Neuigkeiten von und zu allen CompGen-Projekten und -angeboten (zusätzlich zur konkreten Unterkategorie). Unterkategorien werden nicht näher beschrieben.

Vereine dokumentieren Grabsteine

[Bildquelle: Grabstein-Projekt, Holger Holthausen]

Das Grabstein-Projekt ist ein öffentliches Mitmach-Projekt, deshalb stellen erfeulicherweise zahlreiche Institutionen ihre Dokumentationen von Grabsteinen auf Friedhöfen zur Verfügung.

Die Grabsteinfotos werden von Vereinigungen eingereicht, die folgende Begriffe in ihrem Namen führen: Arbeitsgemeinschaft, Arbeitskreis, Dorfverein, Förderverein von historischen Friedhöfen, Geschichtsfreunde, Geschichtskreis, Gruppe für Familienkunde, Heimatverein und Verein für Familienforschung.

Hervorzuheben ist der zahlenmässige Spitzenreiter unter den Einsendern, der AGGSH (Arbeits-Gemeinschaft Genealogie Schleswig-Holstein e.V.) mit 206 Beiträgen.

http://grabsteine.genealogy.net/vereine.php?lang=de


13451 neue Familienanzeigen im Juli

In dem Projekt Familienanzeigen konnten wir im Juli 13451 Anzeigen online stellen.
Die Anzeigen kommen aus folgenden Bereichen:
Augsburg –
Backnang – Bochum – Bremen
Calw
Dortmund
Flensburg – Frechen – Fulda
Husum
Jena
Kiel – Krefeld
Lüneburger Heide
Memmingen – Mittelsachsen
nordöstlichen Ruhrgebiet
Osterode
Rendsburg – Rhein-Erft-Kreis – Rotenburg (Wümme) Stuttgart – Sylt unteren
Niederrhein um Kleve, Goch, Geldern Vaihingen/Enz Wesel Würzburg


Dank an die fleißigen Helfer in diesem Projekt, diesmal ganz besonders an unseren Programmierer Gerhard Finke für die Anpassung des Layouts.


Die genealogische Online-Datenbank GEDBAS besser nutzen

Es ist eine Binsenweisheit, und doch kann es nicht häufig genug betont werden. Genealogische Online-Datenbanken haben eine zweifache Funktion. Zum einen ist es das Suchen und Finden von Daten, zum anderen das Präsentieren von Forschungsergebnissen. Üblicher Weise wird von Suchenden häufig die Qualität der gefundenen Daten bemängelt. Das ist in vielen Fällen berechtigt, sollte aber – moralisch gesehen – nur denjenigen zustehen, die eigene Ergebnisse nach den angelegten Maßstäben veröffentlichen. Voraussetzung dazu ist natürlich, dass die gewählte Datenbank entsprechende Möglichkeiten bietet.

Die allen zugängliche GEDBAS-Datenbank des Vereins für Computergenealogie bietet dem Forscher zwei ganz wichtige Wege, die Attraktivität der eingestellten Daten zu erhöhen. Leider werden sie immer noch zu wenig genutzt. Die Rede ist von der Aufwertung mit Quellenangaben und einer individuellen Beschreibung des Datenbankinhalts. Beides sollte inzwischen selbstverständlich sein.

In der Praxis kann das so aussehen wie bei Peter P. Ein Blick auf http://gedbas.genealogy.net/person/show/1198133331 lohnt sich.

Nach solch einer Beschreibung möchte man einfach auch seine eigene GEDBAS-Datenbank mit einer Beschreibung aufwerten. Das ist eigentlich recht einfach, aber man muss sich natürlich an die Arbeitsschritte erinnern. Diese sind


  1. Anmelden in der DB per Nutzernamen und Passwort.
  2. Unter Funktionen ‚Meine Daten in GEDBAS‘ erscheinen die eingestellten Datenbanken mit ihrer jeweiligen Nummer.
  3. Ein Klick auf die Nummer öffnet ein Fenster mit drei Buttons im unteren Bereich.
  4. Den Button ‚Bearbeiten‘ öffnen, dort die gewünschten Eintragungen machen und updaten.
Einschränkungen sollten nach gutem Überlegen gering gehalten werden.

