NRW-Landesarchiv Rheinland: neue Kirchenbuch-Digitalisate

Die Abteilung Rheinland des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen in Duisburg hat begonnen, Kirchenbücher aus dem Personenstandsarchiv (früher in Schloss Brühl) neu digitalisiert zur Online-Nutzung zur Verfügung zu stellen. Als erste werden die Kirchenbücher aus dem Landgerichtsbezirk Aachen (1676-1816) kostenlos zur Ansicht angeboten.

Da die Suche nach den einzelnen Kirchenbüchern in der Archivsuche des Landesarchivs etwas mühsam ist, wird hier eine kurze Übersicht über die vorhandenen Kirchenbücher gegeben.

Aufgrund der um 1800 erlassenen französischen Gesetze und Verordnungen mussten die Pfarrer im französisch besetzten Rheinland ihre Kirchenbücher bzw. Abschriften davon an die staatlichen Behörden abliefern. Diese Kirchenbücher werden immer noch im staatlichen Archiv in Duisburg aufbewahrt.

In der Tektonik der navigierenden Suche im linken Feld unten auf das Blattsymbol klicken, dann erscheint im rechten Feld das Symbol (im roten Kreis) für das Digitalisat; mit Klick darauf wird der METS-DFG-Viewer mit dem Bild geöffnet

Im Abschnitt 6.1. der Archiv-Tektonik des NRW-Landesarchivs Abteilung Rheinland werden die Kirchenbücher des Personenstandsarchivs als Erst- und Zweitschriften sowie als Duplikate aus den heutigen Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf aufgeführt. Darunter befinden sich auch die Kirchenbücher aus dem ehemals deutsch verwalteten Gebiet in Ost-Belgien.

6.1.1. Erst- und Zweitschriften der Kirchenbücher (1585-1841), die nach französischer Gesetzgebung von den Pfarreien an die Orts- und Landgerichte abgegeben wurden. Das sind 4.104 Bände. Darunter sind:

  • PA 1101 Vorwiegend Erstschriften von Kirchenbüchern (1689-1799), die von den Pfarreien nach französischer Gesetzgebung an die Bürgermeistereien oder Ortsgerichte abgegeben wurden. Das sind 2.645 Bände aus 607 Bürgermeisterämtern von Adendorf bis Ägidienburg. Der Tektonik-Knoten ist ausführlich dargestellt und auch schon mit dem Symbol für die Digitalisate versehen – aber noch ohne die Bilder.

Vorwiegend Zweitschriften der Kirchenbücher der Landgerichtsbezirke sind in den folgenden Beständen enthalten:

  • PA 1102 Landgerichtsbezirk Aachen (1676-1816). 97 Bände aus 41 Orten von Afden bis Zweifall. Hierin sind auch die aus dem heute belgischen Bezirk enthalten. Dieser Bestand liegt nun neu in Farbe vom Original digitalisiert vor und damit in deutlich besserer Qualität als die alten Schwarzweiß-Mikrofilme. Dies ist bisher der einzige digital einsehbare Bestand. Die Kirchenbücher aus PA 1101 sind scheinbar in Vorbereitung, denn der Tektonik-Knoten ist ähnlich ausführlich dargestellt und mit dem Symbol für die Digitalisate versehen – aber noch ohne die Bilder zu sehen.
  • PA 1103 Landgerichtsbezirk Bonn (1656-1810). 244 Bände. Dieser und die folgenden Bestände sind noch nicht detailliert zu sehen.
  • PA 1104 Landgerichtsbezirk Düsseldorf (1603-1841). 346 Bände.
  • PA 1105 Landgerichtsbezirk Elberfeld (1585-1810). 406 Bände.
  • PA 1106 Landgerichtsbezirk Köln (1591-1818). 463 Bände.

6.1.2. Duplikate der Kirchenbücher (1814-1965), die nach dem Preußischen Allgemeinen Landrecht seit dem 1. Januar 1815 in den rechtsrheinischen Gebieten von den Pfarreien an die zuständigen Ortsgerichte abgegeben wurden, die später in die Amtsgerichte übergingen. Auch die Juden wurden hier verzeichnet. Die Bestände umfassen die Amtsgerichte von Borbeck bis Wesel. 1.127 Bände.

6.1.3. Namensverzeichnisse und Verkartungen von Kirchenbüchern und Zivilstandsregistern.

Zivil- und Personenstandsurkunden, Namensregister und Kirchenbuchkopien

  • Unter 6.2 folgen dann die Zivilstandsurkunden (1798-1875).
  • Unter 6.3 sind die Personenstandsurkunden verzeichnet, von denen die Sterbeurkunden für den Zeitraum 1876-1938 für die Orte mit den Anfangsbuchstaben A bis M zu sehen sind. Außerdem sind in diesen Bestand die Namensverzeichnissen eingeordnet.
  • Unter 6.4 befinden sich die Beleg-/Sammelakten der Standesämter, die an die örtlichen Archive zurückgingen.
  • Unter 6.6 sind Kirchenbuch-Reproduktionen enthalten: von Originalen, die an die Pfarreien zurückgegeben wurden, eigene Sicherheitskopien, Rückvergrößerungen von Gatermann-Filmen, und Kopien von Kirchenbüchern, die nicht im Personenstandsarchiv vorhanden waren.

Mit Dank an das Archiv sowie an Volker Wilmsen und Klaus Rothschuh für den Hinweis auf die neuen Möglichkeiten für die Ahnenforschung im Rheinland!