Aktuelles Heft der „Archive in Thüringen“, 2020

Von der Auswanderungsbewegung aus Schwarzburg-Rudoldstadt nach Texas vor rund 175 Jahren über das Theaterzettelportal aus Weimar bis hin zur Nutzung von „Zeitkapseln“ für ein Schuljubiläum: Wie bereits im Mitteilungsblatt 2019 sind die Beiträge in dem 61 Seiten umfassenden, online zugänglichen Mitteilungsblatt 2020 der „Archive in Thüringen“ thematisch weit gespannt.

Screenshot des Deckblatts

Kurz zu den Rubriken: Das Mitteilungsblatt enhält v. a. Aktuelle Nachrichten, Beiträge aus Wissenschaft und Forschung, Arbeitsberichte aus thüringischen Archiven, Berichte über Projekte und digitale Angebote, Beiträge über Neuübernahmen zu zwei Nachlässen, Rezensionen zu Neuerscheinungen, Berichte über Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit.

Natürlich sind auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Arbeit der Archive Thema des Heftes – das Deckblatt zeigt die Heimarbeitsplätze von Archivarinnen und Archivaren aus dem Landesarchiv Thüringen. Beiträge wie der von Dr. Jens-Jörg Riederer über „Selbstzeugnisse in Archiven“, von Michael Schütze über die Stolbergischen Nachlässe im Stadtarchiv Nordhausen oder den Beginn des Digitalisierungsprojektes zur „Bangertschen Personennamenkartei“ im Staatsarchiv Rudoldstadt können von unmittelbarem Interesse für Menschen mit Forschungsinteressen in Thüringen sein. Die vom Archivar Wilhelm Bangert 1917 vollendete Personennamenkartei (von ihm „Namenskatalog“ genannt) umfasst 29.000 Karteikarten. Sie ist auch heute – über 100 Jahre nach ihrer Fertigstellung – noch ein wichtiges Findmittel für das ältere Archivgut im Staatsarchiv Rudolstadt.

Im Mitteilungsblatt wird auch die seit Herbst 2019 zugängliche Internetseite Ahnenforschung im Landkreis Sömmerda vorgestellt, an dem sich das Kreisarchiv Sömmerda und das Stadtarchiv Weißensee beteiligen. Auf der Seite kann in den Namensverzeichnissen zu Personenstandsbüchern und genealogisch interessanten Akten beider Archive recherchiert werden.

„Auf glattem Parkett“ ist schließlich ein Beitrag über die Briefe des kaiserlichen Botschafters Hans von Wangenheim aus Mexiko, Tanger, Athen und Konstantinopel 1904-1915 überschrieben. Dr. Steffen Arndt aus dem Staatsarchiv Gotha berichtet darin über einen Teilnachlass im Archiv der Familie von Wangenheim, der u. a. Briefe über den Genozid an den Armeniern dokumentiert.

Das inhaltlich abwechslungsreiche, optisch durch zahlreiche Abbildungen ansprechend gestaltete Nachrichtenheft der Thüringer Archive sei wiederum zum Stöbern empfohlen.