Jüdische Grabsteine in den Niederlanden online

In den Niederlanden befinden sich etwa 200 jüdische Friedhöfe. Die im vergangenen Jahr errichtete Stiftung „Het Stenen Archiv“ hat sich das Ziel gesetzt, möglichst alle genealogischen Informationen mit Bezug auf die Grabsteine und jüdischen Friedhöfe zu sammeln und zugänglich zu machen. Die Forschungsarbeiten sollen für alle Angehörigen, Institutionen und Interessierten von Nutzen sein und dauerhaft zur Erhaltung und Entwicklung einer Gedächtniskultur beitragen.

Jüdischer Friedhof in Nijmegen Foto: Havang Wikipedia CC0

Die Stiftung setzt das Digitalisierungsprojekt für die aschkenasischen Friedhöfe von Akevoth („Spuren“) in Zusammenarbeit mit der Nederlands-Israëlitisch Kerkgenootschap (NIK) fort. Die Datenbank enthält Informationen und Bilder von 58.703 Grabsteinen. Auf 131 Friedhöfen wurden inzwischen die Inschriften von insgesamt 5280 Steinen vollständig erfasst.

Der ursprüngliche Betreiber der Datenbank, Amoetat Akevoth, war eine unabhängige Organisation mit Sitz in Israel, 2006 entstanden aus einer Genealogengruppe am Forschungszentrum für das niederländische Judentum der Hebräischen Universität. Akevoth entwickelte sich zur umfangreichsten Datenbank für niederländische Juden mit Stammbäumen, die z.T. bis ins 17. Jahrhundert zurückgehen. Die Sammlung enthält hauptsächlich Daten über aschkenasische Juden und teilweise zu sephardischen Juden aus Portugal und Spanien. Zu den Daten gehören auch die der fast 48.000 Aschkenasen in Amsterdam im 18. Jahrhundert, die zu ca. 95 % im Zeitraum 1723-1812 erfasst sind. Zahlreiche weitere Teildatenbanken ergänzen die Sammlungen. Die „In Memoriam“-Datenbank enthält eine Liste von ca. 100.000 Juden, die während des Zweiten Weltkriegs umgekommen sind und oft keine Gräber haben. Alle Datenbanken von Akevoth werden trotz Ende der Organisation weiter archiviert und zugänglich bleiben.

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