Altes Dresden, altes Pforzheim – Vorläufer der Time Machine?

Unser CompGen-Mitglied Herbert Gabrys aus Dresden machte uns auf das Projekt Altes Dresden von Dipl.-Architekt Jörg Brune aufmerksam. Auch für Pforzheim hat er eine gleichartige Webseite erstellt. Beide Städte macht er in alten Bildern Haus für Haus auf einem historischen Stadtplan sichtbar. Die Idee dieser Darstellungen erinnert an viele ähnlich Projekte, die als „Time Machine“ oder „Topotheken“ für eine ganze Reihe von Orten entstanden sind oder geplant werden. Über die jüngsten Topothek-Projekte in Köln und in Leipzig haben wir schon in diesem Blog berichtetet.

Altes Dresden, altes Pforzheim

Für Dresden benutzte der Autor die Stadtpläne (1:5000) von 1870, 1911 und 1938; für Pforzheim die von 1890, 1900 und 1912 – jeweils zusammen mit Google-Maps. Rechts und links gibt es abwählbare Menüs, die in der Transparenz eingestellt werden können. Das rechte Menü dient der Suche nach Straßen und Stadtteilen, Hausnummern, Nutzung, Baumeister, Baujahr, Firmen usw. Viele Fotos sind enthalten und Häusern und Straßen zugeordnet. Für Dresden sind derzeit 35.697 Bilder in über 43.000 Einträgen zu sehen, auf der Pforzheim-Seite dokumentieren 2.485 Bilder in 3.100 Einträgen die Geschichte der Stadt. Viele weitere Details können abgerufen werden. Etwas versteckt auf der Dresden-Seite fällt die Geo-Lokalisierung der verschiedenen, ehemals von der SS genutzten Gebäude in zahlreichen Städten Sachsens nicht so schnell ins Auge. Hier wurden die Daten aus dem Projekt zur Organisations- und Sozialgeschichte der SS in Ostsachsen (1925-1950) verwendet.

Weitere Projekte: Dresden Time Machine

Die beiden Webseiten von Jörg Brune sind viel früher, lange vor der zweiten Time Machine-Konferenz in Dresden am 9. Oktober 2019, entstanden. Denn erst an diesem Tag wurde die Time Machine Organisation (TMO) als „Organisation für internationale Zusammenarbeit in Technologie, Wissenschaft und Kulturerbe“ mit künftigem Sitz in Wien gegründet. Auf dieser Konferenz wurde auch gezeigt, wie eine Time Machine für Dresden aussehen könnte. Die wissenschaftliche Forschungsgruppe URBANHISTORY4D (TU Dresden, Universität Würzburg, Fotothek der SLUB) präsentiert ein Video, in dem man online in 4D historische Fotografien und Gebäude im 3D-Modell von Dresden erkunden kann. Das öffentlich geförderte Projekt ist abgeschlossen, der 4D-Browser wird weiterentwickelt.

Historische Zeitreisen

Unter den Links zu Projekten, die Jörg Brune auf der Seite AltesDresden auflistet, wird die App/Plattform Future History genannt, mit der virtuelle Multimedia-Touren für Stadtführungen mit virtueller Reality, Bildern, Videos, Audios und Texten erstellt werden. Themen-Führungen können auf eigenen Smartphones und Tablets oder auf Leihgeräten abgespielt werden. Für eine große Zahl von Städten in Deutschland, aber auch für Wien und Auschwitz, sind solche Objekte anwählbar.

Eine andere genannte Webseite, die von „Zeitreisen Berlin„, bietet acht virtuelle Touren in die Vergangenheit der Hauptstadt an: Aus den Jahren 1846, 1871, 1889, 1910, 1932,1945, 1954 und 1968 stehen Karten mit anklickbaren Bildern von Häusern und Objekten zur Verfügung.

Ganz anders – ohne Karten – ist die Herangehensweise in „Annäherung an die Stadtgeschichte Berlins„. Hier stellt Alexander Darda in einer historischen Zeitachse von 1237 bis 2025 Ereignisse, Bauten, Einwohnerzahlen, Bürgermeister sowie Ereignisse und Regierende in Brandenburg dar.