Auf diese Eintragungen kommt es an! Denn es ist nicht nur das hier nicht gezeigte Beschreibungsfeld wichtig, sondern das richtige Setzen der Häkchen. Das Herunterladen sollte man nicht erlauben, denn es fördert unkommuniziertes Kopieren von Daten ohne Rückfrage beim Forscher. Notizen und Quellenangaben sollten immer angezeigt werden. Nur so haben die reinen Basisdaten einen Wert. Ein Häkchen bei den Jahreszahlen zwingt den an diesen Daten ernsthaft interessierten Forscher zur Kontaktaufnahme. Wer aber die nach GEDBAS hochgeladene GEDCOM als abgeschlossene, nicht weiter zu verändernde Publikation versteht, kann natürlich auf diese Einschränkung verzichten.

Hier folgt eine Auswahl weiterer Beispiele.
Friedemann K. beschreibt Forschungsstand und geografische Schwerpunkte.
Der Roland hat Nachlässe eingestellt, beschrieben und verlinkt auf seine Website.
Auch der Autor dieses Beitrages nutzt das Beschreibungsfeld, um die Herkunft seiner eingestellten Daten zu personalisieren.


Der ernsthafte Forscher wird seine Daten im Auge behalten und mit dem Fortschreiten seiner Forschung in Abständen eine aktualisierte GEDCOM hochladen (bitte nicht zusätzlich, sondern unter derselben Datenbanknummer einfach aktualisieren.)

Wer umfangreich, also quellenbasiert und beschreibend publiziert, trägt dazu bei, die Summe der gefundenen Daten zu verbessern.

Wer aus einer auf diese Weise gepflegten, mit Quellenangaben untermauerten Datenbank Daten übernimmt, würde unverantwortlich handeln, wenn er diese Fundstelle nicht wiederum sauber zitieren würde. Zweifel? Nein, Hoffnung!

Sechs neue Online-Ortsfamilienbücher (OFB) im Juli 2019

Trotz Urlaubs- und Ferienzeit hat sich im Juli 2019 im Online-OFB-Projekt einiges getan. Es sind sechs neue Datenbanken zu vermelden:

Online Ortsfamilienbücher Online heritage books

Darmstadt (Hessen)
Dieses ist noch kein komplettes OFB von Darmstadt, aber ein Versuch die Standesamtsnebenregister von Darmstadt zu erfassen. Bisher sind die
Heiratsnebenregister 1901, 1902, 1905 und die Sterbenebenregister 1957 enthalten. Bearbeiter: Rainer Kötting

Klingenmünster (Rheinland-Pfalz)
Klingenmünster ist eine Gemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Für diese erste Fassung eines Ortsfamilienbuchs wurden folgende Quellen verarbeitet: Katholische Kirchenbücher von 1711-1803, Reformierte Kirchenbücher von 1696-1808, Standesregister von 1793-1980. Bearbeiter: Uwe Traschütz, Erich Laux

Süttö (Ungarn)
Süttö liegt am südlichen Ufer der Donau zwischen Esztergom und Komarom im Komitat Komárom-Esztergom in verkehrsgünstiger Lage an der Donau und an der alten Römerstraße zwischen Budapest (Aquincum) über Komarom (Brigetio) nach Wien (Vondobona). Bearbeiter: Roland Schütt

Schwarme (Niedersachsen)
Schwarme im Kreis Diepholz entwickelt sich von einer rein landwirtschaftlichen Gemeinde mit Handwerk und Einzelhandel zu einer Wohnsiedlung am Rand des Großraums Bremen. Quellen sind das Kirchenbuch Schwarme, Chronik Schwarme von Brunotte und die Chronik der Alten Haus und Hofstelle Schwarme von Erich Hilmmann-Apmann. Bearbeiter: Carsten Ravens

Münchingen (Baden-Württemberg)
Münchingen ist heute ein Stadtteil der 1975 im Zuge der Gemeindereform entstandenen Stadt Korntal-Münchingen im Kreis Ludwigsburg,
Baden-Württemberg, mit ca. 10.000 Einwohnern einschließlich des Stadtteils Kallenberg. Bearbeiter: Joachim Glauner

Möckerling (1771-1935) (Sachen-Anhalt)
Möckerling ist ein aufgrund von Kohleabbaggerung einer der „verschwundenen Orte im Geiseltal“. Es gibt bereits ein OFB Möckerling, das die Daten von 1647-1703 enthält. Das hier beschriebene OFB stellt die Fortführung ab 1771 dar. Bearbeiter: Carola Taubert

Vielen Dank an alle fleißigen Bearbeiter.

