beispielseite für die Kirche Dionysius in Halbstadt im Deutschen Nationalbezirk. Zur deutschen Übersetzung oben rechts klicken

Zu jedem Datenbankeintrag gibt es neben den Fotos ausführliche Beschreibungen des heutigen Zustands, Informationen zur Geschichte, Webseiten, Adressen, zur Lage mit Ortskoordinaten und Links zu Google Maps. Täglich kommen neue Bilder hinzu, wie der Blick auf die neuesten Ergänzungen zeigt. Eine Suchmaschine führt direkt zur gesuchten Kirche, Kapelle oder Kloster. Es gibt eine nach Regionen und Republiken geordnete Liste. Für die Klöster gibt es eine eigene Übersicht, ebenso für die Holzkirchen. Es gibt ausführliche Listen der Widmungen der Kirchen, die angeführte Statistik nennt den „Heiligen Nikolaus der Wundertäter“ (Erzbischof von Myra in Lykien) als den häufigsten Namensgeber für die Kirchen und Gebetshäuser.

Die fast 300.000 Fotos sind von sehr guter Qualität, professionell fotografiert. Sogar 3D-Modelle einzelner Kathedralen wurden erstellt, die man mit Google Earth von allen Seiten aus betrachten kann. Fast 5000 Bilder wurden aus der Luft mit Hubschrauber, Flugzeug, Gleitschirm, Heißluftballon oder Quadrokopter aufgenommen. Ein eigenes Forschungsprojekt zeigt historische Farbfotos aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg aus dem gesamten Russischen Reich von Sergej Prokudin-Gorski (1863-1944), die er mit einer Wechselschlittenkamera von Adolf Miethe aufgenommen hatte. Die Library of Congress in Washington hatte 1948 Glasnegative und Alben vom Sohn des Fotografen erworben.

Die Webseite ist in russischer Sprache, sie kann aber mit Google-Chrome in jede andere Sprache übersetzt werden. Bei der Suche nach der Kirche, in der Vorfahren getauft wurden, sollte man die Region (Oblast) und den Bezirk (Rayon) kennen. Sicher ist noch längst nicht jede Dorfkirche in der Datenbank enthalten, daher sollte man auch in der Umgebung suchen. Römisch-Katholische oder Evangelische Kirchen sind nicht enthalten.

Gefunden bei Archivalia und im Blog Find Lost Russian & Ukrainian Family von Vera Miller, von deren Seite wir schon früher Informationen über die Ukraine bekamen.