Warum geht’s nicht weiter mit den Juden- und Dissidentenregistern von Westfalen und Lippe?

Die westfälischen Juden- und Dissidentenregister 1808-1874 (JuWeL) aus den Regierungsbezirken Arnsberg, Detmold und Münster sind wichtige Quelle für die Forschung nach Juden in Westfalen. Es sind die Standesamtsregister für Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle von Personen, die weder katholisch noch evangelisch waren. Nun hapert es bei der weiteren Erfassung.

Juden- und Dissidentenregistern von Westfalen und Lippe, hier die Judenregister aus Detmold und Lemgo
Judenregister aus Detmold und Lemgo (Quelle: Landesarchiv NRW)

Die Urkundenbände wurden von Landesarchiv NRW in Detmold digitalisiert und für das Erschließungsprojekt JuWeL mit dem Dateneingabesystem DES zur Verfügung gestellt. Der Verein für Computergenealogie (CompGen) macht diese Erschließung technisch möglich, die Westfälische Gesellschaft für Genealogie und Familienforschung (WGGF) betreut das laufende Projekt.

Im April 2018 – ein Jahr nach dem Projektstart – hatte Birgit Casper bereits den 50.000. Datensatz im Projekt JuWeL erfasst. Sie gehört zu den fleißigsten Bearbeitern, die bisher sage und schreibe 93 % aller Daten abgetippt hatte. Die 100.000er Marke wurde im Dezember 2019 erreicht. Inzwischen sind 131.940 Einträge auf 11.610 Seiten erfasst. Es ist also schon viel geschafft. Nun fehlen nur noch etwas weniger als 10 % der Daten. Das sind Einträge aus dem Regierungsbezirk Minden und dem ehemaligen Fürstentum Lippe.

Aufruf zur Weitererfassung

Die Werbung zur Mitarbeit beim 72. Westfälische Archivtag und beim 9. Westfälischen Genealogentag im März 2021 war noch nicht ausreichend und hat keinen Durchbruch bei der Gewinnung weiterer Mitarbeiter gebracht. Daher hier der Aufruf an unsere Leserschaft:

Helft mit bei der Erfassung im Projekt JuWeL genealogy.net!

Wer noch nicht als DES-Helfer angemeldet ist, kann sich unkompliziert eine Benutzerkennung holen (oder sich das vergessene Passwort zuschicken lassen). Wie für jedes DES-Projekt gibt es Editionsrichtlinien, die zuerst zu lesen sind, bevor man sich an die nicht immer gut lesbaren Registerseiten macht. Es sind Handschriften. Nicht aufgeben, wenn etwas nicht zu entziffern ist! Einfach ein paar Seiten weiter springen, vielleicht geht’s dort leichter.

Administratoren des Projekts sind Thomas Dickel und David Merschjohann, sie helfen bei Rückfragen zu den Editionsrichtlinien oder wenn bei der Erfassung Probleme auftreten.