Familiennamen der Schweiz

Seit kurzem ist die Plattform Personennamen.ch mit den 100 häufigsten Familiennamen in der deutschsprachigen Schweiz online. Auf dieser Seite werden die Namen auf historisch-philologische Weise gedeutet.

Grafik zu den häufigsten Schweizer Familiennamen

Die Auswahl der 100 Namen erfolgte mit Hilfe der Telefondaten in der Schweiz aus den 1990er Jahren. Simone Berchtold Schiestl und Martin Hannes Graf haben die Namen ausgewertet und kommentiert. Die Datenbank wird von den Mitarbeitern beim Schweizerischen Idiotikon gespeist und betreut. Für Sprach- und Geschichtsforscher, Volks- und Namenskundler ist dieses in 17 Bänden bearbeitete Regionalwörterbuch der Schweiz ein unentbehrliches Handwerkszeug. Seit 2010 ist es auch digital nutzbar.

Weitere Quellen

Weitere Quellen sind die auf Radio SRF 1 ausgestrahlten Familiennamen-Erklärungen. In der Liste der 100 Namen sind die entsprechenden Radiobeiträge verlinkt – eine herrliche Gelegenheit, sein Schwizerdütsch einzuüben. Das Digitale Familiennamenwörterbuch Deutschlands (DFD) wurde ebenfalls herangezogen. Weitere Links gibt es zu Historische Ehedaten des Staatsarchivs des Kantons Zürich und zur Nachnamenstatistik der Schweizerischen Post. Die angeführte Bibliographie enthält eine umfangreiche Literaturliste.

Das Familiennamenbuch der Schweiz

Eine weitere Quelle, die noch integriert bzw. verknüpft werden soll ist das „Familiennamenbuch der Schweiz“. Es verzeichnet alphabetisch alle Familiennamen von Menschen, die 1962 in einer schweizerischen Gemeinde das Bürgerrecht besaßen. Zu den einzelnen Namen werden folgende Informationen aufgelistet: der jeweilige Bürgerort und der Zeitpunkt des Bürgerrechtserwerbs sowie Herkunftsort oder Herkunftsstaat. Auf dieser Homepage werden die rund 48.500 Familiennamen der vergriffenen Buchausgabe von 1989 über übersichtliche Suchfunktionen erschlossenen und im Internet frei zugänglich gemacht. Damit ist diese Datenbank eine unentbehrliche Quelle für Familienforscher und Historiker. Das Familiennamenbuch erklärt keine Namensherkunft.

Im Schweizerischen Idiotikon werden weitere interessante Projekte betreut:

  • Der Sprachatlas der deutschen Schweiz (SDS)
    dokumentiert die alemannischen Mundarten der deutschen Schweiz einschließlich der Walserdialekte Nord­italiens in acht Bänden mit über 1.500 Sprachkarten.
  • Das Portal der schweizerischen Ortsnamenforschung Ortsnamen.ch.
    In dieser Datenbank werden Orts-, Siedlungs- und Flurnamen der Schweiz auf der Karte geocodiert angezeigt und die Beschreibungen aus verschiedenen Quellen verknüpft und angezeigt. Als Kartengrundlage können verschiedene Karten (Swisstopo, Luftbild, Google, historische Karten) ausgewählt werden.

Am Rande bemerkt: Für Deutschland ist eine Namensverbreitungskarte in Genealogy.net eingestellt. Darüber haben wir hier im Blog schon vor längerer Zeit berichtet.