Zum Volkstrauertag: „In Flanders Fields the poppies blow…“

Foto: Tijl Vercaemer, Gent, Flandern, Wikipedia CC BY 2.0

Das Gedicht mit dieser Anfangszeile des kanadischen Dichters und Sanitätsoffiziers John McCrae (1872 – 1918), das er am 3. Mai 1915 aus Trauer über einen gefallenen Kameraden in Flandern schrieb, ist in der englischsprachigen Welt sehr populär. Nach dem Kriegsende wurde in den Commonwealth-Ländern der 11. November zum nationalen Gedenktag an die Kriegstoten erklärt. Dabei sind die künstlichen Mohnblumen (englisch: poppies) zum Anstecken ein beliebtes Motiv. Der Gedichtanfang wurde aber auch zum Namensgeber des „In Flanders Fields Museum“ im belgischen Ypern.

Dieses Museum in den historischen Tuchhallen in der Innenstadt von Ypern beherbergt eine Dauerausstellung zum Ersten Weltkrieg in Belgien. Das Museum selbst ist derzeit wegen der Corona-Pandemie geschlossen, betreibt aber auch ein Archiv, auf das auch z.T. online zugegriffen werden kann. Im Wissenszentrum kann Geschichte geteilt werden; Familien- und Ortsgeschichten sind eine besonders willkommene Bereicherung.

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Für Genealogen ist die online zugängliche Datenbank bedeutsam, die im Rahmen des Gedenkens „Hundert Jahre Erster Weltkrieg“ zur Erfassung aller militärischen und zivilen Kriegsopfer des Ersten Weltkriegs in Belgien erstellt wurde, und zwar übergreifend von allen am Ersten Weltkrieg beteiligten Nationen. Die Weboberfläche ist durchgängig viersprachig (NL/FR/EN/DE; Einstellung auf der Website oben rechts) angelegt und wird derzeitig immer noch weiter verbessert und ergänzt. Die erfassten Personen werden in einer Lebenslauf-Zeitleiste dargestellt mit Namen, Geburtsdatum/-ort, Wohnort, Kategorie (Militär/Zivil), Wehrdienst (Einheit, Dienstgrad), Verwundung, Gefangenschaft, Todesdatum/-ort sowie Grabstelle und Friedhof. Derzeit sind schon 550.000 Namen erfasst. 165.000 Daten kamen vom Volksbund, zahlreiche Vermisste konnten in den deutschen Verlustlisten des Ersten Weltkrieges gefunden werden. Noch fehlen viele Namen von belgischen Zivilisten und deutschen Vermissten. Ergänzungen mit Angaben zu Schule, Beruf, Familie, aber auch Fotos, Urkunden, Briefe sind willkommen. Forscher, die eine Gefallenenliste ihrer Gemeinde, Stadt oder ihres Kreises angelegt haben, können diese Informationen an den Projektleiter pieter.trogh@ieper.be weitergeben.

So war Eberhard Sauerbrei, selbst Volksbund-Mitglied, bei der Suche in dieser Datenbank nach Gefallenen in Belgien erfolgreich und konnte seine Recherchen zu Kriegsopfern im Stadt- und Landkreis Essen ergänzen. Er schickte uns auch einen Artikel aus der Volksbund-Zeitschrift „Frieden“ 2/2020 über diese Datenbank. Bereits früher hat er wertvolle Unterlagen z.B. das Marine-Gedenkbuch im Marine-Ehrenmal in Laboe, die geheime Marine-Verlustliste, und in diesem Jahr neu das Namenbuch der U-Boot-Gedenkstätte Möltenort für die Erfassung im CompGen-DES vermittelt. Vielen Dank für diese Hilfen zur Aufklärung von Soldatenschicksalen.