Genealogica, die erste deutsche digitale Genealogiemesse, war erfolgreich

Kann das was werden, habe ich mich gefragt, als ich Ende November 2020 zum ersten Mal von den Plänen von Anja Kirsten Klein und Barbara Schmidt las, ein Online-Genealogie-Event zu veranstalten. Einen Monat vorher hatte ich am großen einwöchigen französischen Gene@event2020 teilgenommen, das vom französischen Genealogie-Dachverband „Fédération française de généalogie“ organisiert und finanziert wurde. Die über 70 Vorträge kann man immer noch nach kostenloser Anmeldung auf france-genealogie.org anschauen. Ein großartiges Vorbild! In England und Schweden ist man diesem Beispiel schnell mit eintägigen Veranstaltungen gefolgt.

Ja, es hat auch geklappt in Deutschland mit der Genealogica 2021 vom 12. – 14. Februar 2021. Die beiden Organisatorinnen können sich zufrieden zurücklehnen und auf ein erfolgreiches Wochenende zurückblicken. Die Teilnehmer äußerten sich begeistert über das neue Format. Wer von den 20 Vorträgen vom Wochenende etwas verpasst hat, hat immer noch Zeit bis zum Freitag 19. Februar 2021, 9 Uhr, um mit seinem Ticket für 24 € in Ruhe alle Videoaufzeichnungen und die 26 Ausstellerstände noch einmal anzuschauen. Mein verbilligtes Frühbucherticket hat sich gelohnt. Gute Vorträge, engagierte Referenten, freundliches Publikum, jung und alt, international, breit gemischt. Beim Einführungsvortrag von Marion Weber aus Stuttgart habe ich in der Spitze 165 Zuhörer gezählt. Barbara Schmidt nannte in der Schlussrunde am Sonntag eine Zahl von 357 angemeldeten Besuchern.

Klar, es war ein finanzielles Risiko, aber der Einsatz der kommerziellen Veranstaltungsplattform EXPO-IP, die kostenpflichtige erweiterte Zoom-Plattform und das Ticketsytem Xing-Events hat sich gelohnt. Die Unterstützung durch die fünf Partner (Ancestry, Archion, FamilySearch, Heredis, MyHeritage) war sicherlich hilfreich. Wer fehlte, waren die großen genealogischen Vereine, nur drei waren mit einem Stand bzw. Vortrag vertreten: Die Oldenburgischen Gesellschaft für Familienkunde, die Hessische Familiengeschichtliche Vereinigung und die Forschergruppe Oberschwaben. Auch der Dachverband DAGV war mit einem Stand dabei. Wenn ich einen Stand zu prämieren hätte, dann war es der vom Family Book Creator: Eine gemütliche Theke mit Barhockern und dem freundlichen Stefan Harms, der das Foto seines Stands von der letzten RootsTech-Ausstellung als Hintergrund nutzte. Alle anderen haben den üblichen Standaufbau von EXPO-IP genutzt. Vielleicht war es ganz gut so, dass bei der Genealogica nicht nur die sonst immer „Verdächtigen“ aus der Vereinswelt redeten, sondern junge, aktive und engagierte Forscher, die ihr Wissen auf ihre eigene Art weitergaben.

Zwar klappte die Wonder.me-Nutzung für die Plauerecke nicht bei allen gut, aber dafür wurde der zweite Zoom-Aditoriumraum auch für Diskussionen genutzt. Als Gimmick gab es eine Padlet-Weltkarte, auf der man die Orte seiner Vorfahren eintragen konnte und eine „Social Wall“ mit vielen positiven Rückmeldungen. Herzlichen Glückwunsch an Anja Kirsten Klein und Barbara Schmidt für das gelungene Event!

Torsten Kux von FamilySearch bot am Stand Informationen über die Rootstech 2021 an, die als Video noch angeschaut werden können. Vom 25. bis 27. Februar 2021 findet das dreitägige Online-Event kostenlos und mehrsprachig statt. Bisher haben sich weltweit über 270.000 Teilnehmer angemeldet. Hier geht es zur Anmeldung.