Zoom oder Wonder.me?

Warum denn „oder“?
Zoom und Wonder.me sind – eigentlich – zwei Seiten der gleichen Medaille!

Corona hat wie kein anderes Ereignis der letzten Jahrzehnte die Digitalisierung unseres Alltags vorangetrieben. Auch in der Genealogie! Was früher ganz selbstverständlich im persönlichen Kontakt stattfand, haben wir in den vergangenen Monaten gelernt, virtuell abzuhalten. Wir stellen hier zwei der Kommunikationsplattformen vor, die dabei eingesetzt werden (können).

Veranstaltungen mit Zoom

Um es gleich zu Beginn deutlich zu sagen: Um an einer Zoom-Sitzung teilzunehmen braucht man keinen Account bei Zoom und muss auch nicht den angebotenen „Client“ auf den eigenen Rechner laden! Ihr müsst nur Mikrofon, Lautsprecher und Kamera freigeben. Oder auch nicht. Man kann auch alles abwählen (oder abgewählt lassen), also inklusive Lautsprecher, aber dann tendiert die Teilnahme gegen Null. Zum Einstieg oder vorher sollte man einfach testen, ob alles funktioniert; klickt dazu auf diesen Link hier. Und probiert es mehr als einmal. Besser kann man seine Einstellungen nicht überprüfen!

Die Zoom-Plattform eignet sich für Netztreffen mit Frontalvortrag und Diskussion. Meist ist es so, dass einer spricht und präsentiert, die vielen anderen hören zu. Oder auch nicht! Es ist wie (früher ?) im Schulunterricht: Irgendjemand steht mit einer vorbereiteten PowerPoint-Präsentation vorne. Es gibt die Situation eines Senders und vieler Empfänger. Also ähnlich wie Rundfunk. Fragen oder Diskussionsbeiträge werden dann über Mikrophon oder Headset rein gegeben und von allen gehört. Und Achtung! Dank der eingeschalteten Kameras kann man da viel beobachten, wie etwa, wenn jemand vorm Laptop „popelt“, sich die Haare rauft, oder besorgt auf den bald leeren Handy-Akku schaut.

Wann benötige ich die Kamera und wann nicht? Natürlich ist es auch möglich, als dunkles Rechteck oder mit einem Bild am Zoom-Meeting teilzunehmen. Aber vor einem Vortrag und auch danach macht es sich gut, wenn man die Person sieht, die da jeweils spricht. In der Regel begrüßen sich alle zu Beginn, auch mal mit begeistertem „Winke-Winke“.

Ein großes Plus bei Zoom-Sitzungen: Sie lassen sich prima konservieren, also aufzeichnen. Etwas bearbeitet und ins Netz (z.B. auf YouTube) gestellt kann ein Vortrag auch erst später oder erneut geschaut werden, zum Beispiel wenn man zum Zeitpunkt des Vortrages verhindert war. Allerdings steht zu Befürchten, dass wir möglicherweise irgendwann den Überblick bei der Menge an aufgezeichneten Vorträgen verlieren.

Um diesen Überblick nicht zu verlieren helfen kurze Inhaltsangaben oder auch Besprechungen, die wir von der CompGen-Blog-Redaktion gerne ins Netz stellen. Da würden wir uns freuen, wenn wir mehr Mit- und Zuarbeiter hätten, also Leute, die einzelne Vorträge oder Themenfelder bei YouTube beobachten und ihre Erfahrungen mit der Gemeinschaft teilen.

Fazit: Zoom hat sich als ein sehr brauchbares Medium für die Durchführung von virtuellen Vortragsveranstaltungen herausgestellt, an denen viele teilnehmen können. Durch gleichzeitiges Streamen auf YouTube lässt sich die Anzahl an Zuschauern von Zoom-Vorträgen sogar gegen unendlich verschieben. Und so können wir für jeden Charakter die Teilnahme ermöglichen: Wer möchte kann einfach auf dem Sofa liegen und über Smart-TV der Veranstaltung folgen, wer am Rechner sitzt, kann über den Chat kommunizieren, kann Beifall spenden oder aber auch den Daumen hoch/runter zeigen lassen.

Kommunikation mit Wonder.me

Das Streamen von Vorträgen und Diskussionsrunden mit Zoom und YouTube funktioniert gut. Oft aber stößt hier die sozialer Interaktion an ihre Grenzen. Denn, wenn jeder Interessierte seine Hand gehoben und letzte Fragen aus dem Chat beantwortet wurden, wählen sich die Besucher wieder aus und die Veranstaltung ist beendet. Ein ganz essentieller Teil von – realen – Treffen der Genealogen-Gemeinschaft geht dabei verloren: das Networking.

Mit Wonder.me stellen wir ein Tool vor, das genau hier ansetzt und den Anwendenden erlaubt, sich im virtuellen Konferenzraum zu tummeln, ins Gespräch zu kommen und spontan Kontakte zu knüpfen. Auch für die Veranstaltung von Messen und Konferenzen wurden Events neu gedacht und es wurde auf virtuelle Organisation gesetzt: Wer die „Genealogica“ verfolgt hat, konnte dort auch die Kommunikation mit Wonder.me ausprobieren. Allerdings war es etwas versteckt, so dass manche es nicht gefunden haben.

Zur Benutzung von wonder.me habe ich ein Video erstellt. Es gibt nicht viel zu beachten, nur ein paar Cookies müsst ihr am Anfang schon zulassen, denn wie sonst soll der Browser denn Mikrofon und Kamera erreichen? Den virtuellen CompGen-Raum erreicht ihr hier. Schon seit mehreren Wochen sind hier täglich zwischen 15 und 16, sowie 19 und 20 Uhr Menschen aus dem Verein und Besucher ansprechbar.

Probiert es aus! Zoom genau so wie Wonder.me! Und bitte probiert es VOR dem Besuch an unserem Stand beim 9. Westfälischen Genealogentag. Denn wenn ihr es erst an diesem Tag probiert, und dann etwas nicht klappt, dann ist der Event vorbei, und ihr zieht ’ne lange Neeese …

Etwas „Wasser in den Wein“: Im letzten Newsletter von Wonder.me wurden einige Änderungen zur weiteren Entwicklung angekündigt. So wird für die Zukunft auf die ausschließliche Arbeit mit den Browsern Edge (Microsoft) und Chrome (Google) hingearbeitet. Firefox fällt wohl hinten runter, ebenso wie die Nutzung von Mobilgeräten mit iPhone und Android. Also nutzt, wenn es geht, die beiden genannten Browser. Auch wenn es mit Firefox noch funktioniert, so ist der Betrieb vielleicht nicht immer stabil.

Im Newsletter gibt es als Anwendungsbeispiel die Internationale Karnevalsfeier in Aalst Belgium, die als „Featured Wonder User of the Week“ ausgezeichnet wurde. Da steht, dass die brillanten Köpfe hinter dem Oilsjt Carnaval Festival einen Wonder-Raum nutzten, um ein Wochenende voller musikalischer Darbietungen und Veranstaltungen mit über 1 000 Teilnehmern in einem einzigen Wonder-Raum zu präsentieren. Weiter heißt es: „Ein Hoch auf den DJ! Wir lieben den kreativen Einsatz des Wunderraum-Hintergrunds, um die Veranstaltungsinformationen und Sponsoren zu präsentieren. Fühlen Sie sich inspiriert?“

Ja, wir fühlen!
Und wir freuen uns auf die Besucher!
In unserem Raum beim 9. Westfälischen Genealogentag!