100 Jahre Hessische Familiengeschichtliche Vereinigung

Die Hessische Familiengeschichtliche Vereinigung e.V. (HfV) wurde vor 100 Jahren, am 7. März 1921, von einer Frau und sieben Männern in Darmstadt gegründet. Ihr Arbeitsgebiet war der Bereich des damaligen Volksstaates Hessen, der aus dem früheren Großherzogtum gebildet worden war. Zu dieser Zeit herrschte die französische Militärverwaltung als Besatzungsregime: ganz Rheinhessen, das Gebiet um Mainz mit Teilen von Starkenburg und Oberhessen, später auch Darmstadt, waren als Folge des Ersten Weltkriegs besetzt.

Arbeitsgebiete der Hessischen Familiengeschichtlichen Vereinigung
Arbeitsgebiete der drei hessischen genealogischen Gesellschaften

Diese Gruppen trafen sich monatlich in den verschiedenen Städten, u.a. auch in Frankfurt und Berlin. Ziel der Vereinigung war die gegenseitige Unterstützung bei der Familienforschung. Anfragen und Suchanzeigen, aber auch eigene Forschungsergebnisse konnten in der vereinseigenen Zeitschrift veröffentlicht werden. Viele Mitglieder überließen ihre Forschungen auch dem Vereinsarchiv, das jedoch 1944 beim Bombenangriff auf das Hessische Staatsarchiv im ehemaligen großherzoglichen Schloss in Darmstadt vernichtet wurde. 1993 folgte der Umzug ins „Haus der Geschichte“ am Karolinenplatz. Das ehemalige Hof- und Landestheater war für die Archive und die historischen Vereine in der Stadt wiederaufgebaut worden.

Zeitschriften, Schriftenreihe und Archivbestände

Die Vereinszeitschrift „Mitteilungen der HFV“ erschien 1925 bis 1953. Dann schloss sich die HfV mit den anderen im Bundesland Hessen tätigen Vereine, nämlich der Gesellschaft für Familienkunde in Kurhessen und Waldeck e.V. (GFKW) und der Familienkundlichen Gesellschaft für Nassau und Frankfurt e.V. (FG), zur Arbeitsgemeinschaft der familienkundlichen Gesellschaften in Hessen zusammen. Von 1954 bis 2017 gaben sie gemeinsam die „Hessische Familienkunde“, die „Hessische Ahnenlisten“ und die „Hessische Wappenrolle“ heraus. Seit 2018 publiziert die HfV ihre eigene Zeitschrift „Hessische Genealogie“. Die Inhaltsverzeichnisse beider Zeitschriften sind im GenWiki zu finden. Die Schriftenreihe des Vereins enthält 60 Titel, hauptsächlich Ortsfamilienbücher.

Digitale Quellen nur für Mitglieder

Heute ist die HfV digital ausgerichtet. Ihre Mitglieder können aus der ganzen Welt online auf ca. 1,3 Millionen Digitalisate von Kirchenbuch-Duplikaten, Karteikarten mit Forschungsergebnissen, Zeitschriften und Büchern zugreifen. Die digitalen und gedruckten Bestände sind auf der HfV-Homepage und im GenWiki aufgelistet.
Hier die digitalen Bestände, die nur Mitgliedern zur Verfügung stehen:

  • 138 Zweitschriften von Kirchenbüchern.
    Es gibt die Möglichkeit die gelesenen Informationen auch gleich in entsprechenden Feldern zu transkribieren. Diese Daten können dann bei Abfragen verwendet werden.
  • 176 Karteien zu Orten in Starkenburg, Oberhessen, Rheinhessen u.a. die zu 90 % indexiert sind.
  • Die Hessische Genealogische Datenbank, die aus GEDCOM-Dateien gespeist wird, mit 2,1 Millionen Personendatensätzen.

Die im März ausgefallene Jubiläumsfeier kann hoffentlich in diesem oder dem kommenden Jahr nachgeholt werden!
Wir sagen jetzt schon herzlichen Glückwunsch zum Hundertjährigen!