Genealogen können durch Hochwasser zerstörtes Archivgut nicht mehr nutzen

Die Erinnerung an den Einsturz des Kölner Historischen Archivs am 3. März 2009 ist noch wach: Die durchnässten Archivalien in den Trümmern des Archivgebäudes sind immer noch nicht alle nutzbar. So ist jetzt auch nach der Unwetterkatastrophe im Juli 2021 in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Sachsen bekannt geworden, dass mehrere Kreis-, Stadt- und Gemeinde-Archive durch die Überflutungen zum Teil massive Schäden erlitten haben und wohl lange Zeit für Genealogen nicht nutzbar sind.

zerstörtes Archivgut in Köln 2009
3. März 2009 Kölner Stadtarchiv nach dem Einsturz (Foto: Frank Domahs Wikipedia CC BY-SA 3.0)

Schlimm betroffen ist das Stadtarchiv Stolberg bei Aachen. Im WDR-Interview berichtet Stadtarchivar Christian Altena am 20. Juli 2021 darüber, wie er den Einbruch der Wassermassen erlebt hat. Verloren sind Sammlungen wie Zeitungen oder Gesetzesblätter, die man theoretisch noch anderswo wiederbeschaffen könnte. Das einmalige Archivgut ist geborgen. Für die Sicherung der durchnässten und verschlammten Papierberge müssen diese so schnell wie möglich vom Schmutz gereinigt und verpackt werden. Dafür hat die Stadt Köln einen mobilen Container zur Verfügung gestellt, den die Feuerwehr nach dem Einsturz des Historischen Archivs angeschafft hatte. Anschließend werden die Papiere tiefgefroren, bis sie in einer der Gefriertrocknungsanlagen wieder getrocknet werden können.

Auch das Stadtarchiv Menden setzt auf die Gefriertrocknung der durchnässten Papiere. In einem Bericht der Westfalenpost vom 18. Juli 2021 berichtet der Stadtarchivar Stephan Reisloh, wie er selbst mit dem Hausmeister Archivkartons in den Regalen von unten nach oben geräumt hat. Die Tür zum Raum, in dem die ältesten Zeitungen, Nachlässe und Akten lagerten, ließ sich nicht mehr öffnen. Das Wasser stand 45 cm hoch. Jetzt liegen die verpackten Materialien in der Gefriertrocknungsanlage des LWL-Archivamtes in Münster. Dort sind bereits auch andere Archive vorstellig geworden.

Hilfe tut not – auch für zerstörtes Archivgut!

Natürlich haben die Genealogen keinen Vorrang für die schnelle Wiederherstellung der Archivalien. Aber die Menschen aus den zerstörten und überfluteten Häusern, den Krankenhäusern und Altenheimen und all die Helfer vor Ort haben die Unterstützung von uns allen bitter nötig. Daher hier das Spendenkonto für Ihre Hilfe für die Geschädigten:

„Aktion Deutschland Hilft“ IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30 BIC: BFSWDE33XXX Stichwort: Hochwasser

Update vom 26.7.2021: Auf Archivalia gibt es weitere Hinweise auf Schäden in den Archiven von Eschweiler, Kall, Bad Münstereifel. Auch die Archivbestände des Stadtarchivs von Leichlingen waren im Rathauskeller untergebracht, der komplett geflutet war.