Stickel statt Grabstein

Bildquelle: Jürgen Wüstendörfer

Ein Stickel ist ein sogenanntes Totenbrett, das anstatt eines Grabsteines auf eine Grabstelle aufgestellt wird. Dieses traditionelle Grabmal entstammt wahrscheinlich der Zeit der Reformation und wurde seinerzeit im Bereich der Kurpfalz verwendet, z.B. in den Orten Hammelbach, Wald-Michelbach, Otzberg, in der Nassauischen und Rheinischen Pfalz.

Das Holzbrett wird mit weißer Farbe grundiert und manuell mit dem Namen des Verstorbenen, den Daten der Geburt und des Todes beschriftet. Heutzutage ist fast nur noch die Machart der Schlierbacher Tischler, mit einem aufgemalten Blumentopf in dem sich jeweils eine heranwachsende, eine blühende und eine verwelkende Tulpe befinden, bekannt. Die Kindergräber haben Stickel mit leicht veränderten Ornamenten. Die älteren Stickel sind mit Rautenmustern oder Schneeglöckchen verziert, fast jeder Dorfschreiner hatte damals seine eigene Schablone und Art zu bemalen.

Im Grabstein-Projekt ist die Dokumentation eines Friedhofs mit den Stickeln archiviert. Der Fotograf war in Schlierbach, einem Stadtteil von Lindenfels, im südhessischen Kreis Bergstraße im Odenwald aktiv.


Hat das Wetter Einfluss auf die Mitarbeit im DES?

Nach den letzten heißen Wochen habe ich mich gefragt, ob das schöne Wetter einen Einfluss auf die Mitarbeit der freiwilligen Helfer im Daten-Erfassungs-Systems (DES) des Vereins für Computergenealogie hat. Dazu habe ich mir für jeden Monat des Jahres 2019 angesehen, zu welcher Stunde des Tages wie viele Einträge bei den Verlustlisten Österreich-Ungarns im DES bearbeitet werden. Wenn man die Kurven etwas glättet, kommt dabei dieses Bild heraus:

Man kann deutlich die Unterschiede in den einzelnen Jahreszeiten erkennen. Im sehr sonnigen Juni und Juli wurde ungewöhnlich viel in der Mittagszeit im DES gearbeitet. Meine Theorie ist, dass es draußen zu heiß war und man lieber drinnen im Kühlen am Computer saß. In den Abendstunden ist es draußen angenehm warm, so dass man dann eher nicht am Computer sitzt. Etwas erstaunt haben mich die abendlichen Arbeitszeiten im April und Mai. Solche Zeiten intensiven Arbeitens am Abend hätte ich eher in der (noch) dunkleren Jahreszeit vermutet.

Es handelt sich übrigens nur um die Daten der Werktage, am Wochenende sehen die Kurven ganz anders aus. Im Juli gibt es zwar immer noch die deutliche Spitze um 12 Uhr, im Juni hingegen fehlt sie komplett. Außerdem fehlen dann die Maxima im abendlichen April und Mai. Vielleicht hat ja noch jemand andere Erklärungen für die Verlauf der Kurven.

Thüringer Adressbücher Online

Die Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek in Jena (ThULB) hat im Rahmen der Kulturgutdigitalisierung auch zahlreiche historische Adressbücher des Landes in ihrem Online-Bestand aufgenommen. Dabei arbeitet die Bibliothek mit über 60 Thüringer Archiven uns Museen zusammen. Auf der Übersicht auf der verfügbaren Adressbücher sind 27 Orte verzeichnet, die zum größten Teil auch im Genwiki in der Kategorie: Adressbuch für Thüringen aufgelistet sind.

