Zwei Tage kostenloser Zugang zu Digitalisaten von Arcanum.hu

Die Firma Arcanum aus Budapest – seit 30 Jahren als führender Spezialist für Digitalisierung und Online-Publikation – ist mit ihren Angeboten von digitalisierten historischen Zeitungen, Büchern, Karten und Bildern einzigartig in Ungarn. An diesem Wochenende, 24./25. Juli 2021, gibt es die Möglichkeit zum kostenlosen Zugang. Auf die Leistungen dieser Firma haben wir hier im CompGen-Blog schon mehrfach hingewiesen.

Digitalisat bei Arcanum.hu

Am „Schnupper“-Wochenende werden Zeitungen und Bücher zur kostenlosen Recherche angeboten. Über 30 Millionen Seiten stehen zur Volltextsuche zur Verfügung. Alle Schriften wurden durch OCR (optical character recognition) lesbar gemacht. Natürlich sind die meisten Druckwerke in ungarischer Sprache, aber man findet auch deutschsprachige Publikationen, z.B. „Der Adel Deutsch-Lothringens. Siebmachers grosses und allgemeine Wappenbuch“ Band 2, 11. Abteilung. Nürnberg 1873. Auch ein weiterer Siebmacher-Band („Die Europäischen Fürstengeschlechter“, Band 2 Abteilung C) ist digitalisiert. Zudem sind wichtige Werke zur Genealogie in ungarischer Sprache, wie die von Iván Nagy, Béla Kempelen, oder die Zeitschrift „Magyar Családtörténeti Szemle“ (Ungarische Zeitschrift für Familiengeschichte) und die heraldisch-genealogische Zeitschrift „Turul“ vorhanden.

Historische Zeitschriften aus Ungarn

Deutschsprachige wissenschaftliche Zeitschriften mit Bezug zu Ungarn wie das „Ungarn-Jahrbuch“, die „Ungarischen Jahrbücher“ (1923-1943), die „Literarischen Berichte aus Ungarn“, die „Ungarische Rundschau für Historische und Soziale Wissenschaften“ und mehr können durchsucht werden. Umfangreich sind die Filtermöglichkeiten nach Titeln, Jahr, Schlüsselwörtern und Illustrationen. Tausende von neuen Scans kommen monatlich hinzu.

Gibt man als Suchwort „deutsch“ ein, so findet man z.B. das zweisprachige Buch „Die Verschleppung ungarländischer Deutsche 1944/45. Erste Station der kollektiven Bestrafung. Dokumentarband“ des Verbandes der Ungarndeutschen, Budapest 1990. Der entsprechende ungarische Begriff „német“ führt natürlich zu deutlich mehr Publikationen, die sich u.a. auch mit den Ungarndeutschen (magyarországi németek) befassen. Interessant sind z.B. die Schulchroniken der deutschen Schulen und Gymnasien von Apatin, Bácsalmás, Budapest, Högész, Újverbász aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und aus den 1940er Jahren. Texte lassen sich einfach markieren, kopieren und mit dem Übersetzungsprogramm Deepl perfekt übersetzen.

Seit Juli 1954 erschien bis zur Oktoberrevolution 1956 unter dem Titel „Freies Leben“ eine deutschsprachige Zeitung für die werktätigen Deutschen in Ungarn. Die dann vom Verband der Deutschen Werktätigen in Ungarn (jetzt von der Neue Zeitung Stiftung) herausgegebene „Neue Zeitung“ oder der „Deutsche Kalender“ sind komplett digital zu finden. Es fehlen jedoch die Scans der 1854 gegründeten Zeitung „Pester Lloyd„, die auch seit 1994 wieder in Budapest erschien (liberal, Orban-kritisch, zuletzt aber nur noch online bis April 2020). Einige Digitalisate aus der Zeit zwischen 1888 und 1922 sind bei Anno zu finden.

Europa in historischen Karten, Archiv-Portal

Immer wieder sehenswert sind die Kartendarstellungen bei Mapire.eu, die von Arcanum bereitgestellt werden. Hier wird ganz Europa in historischen Karten dargestellt – georeferenziert, mit Ortssuche und Vergleich über den Schieberegler mit der heutigen Straßenkarte oder Luftbildaufnahme. Wo verfügbar, werden auch Stadtpläne und Katasterkarten („Franziszeischer Kataster“ für Österreich-Ungarn) hochauflösend angeboten. In Ungarn kann dabei z.T. bis auf die Häuser und Grundstücke mit Besitzernamen vergrößert werden.

Schließlich hat Arcanum auch Hungaricana.hu, die Webseite der ungarischen Archive als Portal für das historische Erbe Ungarns aufgebaut. Es wird betrieben von der Bibliothek des Ungarischen Parlaments. Hier sind alle Angebote von Bildern, Postkarten, Bibliotheken, Karten und Dokumenten aus Archiven zu sehen. Ein unglaublich reichhaltiger Schatz an Digitalisaten!