ZDF-Serie: „German Guilt“
In der dreiteiligen ZDF-Serie „German Guilt“ (Deutsche Schuld) geht es um die Frage: Waren unsere Vorfahren zur Zeit der NS-Diktatur Täter, Opfer oder Mitläufer? In vielen deutschen Familien wurde nie offen darüber gesprochen. Die persönlichen Familiengeschichten machen die Geschichte greifbar.
Der Autor und Journalist Thilo Mischke geht auf Spurensuche, um das Schicksal seiner Großmutter herauszufinden. Zusammen mit der Schauspielerin Katja Riemann und der Autorin Ronja von Rönne erforscht er die Geschichte von deren Großmüttern und Großvätern.
Spurensuche
Ein Großvater Mischkes war SPD-Mitglied und wurde im Jahr 1936 ins KZ Sachsenhausen deportiert. Eine Großmutter Mischkes wurde am 20. April (Führergeburtstag) 1939 im Lebensborn-Heim Haus Pommern in Bad Polzin unehelich geboren und war später in der DDR Stasi-Agentin. Ihr Vater – Mischkes Urgroßvater – war ein verheirateter SS-Mann und bei der Schutzstaffel in der Leibstandarte Hitlers, wie Mischke in einer ZDF-Produktion von 2025 recherchierte und darlegte. Sein dreiteiliger Film German Guilt dokumentiert seine Spurensuche in die NS-Vergangenheit seiner Familie.

Er begleitete darin zudem die Spurensuche von Katja Riemann bei der Suche nach Antworten zum rätselhaften Tod der Großmutter 1945 in einer Nevenheilanstalt. Sie besuchen die Klinik, in der ihre Großmutter starb, und recherchieren zum Thema Euthanasie. Ronja von Rönne trifft ihre „Gromi“, die über ihren Mann spricht, der während des ganzen Lebens eine Kugel im Kopf hatte. Sie erlebt die Geschichte der Wehrmacht auf Kreta nach.
Weitere Forschung
Alle Protagonisten der Serie forschen weiter. In der Pressemappe des ZDF werden weitere Tipps für eigene Recherchen gegeben:
- Im Bundesarchiv erfährt man, ob es überhaupt Unterlagen zur gesuchten Person gibt und wo sie liegen: Startseite – Bundesarchiv
- War die Person Mitglied in NSDAP, SS oder SA, hilft das Archiv in Berlin-Lichterfelde: Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde – Home
- Bei Wehrmacht und Waffen-SS ist Berlin-Tegel zuständig: Personenbezogene Unterlagen militärischer Herkunft – Bundesarchiv
- Ermittlungsakten zu NS-Verbrechen lagern teilweise in Ludwigsburg: Ludwigsburg – Bundesarchiv
- Dokumente über Verfolgte des Nazi-Regimes liegen in Bad Arolsen: Arolsen Archives – International Center on Nazi Persecution
- In den jeweiligen Landesarchiven finden sich manchmal Entnazifizierungsakten, in Stadt- und Regionalarchiven persönliche Daten, Adressen und Ähnliches.
- Weitere Informationen: Gräbersuche-Online | Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.
- Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer (Internationale Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem): Names