Nicht alle Thüringer Adressbücher, die im Genwiki aufgelistet sind, sind auch im kostenlosen Portal der ThULB in Jena genannt. Einzelne Jahrgänge der Adressbücher von Apolda, Arnstadt, Camburg, Eisenach, Eisenberg, Erfurt, Gera, Gotha, Greiz, Nordhausen, Rudolstadt, Sondershausen, Stadtroda und Weimar sind größtenteils exklusiv und kostenpflichtig nur bei Ancestry einzusehen. Inwischen ist die Zahl der Orte mit digitalisiserten Adressbüchern so groß, dass mit einer Geokodierung der Orte diese auch auf einer Karte angezeigt werden könnten, wie es die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) für Sachsen vorgemacht hat. Jesper Zedlitz hat dies für alle Adressbücher im GenWiki schon erledigt:

Auf dieser Karte sind die Orte verzeichnet, die in den in der Bibliographie historischer Adressbücher eingetragenen Büchern vorkommen. Quelle: J. Zedlitz

Weil derzeit in den Datenbanken des Vereins für Computergenealogie die Suche nach Namen in den indexierten Adressbüchern noch an zwei Stellen, nämlich auf der Seite adressbuecher.net (für offline indexierte Bücher) und im Daten-Erfassungs-System DES (für online indexierte Bücher) erfolgen muss, wird hier empfohlen, die Metasuche zu benutzen. Dazu nach dem Abwählen aller Datenbanken nur die „Datenbank Historischer Adressbücher“ und „Daten-Erfassungs-System (DES)“ auswählen und den gesuchten Namen eintippen.

Kölner Sterbeurkunden: Eine halbe Million Einträge geschafft!

Aus fast 147.000 Sterbeurkunden des Kölner Standesamtes im Zeitraum 1833-1938 wurden eine halbe Million Namen der Verstorbenen, ihrer Angehörigen oder der anzeigenden Personen extrahiert. Eine tolle Leistung, für die allen beteiligten Erfassern gedankt sei. Die Namen vieler prominenter Kölner sind hier zu finden: Angefangen von Jacques Offenbach über Adenauer, Dumont, Farina, Groote, Guilleaume, van Hees, Herstatt, Imhoff, Millowitsch, Mülhens, Neven, Oppenheim, Raitz von Frenz, Stollwerck, Wallraf(f) und viele andere.

Sterbeurkunde von Franz Millowitsch (1797-1875) Urgroßvater von Willi Millowitsch.
Quelle: LAV NRW R PA 2106 Köln Sterbefälle 1875, Bd. 6

Sie können noch mitmachen! Die meist sauber handgeschriebenen Urkunden sind auch eine gute Leseübung für diejenigen, die die Kanzleischrift des 19. Jahrhunderts erlernen wollen. Keine Angst, wenn Sie noch unsicher beim Lesen sind, jede erfasste Urkunde wird von den Administratoren überprüft. Der große Vorteil des Daten-Erfassungs-Systems DES ist, dass jeder erfasste Name sofort bei der Suche gefunden werden kann. Wenn Sie noch keine Benutzerkennung haben, können Sie sich hier kostenlos anmelden. Bitte lesen Sie vor dem Start zuerst die Editionsrichtlinien durch. Zur Erfassung geht es dann hier.

Kleines Lexikon der Sepulkralkultur

Bildquelle: Holger Holthausen

Das Grabstein-Projekt führt ein kleines Lexikon der Sepulkralkultur.*

* Steinsärge aus Sandstein, 2013 auf dem Gelände des Heimatmuseums in Wyk (Nordfriesische Insel Föhr) fotografiert. Sie wurden im Mittelalter als Handelsware aus dem Rheinland nach Nordfriesland gebracht, in späteren Jahrhunderten als Viehtränken umfunktioniert (Quelle: Dr.-Haeberlin-Museum).


Adressbücher des Kreises Diepholz

Das Stadtarchiv Diepholz hat dem Verein für Computergenealogie die Scans von Adressbüchern der Jahre 1901, 1912, 1926, 1935 und 1950-51 des Landkreises Diepholz in Niedersachsen zur Verfügung gestellt. Diese befinden sich nun im GenWiki in der DigiBib zur Ansicht.