Arolsen Archives starten das Crowdsourcing-Projekt „Jeder Name zählt“

Am 27. Januar 2020, dem 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz und Internationalen Holocaust-Gedenktag starten die Arolsen Archives das Crowdsourcing-Projekt „Jeder Name zählt“ mit einem Aktionstag mit hunderten Schülerinnen und Schülern in hessischen Schulen. Der Aktionstag steht unter der Schirmherrschaft der hessischen Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung Kristina Sinemus.

Die Namen auf den Deportations- und Transportlisten sind bisher nicht online nach Namen durchsuchbar. Anfragen dazu können bisher nur aufwendig über ein kompliziertes System in der Datenbank der Arolsen Archives beantwortet werden. Mit verschiedenen Partnern und eigenen Mitarbeitern wurde ein neues technisches Verfahren entwickelt, um mit dem Crowdsourcing-Projekt „Jeder Name zählt“ die Informationen auf den Dokumenten zu erfassen. Mit einer einfach verwendbaren Online-Plattform erhalten die teilnehmenden Schulen Zugang. Die Schüler sollen die Bedeutung dieser Arbeit kennenlernen. Sie erhalten Zugriff auf Listen von Transporten, mit denen Menschen zur Zwangsarbeit aus dem Konzentrationslager Auschwitz in andere Lager auf dem Gebiet des Deutschen Reichs gebracht wurden. Diese Originallisten wurden erst vor kurzem gescannt. Außerdem werden Deportationslisten aus den Städten Kassel, Wiesbaden, Frankfurt und Darmstadt zur Verfügung gestellt.

Transportliste zum Konzentrationslager Auschwitz 1944. Quelle: Arolsen Archives

Etwa 20 Schulen beteiligen sich bereits, weitere Bildungseinrichtungen können sich noch hier anmelden. Mitmachen können kleine Projektgruppen oder ganze Jahrgangsstufen der Klassen 10 und 11. Die Schüler sollen zu zweit die in den Dokumenten enthaltenen Namen und Daten am Computer abtippen, die dann mit den digitalisierten Seiten verknüpft werden. Die Eingabe der Namen erfordert Konzentration und kann nur über einen relativ kurzen Zeitraum durchgeführt werden. Für eine sinnvolle Umsetzung des Projektes ist eine entsprechende Einführung notwendig. Die Schulen erhalten pädagogisches Material zur Vor- und Nachbereitung.

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